{"id":13053,"date":"2026-07-04T09:52:34","date_gmt":"2026-07-04T07:52:34","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=13053"},"modified":"2026-07-04T09:52:35","modified_gmt":"2026-07-04T07:52:35","slug":"rentensanierung-kein-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2026\/07\/04\/rentensanierung-kein-problem\/","title":{"rendered":"Rentensanierung? Kein Problem!"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Rente wird von der Politik seit Jahrzehnten reformiert, und jedes mal soll dann anschlie\u00dfend die Rente sicher sein. Wobei die Reformierung\/Sanierung jedes mal auf drei Haupts\u00e4ulen beruht:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Beitr\u00e4ge steigen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Rente wird niedriger (was sich durch Steigerungen unterhalb der Zunahme der Lebenshaltungskosten verstecken l\u00e4sst).<\/li>\n\n\n\n<li>Das Renteneintrittsalter wird h\u00f6her (letztlich ist es bald so weit, dass man 50 Jahre arbeiten muss, um nach der Lebenserwartung noch 10 Jahre Ruhestand genie\u00dfen zu k\u00f6nnen).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich w\u00e4re die Rente ziemlich einfach zu sanieren. N\u00e4mlich nach dem Schweizer Modell, das m\u00f6glicherweise 1:1 \u00fcbertragen werden und so aussehen k\u00f6nnte:<\/p>\n\n\n\n<p>(1) Die 50:50-Aufteilung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber bleibt. Ob Selbst\u00e4ndige nur den Arbeitnehmeranteil entrichten m\u00fcssen, w\u00e4re auszurechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Jeder zahlt ohne Ausnahme 5% seines Jahreseinkommens vor Steuern ein. Das w\u00e4re f\u00fcr die meisten zuk\u00fcnftigen Renter die H\u00e4lfte des derzeitigen Satzes.<\/p>\n\n\n\n<p>(3) Jeder erh\u00e4lt eine Rente, die einzahlungsabh\u00e4ngig beispielsweise 1.500 \u20ac bis 3.000 \u20ac betr\u00e4gt. Die Rente ist steuerfrei (f\u00fcr Ausl\u00e4nder, die nur vor\u00fcbergehend gearbeitet und eingezahlt haben, sind die Betr\u00e4ge nach unten anzupassen).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was w\u00fcrde das bedeuten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(1) F\u00fcr den normalen Arbeitnehmer, der unterhalb der derzeitigen Beitragsbemessungsgrenze liegt, w\u00fcrden sich erhebliche Einsparungen ergeben, die f\u00fcr andere Zwecker verwendet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Derzeit gibt die Beitragsbemessungsgrenze an, wie viel maximal gezahlt wird. Als unverbindliches Rechenbeispiel: wer 80.000 \u20ac\/a (Grenze) verdient, zahlt derzeit genauso viel wie jemand der 500.000 \u20ac\/a verdient, also formal 8.000 \u20ac bei 10% Beitragsh\u00f6he. Mit der neuen Regelung ohne Grenze zahlt jemand mit 80.000 \u20ac nur noch 4.000 \u20ac, jemand mit 500.000 \u20ac aber 25.000 \u20ac in die Kasse. Richtig interessant wird es dann bei Gro\u00dfverdienern mit Millioneneinkommen. Da kommt einiges zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>(3) Selbst\u00e4ndige zahlen (aus gutem Grund) heute gar nicht erst in die Kasse ein, m\u00fcssen dann aber selbst R\u00fccklagen bilden. Sie w\u00fcrden dann genauso zur Kasse gebeten, bek\u00e4men aber auch eine Rente. Das Selbst\u00e4ndige oft gut verdienen, kommen hier ziemliche Betr\u00e4ge zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>(4) Beamte, Zeitbeamte und Politiker w\u00e4ren genauso in das System zu integrieren. Die heutigen Sonderregelungen entfallen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ist das nicht ungerecht? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gut Verdienende w\u00fcrden mehr einzahlen, aber nicht mehr Rente bekommen als andere. Leistung w\u00fcrde sich damit relativ gesehen weniger auszahlen. F\u00fcr sehr gut verdienende w\u00e4re die Garantierente zudem eher bescheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem lie\u00dfe sich allerdings leicht begegnen durch ein individuelles Zusatzrentenansparkonto, das auf langfristigen Kapitalaufbau \u00e4hnlich dem Kapitallebensversicherungssystem ausgerichtet ist (allerdings ohne Todesfallauszahlung). Aus diesem Konto wird die ausgezahlte Rente ab Renteneintritt gem\u00e4\u00df den angesparten Betr\u00e4gen aufgestockt. Einzahlungen sind von der Versicherungssteuer befreit und wie die Garantierente bei Auszahlung von Steuern befreit (da die Einzahlungen aus versteuerten Einnahmen vorgenommen werden, geht der Staat nicht leer aus). <\/p>\n\n\n\n<p>In dieses Konto kann nun der Inhaber nach seinen Vorstellungen einzahlen, d.h. das \u00e4hnelt mehr einem Sparbuch statt einem Sparvertrag mit festgelegten Beitr\u00e4gen. Und &#8211; hier kommt das Wichtige f\u00fcr die Wirtschaft &#8211; der Arbeitgeber kann ebenfalls einzahlen (hier allerdings vereinbarte Festbetr\u00e4ge). Das Modell ersetzt die Betriebsrente, die ja bereits heute ein Standbein des Rentensystems ist. Unternehmen k\u00f6nnten so in Wettbewerb um Mitarbeiter miteinander treten, indem sie nicht nur bessere Geh\u00e4lter anbieten, sondern auch h\u00f6here Betriebsrentenanteile. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wo ist das Problem?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man statistisch nachforscht, verdienen etwa 20% der Reichen genauso viel wie die unteren 80% der Bev\u00f6lkerung. Schaut man auf das Verm\u00f6gen insgesamt, liegt die Verteilung bei 1% zu 99%, und auch aus den 20% in der ersten Kategorie werden locker 35% &#8211; 40%, wenn man die heutige Bemessungsgrenze ber\u00fccksichtigt. Also grob gesprochen: mindestens 30% derjenigen, die direkt oder \u00fcber Lobbyarbeit hier das Sagen haben, haben \u00fcberhaupt kein Interessen, das Rentensystem zu sanieren, weil sie pers\u00f6nlich damit vordergr\u00fcndig schlechter wegkommen als jetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rente wird von der Politik seit Jahrzehnten reformiert, und jedes mal soll dann anschlie\u00dfend die Rente sicher sein. 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