{"id":12767,"date":"2026-04-20T11:31:19","date_gmt":"2026-04-20T09:31:19","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=12767"},"modified":"2026-04-20T11:31:20","modified_gmt":"2026-04-20T09:31:20","slug":"zukunftsaussichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2026\/04\/20\/zukunftsaussichten\/","title":{"rendered":"Zukunftsaussichten"},"content":{"rendered":"\n<p>Welche Zukunft bl\u00fcht Westeuropa? Wir konstruieren mal ein h\u00e4ssliches, gleichwohl aber durchaus wahrscheinliches Szenarium. Es tritt m\u00f6glicherweise ein, wenn der Ukraine-Krieg endet. Die Hardliner in der EU versuchen zwar, den Krieg bis 2030 weiter zu f\u00fchren, aber auch das w\u00e4re nur ein Aufschub und kein Ausweg.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Fakt 1 ist: selbst die Wirtschaftsverb\u00e4nde geben inzwischen zu, dass eine Deindustrialisierung stattfindet. Die gesellschaftlichen und finanziellen Rahmen der L\u00e4nder schrumpfen massiv. &#8222;Sonderverm\u00f6gen&#8220; (eigentlich Sonderschulden) sind laut Bundesrechnungshof in Deutschland zu 90% nicht in die vorgesehen Investitionen geflossen (<em>auch wenn man den Aufbau einer Kriegsmaschine nicht als Investition bezeichnen kann<\/em>), sondern irgendwo im allgemeinen Haushalt versickert, ohne das dort die Problem auch nur ansatzweise angefasst wurden (Infrastruktur). Sehr viel Geld flie\u00dft weiterhin in die Ukraine &#8211; oder soll dahin flie\u00dfen. Im Prinzip sind die Westeurop\u00e4er pleite.<\/p>\n\n\n\n<p>Fakt 2 ist: die ukrainische Bev\u00f6lkerung ist zu einem Gro\u00dfteil direkt vom Krieg betroffen und Veteranenprogramm existieren lauf Zalushny, dem ehemaligen Armeechef, nicht (zum Vergleich: in den USA flie\u00dfen 440 Mrd US-$ in die Veteranenversorgung, das sind fast 50% des Pentagonhaushalts).<\/p>\n\n\n\n<p>Fakt 3 ist: in den westlichen EU-L\u00e4ndern, Gro\u00dfbritannien und Schweden gibt es keine homogene Gesellschaften mehr. 1\/3 der Bev\u00f6lkerung sind Ausl\u00e4nder und Migranten, die Parallelgesellschaften mit eigene Rechsstrukturen entwickelt haben. Die Polizei gibt mehr oder weniger offen zu, machtlos zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Kipppunkt: der Krieg in der Ostukraine endet. Eine Million ukrainer Soldaten wird arbeitslos, ist aber bis an die Z\u00e4hne bewaffnet. Wie diese Massen aufgefangen werden sollen, wei\u00df keiner. Pl\u00e4ne gibt es nicht. B\u00fcrgerkriegs\u00e4hnliche Zust\u00e4nde werden f\u00fcr wahrscheinlich gehalten. Die Europ\u00e4er k\u00f6nnten den Deckel in einem gewissen Umfang auf dem Topf halten, wenn sie die Geldmengen, die bisher in den Krieg flossen, im gleichen Umfang in einen Wiederaufbau flie\u00dfen w\u00fcrden. Geld, das im Westen keiner hat und aufgrund von Fakt 1 auch nicht durchsetzen kann, ohne dass es in den L\u00e4ndern selbst Unruhen geben k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen die Gelder nicht, f\u00fchlen sich die Ukrainer nicht ganz zu Unrecht &#8222;von den Westeurop\u00e4ern verraten&#8220;. Sie haben im Osten Krieg gef\u00fchrt und k\u00f6nnen den auch im Westen fortsetzen, was um so einfacher ist, als hier keine russische Armee steht (eher gar keine Armee). Im Prinzip ergibt sich daraus ein Zustand, der dem nach dem 1. Weltkrieg \u00e4hnelt: Freikorps marschieren durch die Landschaft, die Not nimmt zu, die Reste der Wirtschaft verschwinden, Hyperinflation macht sich breit. Wobei sich die Freikorps nicht nur aus den unzufriedenen Ukrainer rekrutieren d\u00fcrften, die hier auf eine unterst\u00fctzungswillige ukrainische Community st\u00f6\u00dft, sondern auch aus den Ausl\u00e4ndergruppen (verk\u00fcrzt Clans genannt), die auch ihre Machtbereiche ausdehnen d\u00fcrften.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesem Post-Versailles-Zustand kommen die Westeurop\u00e4er aber deutlich anders heraus als in den 1930er-Jahren. Damals waren die Gesellschaften homogen, d.h. es konnte sich immer noch eine Art &#8222;WIR&#8220;-Kult entwickeln, auch wenn das Ergebnis in Deutschland mit einem Adolf Hitler letztlich nicht positiv war. Das WIR gibt es aufgrund von Fakt 3 mehr oder weniger nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Was k\u00f6nnte folglich passieren, wenn die staatlichen Ordnungen, und sei es auch nur einzelner L\u00e4nder, durch solche Freikorps-\u00c4quivalente faktisch ganz aufl\u00f6sen? Wenn eine Bundesregierung nur noch \u00fcber nicht zusammen h\u00e4ngene Territorien regiert, in denen sich Reste des Milit\u00e4rs oder der Polizei behaupten konnten? Denkbar w\u00e4re ein R\u00fcckfall in eine schmutzige Variante der Kleinstaaterei, wie sie in Deutschland vor 1871 herrschte. Lokale Potentation, die sich irgendwie mit den Nachbarn arrangiert haben, und alles auf einem niedrigen wirtschaftlichen Niveau, vergleichbar in etwa mit den Stammesgebieten in Afghanistan oder Pakistan. <\/p>\n\n\n\n<p>Das ist zwar die Beschreibung einer recht extremen Entwicklung, die Zutaten dazu sind allerdings vorhanden. Und je l\u00e4nger es sich in der Ukraine hinzieht, verbunden mit einer Zunahme der so genannten Politikverdrossenheit in der West-EU, desto wahrscheinlicher werden solche Entwicklungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Zukunft bl\u00fcht Westeuropa? Wir konstruieren mal ein h\u00e4ssliches, gleichwohl aber durchaus wahrscheinliches Szenarium. 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