{"id":13099,"date":"2026-08-02T10:29:11","date_gmt":"2026-08-02T08:29:11","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=13099"},"modified":"2026-08-02T10:29:11","modified_gmt":"2026-08-02T08:29:11","slug":"der-grund-fuer-die-dysfunktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2026\/08\/02\/der-grund-fuer-die-dysfunktion\/","title":{"rendered":"Der Grund f\u00fcr die Dysfunktion"},"content":{"rendered":"\n<p>Warum hat fr\u00fcher vieles in der Wirtschaft funktioniert, w\u00e4hrend heute deutsche Konzern zu Gunsten chinesischer aus dem Lieferantenkatalog fliegen, wie beispielsweise in der Schweiz, wo MAN in Z\u00fcrich aus dem \u00d6PNV gekegelt wird, weil Banalit\u00e4ten wie T\u00fcren und Klimaanlagen nicht funktionieren, und Yuton \u00fcbernimmt?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ein Grund ist die immer weiter ausufernde B\u00fcrokratie, gegen die die meisten der mittelst\u00e4ndischen Betriebe kein Gegenmittel finden oder haben, zumal die Verb\u00e4nde, in denen sie organisiert sind, gegen sie arbeiten und nicht f\u00fcr sie. Zu eng sind die Verflechtungen mit der Politik, die die Funktion\u00e4re in jeder Beziehung absichern, um diesen Verrat am Kunden abzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn man als Unternehmer anders denken sollte, man h\u00e4lt konsequent die Schnauze oder f\u00e4llt in die Jubelorgien an der richtigen Stelle ein. Zu gro\u00df ist die Abh\u00e4ngigkeit von \u00f6ffentlichen Auftr\u00e4gen, zu gro\u00df die Abh\u00e4ngigkeit von kleineren Subventionen, wenn die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit aufgrund der Politik wegbricht, zu gro\u00df die Gefahr, dass Beh\u00f6rden \u00fcbergenau hinsehen, ob wirklich jedes Formular kein Kreuz an der falschen Stelle aufweist, und jede bauliche Ver\u00e4nderung eingeklagt werden muss, weil man dem Amtschef in einer Kleinigkeit widersprochen hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Wer kann, packt die Koffer und geht ins Ausland, wer dazu zu klein ist, verk\u00fcmmert wie eine Sumpfpflanze in der Kalahari und geht pleite.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderer Grund ist der Generationenwechsel in den Betrieben. Die Faustregel lautet<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die erste Generation baut auf,<\/li>\n\n\n\n<li>die zweite verwaltet,<\/li>\n\n\n\n<li>die dritte richtet die Reste zu Grunde.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Viele Betriebe, die nicht so gro\u00df sind, dass sie ganze Staaten erpressen k\u00f6nnen, finden keinen Nachfolger in der Unternehmensf\u00fchrung. Geschwister m\u00fcssen ausgezahlt werden, Erbschaftssteuern m\u00fcssen bezahlt werden, und in Summe ist der Betrieb an der Stelle bereits pleite. Also werden viele Betriebe an Finanzheuschrecken verh\u00f6kert und die Erben teilen sich die Sore, um als Million\u00e4re ihr Leben zu Ende zu leben, oder man stellt Manager ein, statt selbst zu agieren. Der Unterschied: als Eigent\u00fcmer steht und f\u00e4llt man mit dem Betrieb, als Manager tr\u00e4gt man keine Verantwortung und hat sich samit Boni l\u00e4ngst in Sicherheit gebracht, wenn die Pleite eintritt. Passendes Beispiel dazu: das Traditionsunternehmen VARTA, das vollst\u00e4ndig zu Grunde gerichtet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Alteigent\u00fcmern sterben auch die Unternehmer aus. Die Erben sind meist vom Format der Manager. Die urspr\u00fcngliche Unternehmergeneration wusste, was im Betrieb abgeht: der Chef war im Betrieb unterwegs, war selbst gen\u00fcgend Ingenieur oder Handwerker, um die Abl\u00e4ufe verstehen zu k\u00f6nnen, kannte  seine Mitarbeiter und wusste, wie man sie motiviert, hatte auch Kontakt zu Kunden und wusste, was die wollten. Fr\u00fcher war es vielleicht noch so, dass die Nachfolger im Betrieb anfangen mussten und daher auch wussten, wie die Sache l\u00e4uft &#8211; heute ist das grundlegend anders.