{"id":12861,"date":"2026-05-16T13:09:49","date_gmt":"2026-05-16T11:09:49","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=12861"},"modified":"2026-05-16T13:09:50","modified_gmt":"2026-05-16T11:09:50","slug":"gluecklich-ohne-eigentum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2026\/05\/16\/gluecklich-ohne-eigentum\/","title":{"rendered":"Gl\u00fccklich ohne Eigentum?"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn man Inhaber\/Eigent\u00fcmer eines Unternehmens ist, stellt dieses einen physischen Wert dar, den man anfassen kann, und normalerweise ist man bestrebt, einen solchen physischen Besitz nachhaltig zu verwalten, d.h. Wert und Rendite sollen lange erhalten bleiben, m\u00f6glichst f\u00fcr die nachfolgende Generation. Besteht die Wahl zwischen kurzfristig hoher Rendite und einem damit verbundenen Wertverlust oder einer geringeren Rendite und bleibendem oder steigendem Wert, wird man meist die zweite Option w\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wenn man Erfolg hat, kann der Gesch\u00e4ftsumfang des Unternehmens so weit steigen, dass man selbst nicht mehr in der Lage ist, alles aus eigenen Mitteln zu managen, oder das Risiko einfach zu gro\u00df wird, wenn etwas schief geht. Ein Ausweg ist, das Unternehmen in viele kleine Anteile aufzuteilen, die man verkaufen kann. Meist verkauft man diese Anteile mit einem Aufschlag, so dass bei einem erfolgreichen Verkauf das, was man f\u00fcr sich zur\u00fcck behalten m\u00f6chte oder das, was in das Unternehmen investiert werden soll, \u00fcbrig bleibt. <\/p>\n\n\n\n<p>Man kann danach aber nicht mehr frei \u00fcber die Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit verf\u00fcgen, sondern muss sich mit den anderen Beteiligten nach bestimmten Verfahren abgestimmen. Eine irgendwie definierte Mehrheit entscheidet und die Entscheidung kann anders ausfallen als die, die man im Sinn hat, wenn man selbst nicht die Mehrheit besitzt. Normalerweise ist das nur ein bedingter Beinbruch, denn die meisten Miteigent\u00fcmer werden immer noch an einer nachhaltigen Verwaltung interessiert sein. Es k\u00f6nnen aber auch Spekulanten darunter sein, die anderes im Sinn haben, deshalb bedingter Beinbruch.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Miteigent\u00fcmer stehen aber oft auch vor dem Problem, dass sie zwar Aktien des Unternehmens haben, aber von vielen anderen Unternehmen auch, weil sie mehr Kapital anlegen m\u00f6chten und ebenfalls das Risiko verteilen m\u00f6chten. Das macht Aufwand und man verliert ebentuell die \u00dcbersicht. Folglich kauft man die Aktien nicht mehr selbst, sondern beauftragt man eine Fondsgesellschaft, die nach bestimmten Kriterien Aktien kauft und verwaltet. Von hier aus ist es nur noch ein kleiner Schritt zu Fondsgesellschaften, die nur noch Aktien nach festgelegten Kriterien kaufen oder verkaufen, die Verwaltung aber den Kapiteleignern oder anderen Fondsgesellschaften \u00fcberl\u00e4sst, die wiederum Mischungen solcher Basisfonds, auch ETF genannt, verwalten. Rein rechtlich gesehen ist der Kapitalgeber immer noch Eigent\u00fcmer eines entsprechenden Teils der gehaltenen Aktion, in der Praxis \u00fcbertr\u00e4gt er aber mit dem Kauf eines Fonds seine Stimmanteile an die Fondsgesellschaft, die nach Belieben abstimmen darf. Und damit sind wir bei Black Rock &amp; Co und dem echten Beinbruch, weil hier auch beim Kapitalgeber eine Interessenverschiebung stattfindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Staaten sind unerm\u00fcdliche Kapitalvernichtungsmaschinen, da sie mit den Steuergeldern, egal wie viel es auch sein mag, nie auskommen. Sie verkaufen Staatsanleihen, auf die Zinsen anfallen, und verkaufen neue und mehr Staatsanleihen, um die R\u00fcckzahlung der alten durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Das setzt eine Inflation in Gang, weil Geld ohne physischen Gegenwert in die Welt gepumpt wird. Gekauft werden die Staatsanleihen vorzugsweise von Fondsgesellschaften wie die, die zu Black Rock geh\u00f6ren, die damit zu Inflationstreibern werden, allerdings mit dem Kapital, das sie \u00fcber den Verkauf der Fondsanteile einnehmen. Wenn von einer Steigerung des BIP die Rede ist, ist das im Prinzip eine Betrugsnummer, denn die Leistungen steigen meist nicht oder sinken sogar und die vermeintliche Steigerung ist nur dem Wertverlust infolge der Inflation geschuldet. <\/p>\n\n\n\n<p>Und hier kommt der Knackpunkt: die Anleger sind sehr sehr weit weg von den physischen Anlageobjekten. Aus den Augen, aus dem Sinn. Was sie sehen, ist aber die Inflation, die es zu kompensieren gilt. Folglich werden sie nicht mehr die Nachhaltigkeit des Objektes im Auge haben, sondern die Rendite auf ihre Anlage. Wenn ein Wald noch 30 Jahre ben\u00f6tigt, bis die St\u00e4mme wertvolles Holz liefern und bis dahin die Rendite bescheiden bleibt, aber eine Windkraftanlage, die nach 10 Jahren wieder abgerissen wird und einen zerst\u00f6rten Wald hinterl\u00e4sst, jedoch ad hoc eine Riesenrendite bringt, wird der Wald abgeholzt, weil der Algorithmus das sagt, und der Investor ist