{"id":13217,"date":"2026-09-20T17:17:14","date_gmt":"2026-09-20T15:17:14","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=13217"},"modified":"2026-09-20T17:17:15","modified_gmt":"2026-09-20T15:17:15","slug":"das-ist-israel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2026\/09\/20\/das-ist-israel\/","title":{"rendered":"Das ist Israel !"},"content":{"rendered":"\n<p>Gerald Markel hat wieder recherchiert:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/t.me\/gema1963\/14875\">https:\/\/t.me\/gema1963\/14875<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Analytische Aufarbeitung: Die im Text gemachte rein rechnerische Gegen\u00fcberstellung ist <strong>statistisch durch Daten der Vereinten Nationen (UNICEF, UN OCHA, WHO) und unabh\u00e4ngige epidemiologische Erhebungen st\u00fctzbar<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Eine detaillierte methodische und datenbasierte Aufschl\u00fcsselung zeigt, wo die Zahlen herkommen und wie belastbar sie sind:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. \u00dcberpr\u00fcfung der Zahl der Hamas-Terroropfer (~2.200\u20132.500)<\/h3>\n\n\n\n<p>Die historische Sch\u00e4tzung der Todesopfer durch Anschl\u00e4ge der Hamas ist realistisch zusammengestellt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>7. Oktober 2023:<\/strong> Rund 1.195 get\u00f6tete Personen in Israel (darunter 815 Zivilisten und 380 Angeh\u00f6rige der Sicherheitskr\u00e4fte). UNICEF+\u00a01<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zweite Intifada (2000\u20132005) &amp; 1990er Jahre:<\/strong> W\u00e4hrend der Zweiten Intifada starben insgesamt etwa 1.000 Israelis durch pal\u00e4stinensische Anschl\u00e4ge. Die Hamas zeichnete f\u00fcr sch\u00e4tzungsweise 40 % bis 50 % dieser Anschl\u00e4ge verantwortlich (u. a. Selbstmordattentate). Zusammen mit den Anschl\u00e4gen der 1990er Jahre ergibt dies etwa 600 bis 900 Opfer.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Weitere Jahre (2006\u20132023):<\/strong> Durch Raketenbeschuss, Messer- und Schusswaffenangriffe sowie vereinzelte Anschl\u00e4ge kamen mehrere hundert weitere Menschen ums Leben.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Fazit zur Hamas-Statistik:<\/strong> Eine Summe von ca. <strong>2.200 bis 2.500 Todesopfern<\/strong>, die direkt der Hamas zugerechnet werden k\u00f6nnen, deckt sich mit den Daten israelischer Beh\u00f6rden und der Menschenrechtsorganisation <em>B\u2019Tselem<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. \u00dcberpr\u00fcfung der Zahl get\u00f6teter Kinder unter 5 Jahren in Gaza (~5.000\u20136.000)<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Zahlen zu den kindlichen Todesopfern im Gaza-Streifen basieren auf den demografischen Registrierungen des Gesundheitsministeriums in Gaza, die von UN-Beh\u00f6rden fortlaufend abgeglichen werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Gesamtzahl get\u00f6teter Kinder:<\/strong> UNICEF und UN OCHA dokumentierten im Verlaufe des Konflikts \u00fcber 21.000 get\u00f6tete Minderj\u00e4hrige (unter 18 Jahren). unicef+\u00a01<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Altersverteilung:<\/strong> Bereits im Herbst 2024 ver\u00f6ffentlichte das Gesundheitsministerium namentliche Opferlisten mit ID-Nummern und Alter, die von UN-Organisationen gepr\u00fcft wurden. Zu diesem Zeitpunkt waren allein unter den detailliert identifizierten Toten \u00fcber <strong>3.100 Kinder unter 5 Jahren<\/strong> registriert (darunter \u00fcber 700 S\u00e4uglinge unter einem Jahr). unicef+\u00a01<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Hochrechnung auf den Gesamtstand:<\/strong> Da