<\/p>\n\n\n\n<p>Der moderne Erbe ist was Besseres, angefangen damit, dass er auf eine &#8222;bessere&#8220; Schule geschickt wird, in der nur seinesgleichen &#8222;lernt&#8220;, sp\u00e4ter irgendwo im Ausland studiert, Praktika in Beraterfirmen macht, im oberen Management anf\u00e4ngt. Diese Leute leben ab der Kindheit in einer Blase, in der sie mit den Arbeitern und Angestellten des Betriebes nichts mehr zu tun haben. Sie kennen schlicht die Realit\u00e4t nicht. In der Ausbildung rangiert die Theorie vor der Praxis. Sie \u00fcbernehmen schlie\u00dflich einen Betrieb, von dem sie nahezu nichts wissen. Letztlich agieren sie wie die Manager, die aus einem \u00e4hnlichen Stall kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wesentlich f\u00fcr die Dysfunktion ist das theoretische Modell, das hinter allem steckt. Damit der Manager noch etwas hat, woran er sich orientieren kann, werden die Gesch\u00e4ftsprozesse auf Excel-Tabellen und Powerpoint-Pr\u00e4sentationen verdichtet und es entsteht ein Kennzahlennetz, an dem sich der Manager orientiert. Kennzahlen f\u00fcr Nachhaltigkeit, CO2-Neutralit\u00e4t und Compliance stehen neben Kosten, Absatz, Kundenzufriedenheit und Belegschaftsdaten, ohne dass der Manager gro\u00df dazwischen differenzieren k\u00f6nnen muss. Man sucht sich eine Kennzahl aus, die betrieblich optimiert wird. Funktioniert das nicht und dem Betrieb geht es weniger gut, holt man sich ein paar Berater ins Haus, die neue Begriffe und damit neue Kennzahlen erfinden. Die Umstrukturierung ist auf dem guten Weg, wie die Kennzahlen aussagen &#8211; in der Realit\u00e4t geht es mit dem Betrieb rapide bergab. Beispiel: VW und Konsorten, deren Kennzahlen im Compliance-Bereich &#8222;Gendern &amp; Haltung&#8220; zu Millionenboni Anlass geben, w\u00e4hrend Werke geschlossen werden. Die Kennzahl &#8222;Umbau auf R\u00fcstung&#8220; bewirkt das Gleiche: Millionenboni und Schlie\u00dfen weiterer Werke.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztlich macht auch unterhalb der Managerebene jeder mit. Einen guten Kunden mit gr\u00f6\u00dferem Verm\u00f6gen halten, der kleine Summen an die AfD spendet? Die Compliance-Regeln besagen, dass das Management gegen die AfD ist, folglich wird das Konto gesperrt und dem Kunden gek\u00fcndig. Der Mitarbeiter ist auf der richtigen Seite. Er f\u00fchrt ja nur die Vorschriften aus und keiner kann ihm etwas. Im Gegensatz dazu, wenn er nicht so handeln w\u00fcrde: ein Aufreger gen\u00fcgt und er fliegt. Das Argument, er h\u00e4tte gr\u00f6\u00dfere Ums\u00e4tze und Gewinne gesichert, z\u00e4hlt nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das setzt sich durch alle Ebenen durch: der Ingenieur mag noch wissen, dass die Vorgaben falsch sind, er wird sich h\u00fcten, das laut zu sagen, f\u00fchrt die unsinnigsten Vorgaben aus und liefert nach oben Excel-Sheets, die dem Vorstand suggerieren, dass alles auf dem richtigen Weg ist. Sich noch anstrengen? Warum? Es lohnt sich nicht. Man macht sich eher Probleme damit.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so geht der Traditionsbetrieb streng kontrolliert durch entsprechende unsinnige Vorgaben seinen Weg ins Nirwana, bis er schlie\u00dflich pleite ist. Die Zeche zahlen die Mitarbeiter und diejenigen, die sich nicht rechtzeitig aus dem Unternehmenskapital zur\u00fcck gezogen haben (mancher wird &#8222;diversifiziert&#8220; haben und den Verlust, der auch bei den Diversifizierungen auftritt, als Kostenposition einkalkuliert haben). Den Rest zerschlagen Finanzheuschrecken, die aus den \u00dcberbleibseln noch Gewinn ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum hat fr\u00fcher vieles in der Wirtschaft funktioniert, w\u00e4hrend heute deutsche Konzern zu Gunsten chinesischer aus dem Lieferantenkatalog fliegen, wie beispielsweise in der Schweiz, wo MAN in Z\u00fcrich aus dem \u00d6PNV gekegelt wird, weil Banalit\u00e4ten wie T\u00fcren und Klimaanlagen nicht funktionieren, und Yuton \u00fcbernimmt? Download Artikel als PDF<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-13099","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13099","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13099"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13099\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13100,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13099\/revisions\/13100"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13099"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13099"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13099"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}