{"id":1631,"date":"2018-05-23T07:57:47","date_gmt":"2018-05-23T05:57:47","guid":{"rendered":"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=1631"},"modified":"2018-05-23T07:57:47","modified_gmt":"2018-05-23T05:57:47","slug":"die-macht-der-internetkonzerne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2018\/05\/23\/die-macht-der-internetkonzerne\/","title":{"rendered":"Die Macht der Internetkonzerne"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man Polikern und Medienschwatzenden glaubt, brauchen die CEO von Google, Fakebook oder Twitter nur mit dem Finger zu schnippen, damit Leute ein bestimmtes Produkt kaufen oder eine bestimmte Partei w\u00e4hlen. Deshalb <!--more-->m\u00fcssen Zensurgesetze her, die daf\u00fcr sorgen, dass den B\u00fcrgern nur die richtigen Informationen und keine F\u00e4lschungen pr\u00e4sentiert wird und sie sich folglich die richtige und nicht irgendeine Meinung bilden. Umgesetzt wird das in D von einem Maas-M\u00e4nnchen. Was ist an dem Ganzen dran?<\/p>\n<p>Nun, auch Google ist nat\u00fcrlich nicht in der Lage, beispielsweise das Bewusstsein der Krefelder B\u00fcrger so zu beeinflussen, dass mehr als 40% am 1.10. Selbstmord begehen, und auch Amazon wird es nicht gelingen, einem eingefleischten Veganer (!) 10 kg Lammfilet aufzuschwatzen. Das ist auch gar nicht in ihrem Interesse. Die Leute wollen schlicht und einfach Geld verdienen, indem sie uns oder einem anderen etwas \u00fcber uns verkaufen. Und sie wissen sehr genau, dass das nachhaltig nur funktioniert, wenn wir auf der anderen Seite zufrieden sind. Das f\u00e4ngt beim Produkt an und geht mit der nachfolgenden Kundenbetreuung weiter. Bei Amazon und einigen anderen Internetanbietern funktioniert letzterer sehr gut, bei Fakebook hat sich das noch nicht herum gesprochen, weshalb dem Laden auch zunehmend Kunden von der Schippe springen. Bei 2 Mrd. Kunden ist das Polster nach unten dort allerdings sehr gro\u00df.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen aufgrund der gespeicherten Daten Google &amp; Co bestimmte Informationen oder Produkte weiter oben in der Rangfolge anzeigen. Und nat\u00fcrlich kann man &#8211; siehe Cambridge Analytics &#8211; auch ma\u00dfgeschneidert nach Kundenprofil etwas auf den vorderen R\u00e4ngen unterbringen, wenn man daf\u00fcr bezahlt. Aber was ist daran ehrenr\u00fchrig? Schlie\u00dflich landen vor einer Wahl in meinem Briefkasten Unmengen an SPD-Werbung, weil mein Wahlbezirk traditionell seit Jahrtausenden mehrheitlich SPD w\u00e4hlt und die Direktvertreter der anderen Parteien wissen, dass sie bei \u00fcber 70% Stimmanteil des SPD-Kandidaten nur Geld zum Fenster rauswerfen. Die Politik, die sich nun \u00fcber Google echauffiert, macht es doch selbst!<\/p>\n<p>Au\u00dferdem steht es jedem frei, auch bis Seite 10 oder 20 (von 100.000) der Google-Liste zu bl\u00e4ttern, um andere Informationen zu erhalten. Google verschweigt nur, was staatlicherseits zensiert wird, und das ist eine ganze Menge, wenn man die Google-Meldungen wie<\/p>\n<blockquote><p>17 relevante Eintr\u00e4ge wurden aufgrund von Rechtsvorschriften nicht dargestellt<\/p><\/blockquote>\n<p>mal zusammenz\u00e4hlt oder Google \u00fcber einen Tor-Exitserver au\u00dferhalb der EU aufruft. Zensur findet &#8211; im Gegensatz zu dem, was das Grundgesetz behauptet &#8211; in gro\u00dfem Ma\u00dfe bereits statt.