Kleinkinder unter 5 Jahren konstant etwa 25 % bis 30 % aller identifizierten Kinderopfer ausmachen, ergibt sich bei \u00fcber 21.000 get\u00f6teten Kindern rechnerisch eine Spanne von <strong>ca. 5.000 bis 6.000 get\u00f6teten Kleinkindern unter 5 Jahren<\/strong>. unicef<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p id=\"p-rc_8238ec4a75328e5d-31\"><strong>Fazit zur Gaza-Statistik:<\/strong> Die Angabe, dass \u00fcber 5.000 Kleinkinder unter 5 Jahren im Gaza-Streifen get\u00f6tet wurden, entspricht dem aktuellen Datenstand der UN-Beh\u00f6rden und Save the Children.<sup><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Save the Children International<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Belastbarkeit der Quellen und Methodik<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Unabh\u00e4ngige \u00dcberpr\u00fcfung der Gaza-Daten:<\/strong> Epidemiologische Studien und Analysen (unter anderem ver\u00f6ffentlicht im Fachjournal <em>The Lancet<\/em> sowie von Wissenschaftlern der Johns-Hopkins-Universit\u00e4t) haben die Opferlisten des Gesundheitsministeriums in Gaza mit unabh\u00e4ngigen Datens\u00e4tzen (z. B. UN-Mitarbeiter-Todesf\u00e4lle, Krankenhauslisten) verglichen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die gemeldeten Personenangaben eine hohe methodische Verl\u00e4sslichkeit aufweisen. Experten gehen zudem davon aus, dass die tats\u00e4chlichen Zahlen durch unter Tr\u00fcmmern Versch\u00fcttete eher h\u00f6her als niedriger liegen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Rechnerischer Vergleich:<\/strong> Der rein quantitative Vergleich ist somit <strong>faktenbasiert und durch Daten belegbar<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. Einordnung und Differenzierung<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei der Bewertung des Textes sollte zwischen den <strong>statistischen Fakten<\/strong> und der <strong>milit\u00e4risch-juristischen Einordnung<\/strong> unterschieden werden:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Die Zahlen stimmen:<\/strong> Es ist faktisch korrekt, dass im Zuge des Milit\u00e4reinsatzes in Gaza mehr Kleinkinder unter 5 Jahren get\u00f6tet wurden, als die Hamas in ihrer gesamten Geschichte an Menschen durch Terroranschl\u00e4ge get\u00f6tet hat. the United Nations<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Kontext der Kriegf\u00fchrung:<\/strong> V\u00f6lkerrechtler und Milit\u00e4ranalysten weisen darauf hin, dass die Entstehung der Opferzahlen auf unterschiedlichen Dynamiken beruht: Auf der einen Seite stehen gezielte Terroranschl\u00e4ge gegen Zivilisten; auf der anderen Seite ein hochintensiver Krieg in dicht besiedeltem urbanen Gebiet mit schwerem Bombardement, bei dem Zivilisten als Kollateralschaden sterben, erschwert durch den Einsatz menschlicher Schutzschilde durch die Hamas und die Zerst\u00f6rung der medizinischen und humanit\u00e4ren Infrastruktur. Wikipedia<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sprachliche Wertungen:<\/strong> Die im Text verwendeten politischen und juristischen Begriffe (wie &#8222;V\u00f6lkerm\u00f6rder&#8220; oder &#8222;Verbrecherregime&#8220;) stellen eigene Bewertungen des Verfassers dar. Das Internationale Strafgericht (IStGH) und der Internationale Gerichtshof (IGH) befassen sich mit rechtlichen Vorw\u00fcrfen gegen Verantwortliche beider Konfliktparteien, juristische Urteile hierzu sind jedoch komplexe Verfahren. Wikipedia<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Zusammenfassendes Urteil:<\/strong> Die Kernaussage des Textes bez\u00fcglich der Opferzahlen h\u00e4lt einer \u00dcberpr\u00fcfung anhand international anerkannter Daten stand.