{"id":1680,"date":"2018-05-24T16:01:24","date_gmt":"2018-05-24T14:01:24","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=1680"},"modified":"2018-05-24T16:01:24","modified_gmt":"2018-05-24T14:01:24","slug":"an-den-problemen-vorbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2018\/05\/24\/an-den-problemen-vorbei\/","title":{"rendered":"An den Problemen vorbei"},"content":{"rendered":"<p>Objektiv gesehen ist Deutschland eine herabgewirtschaftete Bananenrepublik ohne Bananen. Schulen sind auf Verwahranstalten f\u00fcr unbelehrbare Jugendliche reduziert, die Polizei <!--more-->pr\u00fcft sorgf\u00e4ltig, wer der Schw\u00e4chere ist und geht Ausl\u00e4ndern folglich &#8222;deeskalierend&#8220; aus dem Weg und l\u00e4sst sie machen, und wer heute durch die Landschaft f\u00e4hrt, schafft das keine 2 km, ohne durch eine Baustelle gestoppt zu werden, wobei das Geheimnis darin liegt, dass man nach einem halben Jahr auf der gleichen Strecke immer noch die gleichen Baustellen vorfindet, an denen sich nichts getan hat. Die Armee muss sich regelm\u00e4\u00dfig bei den Nachbarstaaten Ger\u00e4te und Ersatzteile landen, falls sie nicht ohnehin per Linienflug zusammen mit einem Haufen Touristen per \u00d6lsardinenklasse ins Kriegsgebiet gekarrt wird, und wehe, sie muss dort mehr als 5 km laufen, dann hagelt es sofort Krankmeldungen und Verfahren gegen die Offiziere wegen Vergehens gegen die Menschlichkeit. Nur im Anstellen von Unfug sind wir nach wie vor gut aufgestellt, z.B. (Die ZEIT, Britain jetzt noch greater)<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das Gesch\u00e4ft sei bis zum vergangenen Sommer wunderbar gelaufen. Doch dann sei alles schwierig geworden. Weil die EU dieses <span class=\"rtr-schema-org\"><a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/freihandelsabkommen\">Freihandelsabkommen<\/a><\/span> Ceta mit Kanada abgeschlossen habe.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Mackenzie rollt auf dem Schreibtischstuhl zu einem Regal voller Aktenordner. Wegen der neuen Regeln, die mit Ceta kamen, habe er pl\u00f6tzlich eine Registered Export Number (REX) gebraucht, f\u00fcr die er aber zun\u00e4chst eine Approved Exporter Number (AEN) habe beantragen m\u00fcssen, doch um die zu bekommen, habe er in <span class=\"rtr-schema-org\"><a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/london\">London<\/a><\/span> eine Economic Operation Registration &amp; Identification Number (EORI) anfordern m\u00fcssen, eine Erlaubnis zum Handel au\u00dferhalb der EU, wozu er sich wiederum bei der EU-Kommission in Br\u00fcssel nach einem \u2013 Mackenzie sucht in seinem Smartphone nach dem Namen \u2013 Commodity Code und einem Tariff Treatment Code habe erkundigen m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">&#8222;Und wof\u00fcr das alles?&#8220;, fragt er fassungslos.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Damit Einfuhrz\u00f6lle wegfallen?<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Oder man denke an die neue Datenschutzverordnung, die auf 150 Seiten nichts sagt, was sich zu lesen lohnen w\u00fcrde, und gleichzeitig mindestens 2 anderen g\u00fcltigen Gesetzen widerspricht. Hochkonjunktur hat dadurch lediglich die katholische Kirche, weil jeder katholische Unternehmer zur Beichte muss, da er beim Satz &#8222;<em>wir nehmen den Datenschutz sehr Ernst<\/em>&#8220; ziemlich unversch\u00e4mt lachen musste ob dieses Bl\u00f6dsinns.<\/p>\n<p>Fragt man einen beliebigen Politiker, sind die L\u00f6sungen ganz einfach. Egal um welches Problem es sich handelt, die Standardantwort ist<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Wir m\u00fcssen mehr Geld in die Hand nehmen!<\/strong><\/p>\n<p>Ok, Geld, das ein Politiker in die Hand nimmt, bleibt meist da oder in den H\u00e4nden seiner Klientel, aber es \u00e4ndert an den Problemen erst einmal grunds\u00e4tzlich nichts. Nat\u00fcrlich kann man mit mehr Geld mehr Lehrer bezahlen &#8211; falls \u00fcberhaupt noch gen\u00fcgend Leute diesen Beruf aus\u00fcben wollen. Gleiches gilt f\u00fcr die Polizei. Aber haupts\u00e4chlich kann man mit mehr Geld das Kloh\u00e4uschen auf der Autobahnrastst\u00e4tte, das bisher 250.000 \u20ac gekosten hat, mit mehr Geld auch f\u00fcr 350.000 \u20ac bauen, aber keine zus\u00e4tzlichen auf anderen Parkpl\u00e4tzen, an denen sie fehlen.