<\/p>\n<p>Diese Informationsfreiheit gilt nat\u00fcrlich \u00fcberall. Jeder kann eine Aussage auf ihren Gehalt recherchieren. Machen leider zu wenige, das muss man eingestehen, und so ist es nat\u00fcrlich durchaus m\u00f6glich, dass einige W\u00e4hler aufgrund bezahlter Informationsreihenfolge etwas anderes w\u00e4hlen als den Parteien lieb ist. Umgekehrt ist es allerdings genauso: mit einiger Wahrscheinlichkeit w\u00e4hlen W\u00e4hler, die sich zus\u00e4tzlich informieren, ebenfalls etwas anderes als den Parteien lieb ist. Ein Teufelskreis (?)<\/p>\n<p>Vom Standpunkt der Demokratie aus betrachtet w\u00e4re es einfach, das Fakenews-Problem zu beheben: man muss den Leuten nur gen\u00fcgend Bildung zukommen lassen, um zu erreichen, dass sie nicht nur die ersten Informationen lesen, sondern weiter forschen. Das kostet gar nicht mal viel Zeit. Viele regen sich 3 Minuten \u00fcber eine Schlagzeile auf, und die Zeit w\u00fcrde meist schon gen\u00fcgen, hinter die Schlagzeile zu schauen, wenn man \u00fcber die entsprechende methodische Bildung verf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Vom Standpunkt der Parteien ist das jedoch der falsche Weg. Der W\u00e4hler muss grunds\u00e4tzlich v\u00f6llig verbl\u00f6det sein, um nicht zu bemerken, in welchem Umfang er verarscht wird, und dieses Ziele haben Gr\u00fcne und Rote inzwischen erreicht. Selbst viele Abiturienten sind kaum noch in der Lage, die Rechnung beim Lebensmitteldiscounter per Hand zu \u00fcberpr\u00fcfen, und halten den Dreisatz f\u00fcr eine olympische Disziplin. Nur so kann man die Masse so steuern, dass sie den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen politischen Unfug auch noch bejubelt und glaubt.<\/p>\n<p>Dumm nur, dass auch andere auf dem Klavier spielen k\u00f6nnen. Trump hat angeblich nur wegen russischer Fakebook-Intervention die Pr\u00e4sidentenwahl gewonnen und nicht, weil es den Leuten beschissen geht und sie die Schnauze voll von den korrupten Hauptstadtpolitikern haben. Wobei vermutlich trotz allem vielen bewusst ist, dass sie den Teufel mit Beelzebub austreiben, ihnen das aber inzwischen v\u00f6llig egal ist, Hauptsache, man kann den alten Spacken endlich eins auswischen.<\/p>\n<p>Also muss eine Zensur her. Oder eine Datenschutzverordnung. Am Besten beides. Die Zensur kann man nutzen, um Informationen auszuschlie\u00dfen (s.o.), die Datenschutzverordnung, um die Konzerne abzuzocken, wenn die nicht willig die politisch genehme Reihenfolge der Informationen einhalten. Anders ausgedr\u00fcckt: die Politker sorgen durch Verbl\u00f6dung des Volkes und Druck auf die Konzerne genau daf\u00fcr, f\u00fcr was sie die Konzerne anklagen, n\u00e4mlich eine massive Einflussnahme auf den B\u00fcrger.<\/p>\n<p>Und die Konzerne? Die wollen Geld verdienen, nicht die Demokratie f\u00f6rdern oder beseitigen. Und Geld verdienen k\u00f6nnen sie am Besten, wenn sie in Deutschland nach den Zensurregeln der Bundesregierung, in China nach den Regel von Xi und sonstwo nach den dortigen Zensurregeln arbeiten. Was sie im Hintergrund mit irgendwelchen Daten machen, k\u00f6nnen gerade die politische Volltrottel am Wenigsten kontrollieren oder beurteilen. Die Macht der Internetkonzerne wird \u00fcbersch\u00e4tzt und verzerrt dargestellt. Die eigentliche Gefahr geht von so genannten demokratischen Politikern aus, auch bei uns.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man Polikern und Medienschwatzenden glaubt, brauchen die CEO von Google, Fakebook oder Twitter nur mit dem Finger zu schnippen, damit Leute ein bestimmtes Produkt kaufen oder eine bestimmte Partei w\u00e4hlen. 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