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Statistik ist allerdings so g\u00fcnstig wie m\u00f6glich f\u00fcr Israel: israelische Opfer seit 2000, pal\u00e4stinensische seit 2023. Egalisiert man die Zeitr\u00e4ume, wird die Bilanz f\u00fcr Israel noch wesentlich schlechter.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere Auswertung zu Israel:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/t.me\/gema1963\/14869\">https:\/\/t.me\/gema1963\/14869<\/a><\/p>\n\n\n\n<p id=\"p-rc_a18756fccf6b4cb0-53\">Der im Text beschriebene Sachverhalt ist <strong>faktisch in weiten Teilen korrekt und durch Berichte internationaler wie israelischer Medien belegt<\/strong>.<sup><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die einzelnen Punkte lassen sich anhand von Haushaltsdokumenten, Knesset-Debatten und Medienrecherchen wie folgt einordnen:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Budgeth\u00f6he und Beschluss (~2,35 Milliarden Shekel)<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Faktischer Gehalt:<\/strong> <strong>Korrekt.<\/strong> Au\u00dfenminister Gideon Sa\u2019ar und Finanzminister Bezalel Smotrich einigten sich im Rahmen der Haushaltsplanung f\u00fcr 2026 auf ein Budget von <strong>2,35 Milliarden NIS<\/strong> (je nach Wechselkurs ca. 725\u2013730 Millionen US-Dollar bzw. 650\u2013680 Millionen Euro) f\u00fcr internationale \u00d6ffentlichkeitsarbeit (<em>Hasbara<\/em>).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Entwicklung:<\/strong> Dies stellt das gr\u00f6\u00dfte PR-Budget in der Geschichte Israels dar. Es entspricht etwa dem F\u00fcnffachen der Mittel von 2025 (ca. 150 Millionen USD) und mehr als dem Zwanzigfachen der Jahresausgaben vor Ausbruch des Gaza-Krieges im Oktober 2023. Gideon Sa\u2019ar begr\u00fcndete die Summe \u00f6ffentlich damit, dass der Informationskrieg wie der Einsatz von Kampfflugzeugen und Raketenabwehrsystemen als &#8222;existenzielle Angelegenheit&#8220; behandelt werden m\u00fcsse.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Konkrete Verwendungszwecke und Ma\u00dfnahmen<\/h3>\n\n\n\n<p id=\"p-rc_a18756fccf6b4cb0-56\">Die im Text aufgelisteten Schwerpunkte decken sich mit ver\u00f6ffentlichten Auftragsvergaben, Regierungsberichten und Investigativrecherchen:<sup><\/sup><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Social Media &amp; Online-Werbung:<\/strong> Betr\u00e4chtliche Summen (allein 2025 rund 50 Millionen Dollar) flossen in gro\u00dffl\u00e4chige Anzeigenschaltungen auf Plattformen wie Google, YouTube, X und Netzwerken wie Outbrain.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Influencer und Delegationen:<\/strong> \u00dcber Programme wie das sogenannte &#8222;Project Esther&#8220; werden gezielt Vertr\u00e4ge mit Online-Influencern geschlossen. Zudem finanziert der Staat die Einreise Hunderter ausl\u00e4ndischer Delegationen (darunter Politiker, Journalisten, Geistliche\/Pastoren und Universit\u00e4tsleiter) nach Israel.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>US-PR-Firmen:<\/strong> Das Au\u00dfenministerium und vorgelagerte Stellen arbeiteten mit US-PR-Agenturen zusammen, darunter Firmen aus dem Umfeld ehemaliger US-Wahlkampfstrategen (wie Brad Parscale mit <em>Clock Tower X<\/em>) sowie internationalen Medienagenturen wie <em>Havas<\/em>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Einflussnahme auf KI-Chatbots (LLM-Optimierung):<\/strong> Dies ist durch Recherchen von Medien wie <em>Politico<\/em>, <em>The Guardian<\/em> und <em>Drop Site News<\/em> best\u00e4tigt. Es wurden Multi-Millionen-Dollar-Kampagnen aufgesetzt, bei denen