<\/p>\n<p>Bei 90% aller Probleme liegt die L\u00f6sung nicht in mehr Geld, sondern in sinnvoller Organisation (siehe ZEIT-Zitat). Warum zeichnet ein Beamter im Bauamt, der selbst ein H\u00e4uschen f\u00fcr 150.000 \u20ac in 6 Monaten gebaut hat, Vertr\u00e4ge ab, nach denen das gleiche Haus im \u00f6ffentlichen Dienst f\u00fcr 350.000 \u20ac gebaut werden soll, die Bauzeit aber 4 Jahre betr\u00e4gt und das Ganze aufgrund der Kostensteigerung zum Schluss schlappe 700.000 \u20ac gekostet hat? Sind die Leute eigentlich zu bl\u00f6d f\u00fcr ihren Job?<\/p>\n<p>Der Trick liegt in der Organisation. Da Politiker normale Menschen f\u00fcr genauso korrupt halten, wie sie selbst sind, haben sie ein paar &#8222;Sicherheitsmechanismen&#8220; eingebaut. Die Vorschriften f\u00fcr die Auftragserteilung sind so komplex gestaltet, dass automatisch wesentlich h\u00f6hrere Preise herauskommen, ohne dass das auff\u00e4llt (ein PC wird nicht in der Form &#8222;1 PC&#8220; ausgeschrieben, sondern &#8222;1 Motherboard, 1 CPU, 1 Geh\u00e4use, 1 L\u00fcfter, &#8230;&#8220;. Wer sein Auto in Einzelteilen kauft statt wie vom Band, zahlt halt ordentlich drauf. Schlie\u00dflich ist trotzdem alles fertig und k\u00f6nnte bestellt werden, aber der Mitarbeiter, der das Ganze geplant hat und die \u00dcbersicht besitzt, darf nicht unterschreiben &#8211; das macht jemand 3 Etagen h\u00f6her, keine Ahnung von Tuten, aber Dank seiner Sekret\u00e4ren vielleicht vom Blasen hat. Und der versichert sich nat\u00fcrlich auch noch mal bei seinem Chef zur\u00fcck, der vielleicht noch einige &#8222;sinnvolle&#8220; \u00c4nderungsvorschl\u00e4ge hat, die seinen Freund, einen Bauunternehmer, besser ins Gesch\u00e4ft bringen. Unterschrieben wird dann auf Anordnung.<\/p>\n<p>Der Sinn dieser Aktion: derjenige, der unterschreibt, kann immer glaubhaft versichern, dass er keine Ahnung davon hat, was er da unterschrieben hat, und derjenige, der die Ahnung hat, kann sich jeweils darauf herausreden, dass er eben nicht unterschrieben hat. Prominentestes Beispiel dieser Vorgehensweise: der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbr\u00fcck. Der hatte vor der die WestLB als Landespolitiker in Klump gefahren und sich genau damit herausgeredet, dass er eben nicht gewusst habe, was er da unterschreibt. Die Ausrede war so erfolgreich, dass er heute noch Bestechungsgelder &#8211; \u00e4hh, nein, Honorare von Leuten erh\u00e4lt, die von seinen Verantwortlichkeiten profitiert haben und vor denen er nun Vortr\u00e4ge h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Nun kann man fragen &#8222;Sind Politiker eigentlich nur bl\u00f6d?&#8220; &#8211; und die Frage zumindest insofern beantworten, dass die wirklich keine andere Idee als das Geschrei nach Geld haben. F\u00fcr echte Ideen sind die zu bl\u00f6d. Man nehme z.B. die Gr\u00fcnen-Politiker C.R., K.G.-E. oder A.H. Wenn man die reden h\u00f6rt, stellen sich nur zwei Fragen: 1) Welche Drogen nehmen die? 2) Haben denen die Drogen den Verstand weg geschossen oder war das vorher schon so?<\/p>\n<p>Andererseits haben die auch gar kein Interesse daran, sich beispielsweise um eine bessere Organisation zu k\u00fcmmern, denn 1) verstehen sie absolut nichts mehr, wenn ein Fachmann die Sache organisiert, und 2) wird dadurch sichtbar, wie \u00fcberfl\u00fcssig sie sind, denn man braucht sie nicht. Das Geschrei nach mehr Geld dient also lediglich dem Machterhalt &#8211; und nat\u00fcrlich der Wirtschaft in die eigene Tasche.<\/p>\n<p>Also, Leute, selbst wenn ihr 80% eures Einkommens an Steuern zahlen w\u00fcrdet, an dem Desaster Germany w\u00fcrde sich nichts \u00e4ndern: die Schulen w\u00fcrden weiterhin den Leuten mit M\u00fche und Not in 13 Jahren das Schreiben des eigenen Namens beibringen, die Polizei w\u00fcrde sich nur an euch, aber nicht an Spitzbuben herantrauen, Rente g\u00e4be es auch nicht mehr und bez\u00fcglich der Stra\u00dfen w\u00fcrden allenfalls noch mehr Baken und 30 km-Schilder gekauft, aber nichts repariert. Aber vielleicht haben wir irgendwann tats\u00e4chlich eigene Bananen, wenn wenigstens das M\u00e4rchen der globalen Erw\u00e4rmung stimmt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Objektiv gesehen ist Deutschland eine herabgewirtschaftete Bananenrepublik ohne Bananen. 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