{"id":1385,"date":"2018-02-21T12:40:12","date_gmt":"2018-02-21T11:40:12","guid":{"rendered":"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=1385"},"modified":"2018-02-21T12:40:12","modified_gmt":"2018-02-21T11:40:12","slug":"round-up","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2018\/02\/21\/round-up\/","title":{"rendered":"Round Up !"},"content":{"rendered":"<p>Round Up ist ja einer der Lieblingsgegner der gr\u00fcnen Spacken, weil sie es f\u00fcr m\u00f6glicherweise krebserregend halten. Die Ansicht zeigt aber nur, dass Gr\u00fcne noch nicht mal Lesen k\u00f6nnen, denn auf der Packung steht laut und deutlich<!--more--> &#8222;extrem giftig f\u00fcr Wasserorganismen&#8220;. Um das mal auf dem geistigen Niveau eines Gr\u00fcnen zu erkl\u00e4ren (vermutlich schaffe ich es nicht, mich so weit herunter zu schrauben): wenn ihr ein Glas Round Up in einen Teich sch\u00fcttet, ist der Krebs nicht etwa erregt sondern tot! Capiche?<\/p>\n<p>Unter den hiesiegen Einsatzbedingungen besteht auch keine Gefahr, mit dem Zeug in Kontakt zu kommen, es sei denn, man legt sich zur passenden Zeit aufs Feld. In Europa wird Round Up f\u00fcr Zwischensaaten verwendet: nach der Ernte bringen Bauern oft Pflanzen wie Senf und andere Kreuzbl\u00fcter aus, die aber nicht geernet, sondern als Gr\u00fcnd\u00fcngung untergepfl\u00fcgt werden. Um st\u00f6rende keimende Samen dieser Zwischensaat sp\u00e4ter zu vermeiden, wird diese mit Round Up abget\u00f6tet. \u00c4hnlich wird das Zeug eingesetzt, wenn Fruchtwechsel stattfinden sollen. In eine Produktionssaat wird Round Up jedoch nicht eingebracht, da die gentechnisch ver\u00e4nderten Pflanzen, die man dann ben\u00f6tigt, hier gar nicht zugelassen sind.<\/p>\n<p>Andernorts auf der Welt geht man weniger zur\u00fcckhaltend mit Round Up um und s\u00e4ht gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen aus, die das Zeug \u00fcberleben, w\u00e4hrend die unerw\u00fcnschten Pflanzen beseitigt werden. Das Verfahren ist gef\u00e4hrlich, aber nicht aus den Gr\u00fcnden, die sich gr\u00fcne Gehirne ausdenken. Die Biologen wissen seit 30 Jahren, dass in der Natur Genaustausch zwischen verschiedenen Spezies \u00fcber Bakterien und Viren im gro\u00dfen Umfang stattfindet. Vermutlich spielt dieser Austausch bei der Artendifferenzierung eine wesentlich gr\u00f6\u00dfere Rolle als Mutationen. Inzwischen sind die &#8222;Unkr\u00e4uter&#8220; vielerorts ebenfalls gegen Round Up immun, aber eben nicht, weil einzelne Mutationen das \u00dcberleben gef\u00f6rdert haben, sondern weil gleichzeitiges Wachstum eben den nat\u00fcrlichen Genaustausch erm\u00f6glicht. Es ist gut m\u00f6glich, dass Round Up in abesehbarer Zeit in diesen Regionen unbrauchbar ist, und es bleibt zu hoffen, dass die mechanischen Methoden mittels Robotern, die mehr oder weniger serienreif sind, die Funktion \u00fcbernehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wo wir schon mal dabei sind: nat\u00fcrlich muss nach gr\u00fcner Ansicht alles aus &#8222;biologischem Anbau&#8220; stammen, wobei biologischer Anbau vermutlich bedeutet, dass ein Bauer in Anatolischer Tracht (Deutsche Kleidung w\u00e4re ja schon wieder rassistisch) hinter seinen den Pflug ziehenden Ochsen herl\u00e4uft. Die schiere Zahl der Menschen verlangt allerdings eine Hochleistungslandwirtschaft, um alle zu ern\u00e4hren. Die romatischen Vorstellungen w\u00e4ren mit einem so starken R\u00fcckgang der Ertr\u00e4ge verbunden, dass viele verhungern w\u00fcrden. Als Beispiel sei an die Hungerblockade der Briten gegen Deutschland im und nach dem 1. WK erinnert. Obwohl das Land damals um 50% gr\u00f6\u00dfer war als heute, sind ca. 1 Million Menschen verhungert. Hochleistungspflanzen und -Tiere erfordern aber andere Bedingungen als die nat\u00fcrlichen Vorl\u00e4ufer. Ohne Pflege, wozu auch Agrarchemikalien geh\u00f6ren, funktioniert es eben nicht, wenn alle satt werden sollen.<\/p>\n<p>Geradezu r\u00fchrend mutet die Forderung an, sich aus regionalem Anbau zu versorgen. Regional bedeutet: im Winter und Fr\u00fchjahr gibt es Kartoffeln und Griessuppe, sonst nichts. Das, was Gr\u00fcnen f\u00fcr eine ausgewogene vegane Ern\u00e4hrung vorschwebt, wird von \u00fcberall aus der Welt hier hin gekarrt, und da alles vernetzt ist, wird auch von uns vieles in andere L\u00e4nder gekarrt, frei nach dem vern\u00fcnftigen Grundsatz &#8222;baut es dort an, wo es am besten w\u00e4chst&#8220;. Und das ist bei Reis oder Soja nun mal nicht eines der Bundesl\u00e4nder, und Broccoli w\u00e4chst auch nicht freiwillig bei -5\u00b0C in Meck-Pomm, blo\u00df weil ein Veganer das Zeug zum Mittagessen will.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Round Up ist ja einer der Lieblingsgegner der gr\u00fcnen Spacken, weil sie es f\u00fcr m\u00f6glicherweise krebserregend halten. 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