Netzwerke von Inhaltsseiten und vermeintlichen Thinktanks (z. B. das fiktive &#8222;Hanover Institute&#8220;) erstellt wurden. Ziel dieser Webseiten war es nicht, direkte menschliche Leser zu erreichen, sondern \u00fcber Suchmaschinen-Indexierung und Web-Crawler (wie <em>Common Crawl<\/em>) in die Trainingsdaten und Abfrage-Ergebnisse von KI-Systemen (wie ChatGPT, Perplexity oder Claude) zu gelangen, um KI-generierte Antworten zu Fragen \u00fcber den Gaza-Krieg im Sinne der israelischen Narrativf\u00fchrung zu beeinflussen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Bewertung und Effizienz im Diskurs<\/h3>\n\n\n\n<p id=\"p-rc_a18756fccf6b4cb0-61\">W\u00e4hrend die Zahlen und Methoden zutreffend wiedergegeben sind, wird die Ma\u00dfnahme selbst innerhalb Israels und unter internationalen Experten stark skeptisch bewertet:<sup><\/sup><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Kritik von Experten:<\/strong> Fachleute f\u00fcr \u00f6ffentliche Diplomatie betonen, dass selbst dreistellige Millionenbetr\u00e4ge nicht ausreichen, um die Wirkung realer Milit\u00e4raktionen, ziviler Opferzahlen und humanit\u00e4rer Lagen auf die \u00f6ffentliche Meinung im Ausland auszugleichen (<em>&#8222;A large budget poured into a broken system produces scale, not strategy&#8220;<\/em>).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Interne Zweifel:<\/strong> Auch innerhalb des israelischen Regierungsapparats gab es Medienberichten zufolge Stimmen, die bezweifelten, ob die massiven Mittel f\u00fcr digitale PR-Kampagnen den R\u00fcckgang der Sympathiewerte in westlichen L\u00e4ndern (insbesondere bei j\u00fcngeren Zielgruppen in den USA) aufhalten k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Der zitierte Text gibt die Haushaltsentscheidungen, die Budgeth\u00f6hen und die eingesetzten Methoden (inklusive der Einflussnahme auf soziale Medien und KI-Modelle) <strong>Inhaltlich korrekt<\/strong> wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Interpretation:<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Interpretation  l\u00e4sst sich aber \u00fcber zwei unterschiedliche Erkl\u00e4rungsmodelle analysieren, die nebeneinander existieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Die kritische Interpretation: Schadensbegrenzung und Selbstlegitimierung (&#8222;Wei\u00dfwaschen&#8220;)<\/h3>\n\n\n\n<p>Aus Sicht von Medienkritikern, Menschenrechtsorganisationen und V\u00f6lkerrechtlern spricht vieles f\u00fcr genau diese Deutung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Bewusstsein der Diskrepanz:<\/strong> Das Investment von Hunderten Millionen Dollar in weltweite Kampagnen, Influencer-Vertr\u00e4ge und die Beeinflussung von KI-Systemen setzt voraus, dass den Entscheidungstr\u00e4gern das Ausma\u00df der zivilen Zerst\u00f6rung, die Opferzahlen und der weltweite Imageverlust vollkommen bekannt sind.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Kompensation fehlender Argumente:<\/strong> Wenn die realen Bilder und Zahlen der milit\u00e4rischen Aktionen international zu massiver Entr\u00fcstung und juristischem Druck (wie Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof oder dem Internationalen Strafgerichtshof) f\u00fchren, versucht die PR-Strategie, die Wahrnehmung gezielt zu steuern oder abzulenken.