zufrieden, weil er sofort das Geld sieht, den zerst\u00f6rten Wald aber nicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Wo das endet, sieht man bei vielen Automobilkonzernen, deren Spitzenmanager kaum das Format besitzen, eine Imbi\u00dfbude erfolgreich zu betreiben (<em>sie w\u00fcrden in Frankreich Pommes ordern und nicht Pommes de Terre und dann fluchen, dass die \u00c4pfel in der Friteuse nicht knusprig werden<\/em>). Weil sie aber brav und buchstabengetreu umsetzen, was allmorgenlich in der SMS aus der Black Rock Zentrale steht, sind sie Spitzenverdiener, w\u00e4hrend die Firma den Bach runtergeht. <\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnte Black Rock das anders machen? Wenn man 1.000 \u20ac hatte und nun 2.000 \u20ac, kann man sich eine gr\u00f6\u00dfere Pizza kaufen. Wenn mann 1.000.000.000 \u20ac hatte und nun 2.000.000.000 \u20ac, \u00e4ndert das wohl wenig. Black Rock k\u00f6nnte also Fonds mit nachhaltiger Verwaltung auflegen, die die Werte erhalten und etwas weniger Rendite bringen. Dummerweise w\u00fcrden Vanguard und Fidelity in die Bresche springen und die Anleger w\u00fcrde nach dort abwandern. Das System ist unumkehrbar ein Heuschreckensystem.<\/p>\n\n\n\n<p>Und f\u00fcr dieses System hat Larry Fink nun die Idee, es auf alles zu erweitern:<\/p>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\" hidden class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Tokenisierung-Larry-Fink-erklaert.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von Tokenisierung, Larry Fink erkla\u0308rt.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-31bd5671-e2c2-441a-8e6d-38516cbfb680\" href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Tokenisierung-Larry-Fink-erklaert.pdf\">Tokenisierung, Larry Fink erkla\u0308rt<\/a><a href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Tokenisierung-Larry-Fink-erklaert.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-31bd5671-e2c2-441a-8e6d-38516cbfb680\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p>Nicht nur Unternehmen, im Prinzip jedes physische Gut kann in Anteile, Token genannt, aufgeteilt und gehandelt werden. Die Handelsplattform ist etwas \u00c4hnliches wie Eterum, also eine Blockchain, die nicht die Nachteil von Bitcoin aufweist und geringe Kosten aufweist, also vertretbar ist, und auf der die Token handelbar sind. Rein theoretisch und mit Hilfe eigener KI auf dem privaten PC ist auch privater Handel m\u00f6glich, aber Fink stellt sich nat\u00fcrlich vor, dass alles in erweiterte Token-ETF einflie\u00dft, in denen er dann wieder das Sagen hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Als Beispiel, vielleicht extrem, aber nicht undenkbar: Sie Tokenisieren Ihr Haus. Sie machen das komplett, weil es nicht anders geht, und behalten die H\u00e4lfte der Token, sind als Mehrheits-Token\u00e4r. F\u00fcr die andere H\u00e4lfte erhalten Sie Geld. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen die Token Rendite abwerfen, d.h. Sie m\u00fcssen vorher beispielsweise erkl\u00e4ren, dass sie regelm\u00e4\u00dfig eine Zinsaussch\u00fcttung machen (also Geld an andere zahlen, damit Sie im eigenen Haus wohnen d\u00fcrfen, so \u00e4hnlich wie bei einem Kredit). Ihre Token stecken aber nicht in Ihrer privaten Wallet, sondern in einem Token-ETF, weil es f\u00fcr Sie im ersten Schritt vermutlich kaum eine Wahl gibt, wenn Sie mitmachen wollen. Wenn Sie Ihre Haus wieder zur\u00fcck haben wollen, m\u00fcssen Sie s\u00e4mtliche Token zur\u00fcckkaufen, eine zwar vorhandene, aber eher theoretische M\u00f6glichkeit aufgrund des Aufwands f\u00fcr Sie selbst. Die Tokenisierung kann man also mit Fug und Recht auch als Einbahnstra\u00dfe betrachten, aus der kein Weg zur\u00fcck f\u00fchrt. Da die Token im Token-ETF stecken, k\u00f6nnen Sie Ihr Haus aber nun nicht einfach Wei\u00df anstreichen. Wenn die ETF-KI sagt, dass Gr\u00fcn mehr Rendite bringt, wird das Haus Gr\u00fcn gestrichen, und wenn der Algorithmus sagt, dass aufgrund der Tokenisierungsbedigungen eine Vermietung an Fl\u00fcchtlinge mehr Rendite bringt (auch wenn das Haus hinterher kaputt ist), fliegen Sie aus Ihrem eigenen Haus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">&#8222;Sie werden nichts besitzen und sie werden gl\u00fccklich sein.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>ist die Vorstellung vom WEF \u00fcber die Eigentumsverteilung, und Finks Vorstellungen sind die praktische Umsetzung davon. Man wird noch Kapital besitzen, aber wenn alles Tokenisiert ist, hat man nicht mehr als ein zeitweises Nutzungsrecht an den physischen Dingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vermutlich wird es so kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man Inhaber\/Eigent\u00fcmer eines Unternehmens ist, stellt dieses einen physischen Wert dar, den man anfassen kann, und normalerweise ist man bestrebt, einen solchen physischen Besitz nachhaltig zu verwalten, d.h. Wert und Rendite sollen lange erhalten bleiben, m\u00f6glichst f\u00fcr die nachfolgende Generation. 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