{"id":1732,"date":"2018-06-26T09:59:28","date_gmt":"2018-06-26T07:59:28","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=1732"},"modified":"2018-06-26T09:59:28","modified_gmt":"2018-06-26T07:59:28","slug":"sozialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2018\/06\/26\/sozialismus\/","title":{"rendered":"Sozialismus"},"content":{"rendered":"<p>Das Gegenst\u00fcck zum Sozialismus ist ja bekanntlich der Kapitalismus. Der Sozialismus hat bislang nicht erfolgreich geendet, was aber <!--more-->die selbst ernannten echten Europ\u00e4er, allen voran Deutschland, nicht hindert, auf eine EUdSSR hin zu arbeiten. Man muss die Begriffe allerdings noch etwas sch\u00e4rfen: alle Versuche eines <em>internationalen<\/em> Sozialismus sind bislang kl\u00e4glich gescheitert, der internationale Kapitalismus hat sich gnadenlos durchgesetzt. Bezogen auf die Spezifikation <em>international<\/em> haben sich sarkastisch formuliert die F\u00e4higen gegen die Unf\u00e4higen durchgesetzt. Gibt es noch andere M\u00f6glichkeiten? Ja, aber das verlangt ein wenig mutiges und vorsichtiges Fomulieren.<\/p>\n<p>Ein anderes Gegenst\u00fcck zum <em>internationalen<\/em> Sozialismus ist n\u00e4mlich der <em>nationale<\/em> Sozialismus, und sp\u00e4testens jetzt wird wohl klar werden, wieso solche \u00dcberlegungen Mut und Vorsicht verlangen. Ein nationaler Sozialismus macht an der Grenze halt und versucht nicht, alle Kulturen \u00fcber einen Kamm zu scheren. Die B\u00fcrger sollen sich irgendwo unter Gleichgesinnten zu Hause f\u00fchlen und ihre Kultur pflegen. Die gibt es n\u00e4mlich im Gegensatz zu der Ansicht einer Amateurethnologin aus der SPD, die au\u00dfer der Sprache keine spezifische deutsche Kultur entdecken kann (weil sie n\u00e4mlich als T\u00fcrkin nicht zu der Kultur geh\u00f6rt), durchaus.<\/p>\n<p>Aufgrund der geschichtlichen Vorbelastung muss man bei solchen \u00dcberlegungen einen nationalen Sozialismus aber streng von\u00a0 den kranken Ausw\u00fcchsen des Nationalsozialismus eines Hitlers &amp; Co. trennen. Nationaler Sozialismus, wie wir ihn hier betrachten wollen, beruht auf kulturellen Eigenheiten und nicht auf v\u00f6llig unsinnigen Rassen- und Lebensraumtheorien. Hitler &amp; Co haben gezeigt, wohin ein \u00dcberziehen f\u00fchren kann, aber nicht zwangsweise muss. Wer das unterstellt, muss schon begr\u00fcnden, wieso das \u00dcberziehen des Kapitalismus in eine ganze Reihe von Vernichtungskriegen durch die USA (Vietnam, Afghnanistan, Irak, &#8230;) nicht zum bedingungslosen \u00c4chten des Kapitalismus f\u00fchrt und weshalb die Kirchen nach den Exzessen der Kreuzz\u00fcge und des Hexenterrors noch existieren. Aber nat\u00fcrlich steckt im Nationalsozialismus auch der nationale Sozialismus.<\/p>\n<p>Betrachten wir unseren Sozialstaat, muss man feststellen, dass die wesentlichen Teile noch aus dem Kaiserreich und dem NS-Staat stammen. Die Weimarer Republik hat nichts geliefert, die BRD hat vieles abgebaut, auch wenn man das so nicht sehen will. Kapitalgesicherte hohe Rente &#8211; kassiert zur Wiederbewaffnung durch ein zweifelhaftes Umlagesystem, durch das trotz l\u00e4ngerer Lebensarbeitszeit das Rentenniveau auf deutlich unter 50% gesunken ist, noch verst\u00e4rkt durch eine Versteuerung der Rente (das gab es fr\u00fcher nicht) und das Zahlen von Krankenversicherungsbeitr\u00e4gen (auch das gab es fr\u00fcher nicht). In der Krankenversicherung war nicht nur alles frei (siehe Zuzahlungen heute; Medikamente bezahlt man fast komplett selbst), sondern in den ersten Jahren der BRD bestand, aus der vor-BRD-Zeit \u00fcbernommen, ein Anspruch auf eine kostenlose Kur alle zwei Jahre (alles bis auf fast Null eingedampft).