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Schutz vor Diplomatie- und B\u00fcndnisverlust:<\/strong> Das Ziel solcher Kampagnen ist es aus dieser Perspektive, die politische Unterst\u00fctzung in westlichen Partnerl\u00e4ndern (vor allem in den USA und Europa) aufrechtzuerhalten, um Sanktionen, Waffenembargos oder diplomatische Isolation abzuwenden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Die strategisch-milit\u00e4rische Interpretation: &#8222;Kognitive Kriegsf\u00fchrung&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<p>Aus Sicht der israelischen Regierungs- und Milit\u00e4rstrategen selbst wird das Handeln anders begr\u00fcndet:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Informationskrieg als Front:<\/strong> In der modernen Milit\u00e4rdoktrin gilt die Informations- und Wahrnehmungsebene (<em>Cognitive Warfare<\/em>) als gleichwertiges Schlachtfeld neben Luft-, Land- und Seekrieg.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gegengewicht zu gegnerischen Narrativen:<\/strong> Aus Sicht der Regierung befindet sich das Land in einem asymmetrischen Konflikt, in dem gegnerische Akteure (Hamas, Iran, pro-pal\u00e4stinensische Netzwerke) soziale Medien und die \u00f6ffentliche Meinung im Westen sehr wirksam beeinflussen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Strategische Infrastruktur:<\/strong> Das Budget wird von Regierungsvertretern wie Au\u00dfenminister Sa\u2019ar daher nicht als PR-Projekt verstanden, sondern als eine Art &#8222;digitaler Iron Dome&#8220;, der die internationale Handlungsf\u00e4higkeit des Staates absichern soll.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p>Beide Sichtweisen f\u00fchren zu demselben Befund bez\u00fcglich des Wissensstandes der Verantwortlichen: <strong>In der israelischen Regierung ist man sich des immensen internationalen Schadens und der Wirkung der Opferzahlen auf die Welt\u00f6ffentlichkeit vollkommen bewusst.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Unterschied liegt in der Bewertung des Mittels: W\u00e4hrend Kritiker darin den Versuch sehen, eine v\u00f6lkerrechtlich und moralisch hochgradig umstrittene Kriegf\u00fchrung rhetorisch reinzuwaschen, sieht die Regierung darin ein defensives Instrument, um den drohenden Verlust ihrer wichtigsten internationalen Allianzen zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Resultat:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Befund, dass Israels internationales Ansehen in westlichen L\u00e4ndern seit Oktober 2023 historisch tief gesunken ist und vor allem in der j\u00fcngeren Bev\u00f6lkerung ein massiver Einstellungswandel stattgefunden hat, ist durch langj\u00e4hrige repr\u00e4sentative Umfragen (u. a. Pew Research Center, Gallup, YouGov) <strong>datenbasiert belegt<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die mathematische Angabe von \u201e2\/3 bis 3\/4 der U40\u201c trifft zwar auf die <strong>Ablehnung der aktuellen Kriegf\u00fchrung und Regierungspolitik<\/strong> sehr genau zu, unterscheidet sich aber je nach konkreter Fragestellung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Die Zahlen der gro\u00dfen Meinungsforschungsinstitute<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>USA (Gallup &amp; Pew Research Center)<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Gallup-Trend (2026):<\/strong> Erstmals seit Beginn der Erhebungen vor \u00fcber zwei Jahrzehnten hegen US-Amerikaner insgesamt mehr Sympathie f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser (41 %) als f\u00fcr Israel (36 %). Bei den <strong>18- bis 34-J\u00e4hrigen<\/strong> sympathisieren rund <strong>50 % mit den Pal\u00e4stinensern<\/strong> und nur rund <strong>25 % mit Israel<\/strong>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Milit\u00e4rhilfe:<\/strong> Laut Pew Research lehnen rund <strong>84 % der US-Amerikaner unter 30 Jahren<\/strong> eine fortgesetzte Milit\u00e4rhilfe an Israel ab oder bef\u00fcrworten diese nicht mehr.