{"id":1326,"date":"2018-02-01T07:59:03","date_gmt":"2018-02-01T06:59:03","guid":{"rendered":"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=1326"},"modified":"2018-02-01T07:59:03","modified_gmt":"2018-02-01T06:59:03","slug":"bloss-nicht-systematisch-vorgehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2018\/02\/01\/bloss-nicht-systematisch-vorgehen\/","title":{"rendered":"Blo\u00df nicht systematisch vorgehen!"},"content":{"rendered":"<p>Leute m\u00fcssen von A nach B, mit Betonung auf M\u00dcSSEN. Sp\u00e4ter m\u00fcssen die meisten auch wieder zur\u00fcck von B nach A. Um das zu bewerkstelligen, k\u00f6nnen sie die Methoden a, b und c verwenden, oder auch A mit C und B mit D vertauschen, wenn das g\u00fcnstiger sein sollte. Die meisten benutzen a, aber aus irgendwelchen Gr\u00fcnden w\u00e4re <!--more-->die Benutzung von b oder c politisch w\u00fcnschenswert. Zu Abstrakt?<\/p>\n<p>Kurzfassung: die Leute wohnen im Umfeld der Gro\u00dfstadt und m\u00fcssen t\u00e4glich zur Arbeit. Dazu k\u00f6nnen sie das Auto, den \u00d6PNV oder das Fahrrad verwenden. Die meisten nehmen das Auto, umziehen in die Stadt kommt aus verschiedenen Gr\u00fcnden nicht in Frage, und die Arbeitsstelle zieht auch nicht um. Nun ist das Auto heute iih-ba-pfui, und \u00d6PNV oder Fahrrad w\u00e4ren politisch gewollter.<\/p>\n<p>Wie bekommt man nun die Leute dazu, von a auf b umzusteigen? Dazu k\u00f6nnte man zun\u00e4chst einmal dar\u00fcber nachdenken, ob man die Umst\u00e4nde, die a zum ideologischen Problem machen, nicht vermindern kann. Schlie\u00dflich k\u00f6nnen Autofahrer beispielsweise wenig daf\u00fcr, wenn Baustellenmanagement und Verkehrsf\u00fchrung einfach nur bescheuert sind. Sodann sollte man sich fragen, warum sie a benutzen und nicht b oder c. Fahrradfahren funktioniert beispielsweise nicht bei jedem Wetter und auch nicht \u00fcber lange Wege, \u00d6PNV nicht, wenn kein Bus kommt, wenn man ihn braucht, und man lange Fu\u00dfwege in Kauf nehmen muss. Und ebenfalls wichtig: k\u00f6nnen b und c das leisten? Wohin mit dem Fahrrad &#8211; auch die Stellpl\u00e4tze sind heute schon \u00fcberlastet und man m\u00fcsste sich etwas Neues einfallen lassen, und Busse und Bahnen sind zu den Sto\u00dfzeiten heute schon voll und k\u00f6nnten die erhofften Massen von Umsteigern gar nicht bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Auf den Punkt gebracht: wenn man die Benutzung von b statt a will, muss man die Nutzer von a fragen, wie b gestaltet sein muss, damit b eine interessante Alternative w\u00e4re. Beim \u00d6PNV w\u00e4ren die Antworten vermutlich: 5-10 Minuten-Takt, max. 200 m zur Haltestelle, preiswerter als der Spritfresser. Dann kann man \u00fcberlegen, wie man vom heutigen Zustand &#8211; 30-60 Minuten-Takt, 500 m zur Haltestelle, 1xBusfahren so teuer wie 3x mit dem Auto &#8211; zum Zielzustand gelangt. Erfahrungen aus anderen L\u00e4ndern, wo man so gedacht hat, zeigen: das funktioniert tats\u00e4chlich.<\/p>\n<p>Die deutsche L\u00f6sung sieht allerdings anders aus. Man beginnt mit einer Unterstellung: die Leute verwenden a nicht deshalb, weil sie m\u00fcssen, sondern steigen nur aus purer Nickeligkeit nicht auf b um, und in den Stau stellen sie sich gerne, weil das ein Ersatz f\u00fcr soziale Netzwerke darstellt und nicht etwa, weil der Weg mit B noch l\u00e4nger dauert. Die B\u00f6swilligkeit der Leute unterstellt sind die L\u00f6sungen dann recht einfach.<\/p>\n<ol>\n<li>a muss deutlich teurer werden, um die fehlende Attraktivit\u00e4t von b auszugleichen. An b wird nichts ge\u00e4ndert, denn das ist schon hyperoptimiert. Notfalls denkt man \u00fcber Verbote von a nach, wobei das von-A-nach-B-M\u00dcSSEN keine Rolle spielt.<\/li>\n<li>Da b nun mehr leisten muss, muss leider auch b deutlich teurer werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Auf den Punkt gebracht: man zockt die Leute ab, ohne wirklich an einer Probleml\u00f6sung zu arbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leute m\u00fcssen von A nach B, mit Betonung auf M\u00dcSSEN. Sp\u00e4ter m\u00fcssen die meisten auch wieder zur\u00fcck von B nach A. Um das zu bewerkstelligen, k\u00f6nnen sie die Methoden a, b und c verwenden, oder auch A mit C und B mit D vertauschen, wenn das g\u00fcnstiger sein sollte. 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