<\/p>\n<p>Im nationalen Sozialismus geht man n\u00e4mlich im Gegensatz zum internationalen Sozialismus, in dem der B\u00fcrger nur eine unwichtige Arbeitsameise ist, davon aus, dass nur zufriedene Menschen einen funktionsf\u00e4higen Staat bilden k\u00f6nnen. Zufrieden hei\u00dft, dass neben der Arbeit auch Ausgleich existiert. Im NS-Staat hie\u00df das KdF (Kraft durch Freude), und folgerichtig gab es Urlaubsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr normale B\u00fcrger, die sonst nur Reichen zustanden, z.B. die KdF-Dampfer (vergleichbar mit den heutigen Kreuzfahrschiffen) oder Urlaubseinrichtungen wie Prora an der Ostseek\u00fcsten (heute als NS-Gigantomanie angeprangert, aber im Grund nichts anderes als die Betonburgen in Spanien, der T\u00fcrkei oder \u00c4gypten). Auch lokal wurde in etwas investiert, was man heute Naherholungsgebiet nennt &#8211; alles 50 Jahre, bevor man sich heute mit der Erfindung solcher Sachen schm\u00fcckt.<\/p>\n<p>Autobahnen und Volkswagen gehen ebenfalls in diese Richtung. Vorbild war m\u00f6glicherweise die bereits erfolgte Mobilit\u00e4t der breiten Masse in den USA. Das wird heute gerne als Kriegsvorbereitung ausgegeben, besonders der Autobahnbau. Autobahnen sollten der schnellen Verlegung von Milit\u00e4r dienen &#8211; v\u00f6lliger Quatsch. Seit der praktischen Durchf\u00fchrung eines modernen Krieges 1870\/71 (mit Vorl\u00e4ufern im B\u00fcrgerkrieg der USA), in dem die Tapferkeit der Truppen durch eiskalte Logistik ersetzt wurde, war nicht die Stra\u00dfe die logistische Achse, sondern die Eisenbahn. Im 1. WK wurden Bahnverbindungen bis in die vordersten Stellungen gebaut. Und ausgerechnet die Erfinder der Logistik sollten sich von der Schiene trennen zu Gunsten einer nicht funktionierenden Stra\u00dfenlogistik? Die funktioniert erst heute mit den modernen LKWs, und Kriegsger\u00e4t wird nach wie vor per Bahn verlegt. Man muss bei Autobahn und VW vielmehr unterstellen, dass ohne den Krieg zu Beginn der 1950er Jahre eine durchgehende Massenmobilit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung ins Auge gefasst war.<\/p>\n<p>Das &#8222;uns geht es gut&#8220; l\u00e4sst sich weiter verst\u00e4rken, wenn ein &#8222;uns&#8220; gest\u00e4rkt wird. Auch wenn man es heute nicht gerne h\u00f6rt, aber eine &#8222;Volksgemeinschaft&#8220; entsteht auch durch gemeinsame Pflege der Kultur, womit nicht nur Beethoven und Goethe gemeint sind. Jugend- und Erwachsenenorganisationen sorgen daf\u00fcr, dass nicht nur jeder von Verbesserungen profitiert, sondern sich auch verantwortlich daf\u00fcr f\u00fchlt, mitzuarbeiten. Nat\u00fcrlich wurde im Sinne einer Ideologisierung ma\u00dflos \u00fcberzogen, aber wo geschieht das nicht? Heute regt man sich dar\u00fcber auf, dass bereits die Pimpfe in Uniformen gesteckt wurden und eine gewisse Disziplin halten mussten &#8211; und \u00fcbersieht, dass an Eliteschulen, an denen auch lebenslange Netzwerke gekn\u00fcpft und viele F\u00fchrer der Wirtschaft und Politik ausgebildet werden, es heute auch nicht anders l\u00e4uft, w\u00e4hrend bei den Schulen f\u00fcr das gew\u00f6hnliche Volk, in denen sich jeder so prollm\u00e4\u00dfig verhalten kann, wie er es will, nicht viel heraus kommt.<\/p>\n<p>Interessanterweise kommt ein nationaler Sozialismus ohne eine Kapitalismuskomponente nicht aus. Entwickelte Staaten sind nie autark, und auch schon das Kaiserreich war auf Im- und Export angewiesen. Das funktioniert aber nur, wenn man mit den Handelspartner entsprechend stark verhandeln kann. StaMoKap-Betriebe sind da eher ungeeignet, was vermutlich auch der Grund f\u00fcr die aggressive Expansionspolitik der meisten internationalen sozialistischen System ist. Deutsche Betriebe der NS-Zeit haben international mitgemischt, ausl\u00e4ndische Konzerne in Deutschland investiert &#8211; zumindest so weit das die anderen Regierungen zulie\u00dfen. Was die Politik nicht hinderte, im Inneren trotzdem so etwas wie ein sozialistisches System f\u00fcr die breite Masse aufzubauen. Statt vom nationalen Sozialismus k\u00f6nnte man also auch vom nationalen Sozialkapitalismus sprechen.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn das so gut ist, warum gibt es das dann nicht?!