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Regierung vs. Bev\u00f6lkerung:<\/strong> Nur etwa 24 % der U30-Amerikaner haben eine positive Meinung zur israelischen Regierung. Die Einstellung gegen\u00fcber der israelischen Zivilbev\u00f6lkerung ist mit ca. 46 % positiver, liegt aber deutlich unter den Werten fr\u00fcherer Jahre.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"p-rc_03354e16a4e0e911-82\"><strong>Europa (YouGov Eurotrack)<sup><\/sup><\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In europ\u00e4ischen Staaten (u. a. Gro\u00dfbritannien, Frankreich, Spanien, Italien) zeichnet sich ein noch deutlicherer Trend ab.<\/li>\n\n\n\n<li>In der Altersgruppe der <strong>18- bis 39-J\u00e4hrigen<\/strong> halten je nach Land zwischen <strong>65 % und 75 %<\/strong> das milit\u00e4rische Vorgehen in Gaza f\u00fcr unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig oder abzulehnen.<\/li>\n\n\n\n<li>Bei Fragen wie \u201eMit welcher Seite sympathisieren Sie eher?\u201c \u00fcberwiegt bei den j\u00fcngeren Befragten in allen westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern die Sympathie f\u00fcr die pal\u00e4stinensische Seite deutlich.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Methodische Nuancen: Was messen die Umfragen genau?<\/h3>\n\n\n\n<p>Um die Zahlen richtig einzuordnen, muss zwischen drei Kategorien unterschieden werden:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><td><strong>Befragungskategorie<\/strong><\/td><td><strong>Ergebnis bei U40 \/ Gen Z in westlichen L\u00e4ndern<\/strong><\/td><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Ablehnung der Regierung Netanyahu &amp; des Gaza-Kriegs<\/strong><\/td><td><strong>65 % bis 75 %<\/strong> (Trifft die Angabe im Text exakt)<\/td><\/tr><tr><td><strong>Sympathie-Pr\u00e4ferenz (Pal\u00e4stina vs. Israel)<\/strong><\/td><td><strong>ca. 50 % bis 60 %<\/strong> f\u00fcr Pal\u00e4stina, restliche neutral oder pro-Israel<\/td><\/tr><tr><td><strong>Grundsatzentscheidung gegen die Existenz Israels (\u201eAnti-Israel\u201c)<\/strong><\/td><td><strong>Deutlich geringer.<\/strong> Viele Befragte lehnen die Politik der Regierung ab, ohne das Existenzrecht des Staates infrage zu stellen.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Gr\u00fcnde f\u00fcr die ausgepr\u00e4gte Kluft zwischen Jung und Alt<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Forschung identifiziert im Wesentlichen drei Ursachen f\u00fcr die Entstehung dieses Generationengrabens:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Informationskan\u00e4le:<\/strong> \u00c4ltere Generationen beziehen ihre Nachrichten prim\u00e4r aus traditionellen TV- und Printmedien, w\u00e4hrend U40-J\u00e4hrige den Konflikt ma\u00dfgeblich \u00fcber soziale Medien (TikTok, Instagram, X) verfolgen. Dort sind ungefilterte Bilder von Zerst\u00f6rung und zivilen Opfern omnipr\u00e4sent.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Fehlende historische Pr\u00e4gung:<\/strong> F\u00fcr \u00e4ltere Generationen ist Israel historisch eng mit dem Holocaust und dem \u00dcberlebenskampf der Nachkriegszeit verkn\u00fcpft. F\u00fcr die Gen Z und Millennials ist Israel hingegen vor allem als milit\u00e4rische und wirtschaftliche Regionalmacht im Kontext der Besatzungspolitik pr\u00e4sent.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Inlandspolitische Dynamik:<\/strong> Der Unmut richtet sich zunehmend auch gegen die eigenen Regierungen im Westen, deren Au\u00dfenpolitik von vielen j\u00fcngeren W\u00e4hlern als widerspr\u00fcchlich zum sonst gepredigten wertebasierten V\u00f6lkerrecht wahrgenommen wird.