&#8220; d\u00fcrfte die Standardfrage aus der linken Ecke sein. Antwort: das gibt es, und zwar sehr erfolgreich. China hat sich n\u00e4mlich von einem internationalen und erfolglosen sozialistischen Staat zur einem nationalen und sehr erfolgreichen sozialistischen Staat entwickelt. Bei anderen Staaten in S\u00fcdostasien darf man \u00e4hnliches vermuten (mir fehlen dazu allerdings derzeit die Detailkenntnisse). &#8222;America first!&#8220; eines Donald Trump k\u00f6nnte in Konsequenz auf eine \u00e4hnliche Entwicklung hinauslaufen, wenn es auch die Sozialkomponente im Staatswesen ziemlich schwer haben d\u00fcrfte. Bei uns hingegen f\u00e4llt alles um so weiter auseinander, je gewaltsamer von der Politik versucht wird, die EU \u00fcber alle Grenzen hinweg kulturell zu egalisieren.<\/p>\n<p>F\u00fchrt ein solchen nationales System nicht automatisch zu Konflikten? Eher nicht. Selbst ein Hitler hat au\u00dfer an der Ostgrenze Schluss gemacht und Briten, Franzosen und Skandinavier als gleichgewichtige Kulturgemeinschaften gesehen. Wollte man sich zu Lasten anderer ausbreiten, w\u00fcrde das langfristig nicht funktionieren, wie schon der Zerfall \u00d6sterreich-Ungarns nach dem 1. WK drastisch gezeigt hat. Das Problem hat beispielsweise auch Israel: ein einheitlicher Nationalstaat, der territorial nicht durch eine Zweistaatenl\u00f6sung verkleinert werden kann, ohne dass er irgendwann \u00fcberrannt w\u00fcrde, der aber auch die inkompatible Islamkultur der besetzten aus den gleichen Gr\u00fcnden nicht aufnehmen kann. Nicht von ungef\u00e4hr ergeben sich gewisse Parallelit\u00e4ten zur NS-Ostpolitik, deren Diskussion gerne mit dem Hinweis auf Antisemitismus abgew\u00fcrgt wird.<\/p>\n<p>Was w\u00fcrde ein solches Politikmodell nun konkret f\u00fcr das Land bedeuten? In der Hauptsache das, was zunehmend mehr Leute derzeit fordern: unsere Kultur gilt, und wer hier bleiben will, MUSS diese \u00fcbernehmen. Das f\u00e4ngt mit der Sprache an: es geht nicht an, dass auch in der 3. Generation immer noch in der Hauptsache T\u00fcrkisch gesprochen wird. Deutsch ist alleinige und verbindliche Amts- und Umgangssprache. Unser Rechts- und Wertesystem ist verbindlich &#8211; Stammesriten und sonstige Gewohnheiten, die nicht kompatibel sind, haben hier nichts zu suchen. Und so lange keine kompatible Variante in Sicht ist, hat der Islam hier nichts zu suchen, was insbesondere f\u00fcr religi\u00f6se Funktion\u00e4re islamischer Staaten gilt. Mehrfache Staatsb\u00fcrgerschaft ist nicht zul\u00e4ssig &#8211; entweder Deutsch oder eben nicht. Wem das nicht passt &#8211; bitte sehr, die Grenzen sind in beide Richtungen ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Und in Bezug auf die EU? Nun, vieles an der EU ist ja nun in der Praxis nicht schlecht: ungehinderter Waren- und Personenverkehr, keine Notwendigkeit, alle m\u00f6glichen W\u00e4hrungen mit sich herum zu schleppen, mobiles Telefon und Internet und anderes. Man k\u00f6nnte noch vieles Weiteres vereinheitlichen, was den Nationalit\u00e4ten nicht weh tut, aber mit der Gleichmacherei auf allen Gebieten und der \u00fcberbordenden Vorschriftenwut aus Br\u00fcssel muss Schluss sein, ebenso mit der Vorstellung, dass einige Staaten finanziell f\u00fcr andere gerade stehen m\u00fcssen. Wenn ein Land wie Griechenland traditionell alle 15 Jahre die Staatspleite hinlegt, ist das eben so, und wenn sich Banken verspekulieren, gehen sie halt pleite. Das sollte kein Hinderungsgrund sein, nach Au\u00dfen wirtschafts- und verteidigungspolitisch gemeinsam aufzutreten. Und w\u00fcrde man sich auf Verteidigungspolitik beschr\u00e4nken und nicht aktive Kriegspolitik betreiben wie heute, w\u00e4re das sicher besser und zu einem geringeren Aufwand m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Derzeit sind die Chancen gut, dass zumindest die EU weitgehend auseinander fliegt. Und so lange die Westeurop\u00e4er nicht begreifen, dass die Osteurop\u00e4er einen gesunden Nationalismus der Gleichmacherei vorziehen, wird das auch so kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Gegenst\u00fcck zum Sozialismus ist ja bekanntlich der Kapitalismus. 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