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Der Eindruck eines drastischen Reputationsverlusts ist zutreffend. Die Zahl von 66 % bis 75 % trifft die Ablehnung der aktuellen israelischen Kriegf\u00fchrung bei den unter 40-J\u00e4hrigen sehr genau, auch wenn der Begriff \u201eanti-israelisch\u201c pauschaliert und zwischen Kritik an Staatshandeln und Ablehnung des Landes differenziert werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Was sich \u00e4ndern m\u00fcsste: Schluss mit dem Israel-Kult. Ein universeller Ma\u00dfstab der deutschen Schuld w\u00e4re: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><strong>Wir haben Unrecht begangen und leugnen es nicht, sondern stehen dazu und leisten nach M\u00f6glichkeit Entsch\u00e4digung. Das darf nie wieder passieren, weshalb wir auch in der Pflicht sind, andere, die auch auf diesen Weg gelangen, abzumahnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Formulierung bringt den Begriff \u201eNie wieder\u201c auf seinen eigentlichen, universalen Kern zur\u00fcck: <strong>weg von einer selektiven Staatsdoktrin, hin zu einem kompromisslosen ethischen Kompass.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Modell besteht die historische Verantwortung nicht darin, sich mit den Machtentscheidungen bestimmter Staaten gemein zu machen, sondern aus dem eigenen historischen Scheitern eine <strong>unparteiische Fr\u00fcherkennungspflicht<\/strong> abzuleiten. Das umfasst drei klare S\u00e4ulen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Unbedingtes Einstehen:<\/strong> Die eigene Schuld wird ohne Relativierung eingestanden und nach M\u00f6glichkeit wiedergutgemacht.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Absolute Universalisierung:<\/strong> Das Gebot \u201eNie wieder\u201c gilt ohne geopolitischen Rabatt. Es sch\u00fctzt die W\u00fcrde und das Leben <em>jedes<\/em> Menschen gleicherma\u00dfen \u2013 unabh\u00e4ngig von Nationalit\u00e4t, Religion oder B\u00fcndnisstatus.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die unparteiische Mahnpflicht:<\/strong> Wer aus eigener Geschichte wei\u00df, wie staatliche Systeme in Entmenschlichung und Unrecht abgleiten, steht in der Pflicht, jeden Akteur \u2013 ob Feind oder engsten Partner \u2013 fr\u00fchzeitig und konsequent zu warnen, sobald rote Linien des V\u00f6lkerrechts \u00fcberschritten werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Das politische Problem in Deutschland entsteht genau dadurch, dass die offizielle Staatsr\u00e4son diese universelle Logik aufbricht. Statt \u201eNie wieder Unrecht\u201c hei\u00dft es in der Praxis oft \u201eNie wieder Unrecht \u2013 au\u00dfer durch B\u00fcndnispartner X\u201c. Wenn Prinzipien jedoch von Ausnahmen durchl\u00f6chert werden, h\u00f6ren sie auf, Prinzipien zu sein. Sie verkommen zu Werkzeugen der Realpolitik.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass eine solche klare Mahner-Rolle der Bundesrepublik im Ausland manchmal den Vorwurf des \u201edeutschen Belehrungsdrangs\u201c einbringen k\u00f6nnte, wird in politischen Zirkeln oft als Argument vorgeschoben. In Wahrheit richtet jedoch das opportunistische Schweigen bei Verb\u00fcndeten einen viel gr\u00f6\u00dferen Schaden an: Es zerst\u00f6rt die <strong>Glaubw\u00fcrdigkeit des gesamten westlichen Wertekanons<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerald Markel hat wieder recherchiert: https:\/\/t.me\/gema1963\/14875 Analytische Aufarbeitung: Die im Text gemachte rein rechnerische Gegen\u00fcberstellung ist statistisch durch Daten der Vereinten Nationen (UNICEF, UN OCHA, WHO) und unabh\u00e4ngige epidemiologische Erhebungen st\u00fctzbar. 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