{"id":12659,"date":"2026-03-18T08:21:54","date_gmt":"2026-03-18T07:21:54","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=12659"},"modified":"2026-03-18T08:21:54","modified_gmt":"2026-03-18T07:21:54","slug":"es-geht-nichts-ueber-gute-planung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2026\/03\/18\/es-geht-nichts-ueber-gute-planung\/","title":{"rendered":"Es geht nichts \u00fcber gute Planung!"},"content":{"rendered":"\n<p>In unserem Dorf warf die Hauptstra\u00dfe f\u00e4llig. Musste saniert werden. Problem dabei: es ist die einzige Stra\u00dfe, die durchs Dorf f\u00fchrt und f\u00fcr LKW (formal) passierbar ist. Also hat man weitr\u00e4umige Umleitungen ausgeschildert und alle Zufahrtwege gesperrt, mit &#8222;Anliefer frei&#8220;-Ausnahme, versteht sich. Und mit der Sanierung angefangen. Das war Ende November letzten Jahres.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Schnell stellte sich heraus: erstaunlicherweise lagen in der Stra\u00dfe Rohrleitungen f\u00fcr die Wasser- und Abwasserversorgung. Das kam v\u00f6llig unerwartet und f\u00fchrt zu zus\u00e4tzlichem Sanierungsbedarf. Ja, wer h\u00e4tte auch damit rechnen m\u00fcssen. Die zun\u00e4chst auf 4 Wochen geplanten Arbeiten (alles sollte noch vor Weihnachten erlegigt sein) verz\u00f6gerten sich bis ins Jahr 2026. Und dann kam V\u00e4terchen Frost und z\u00f6gerte alle noch sehr viel weiter heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>V\u00e4terchen Frost ist inzwischen buchst\u00e4blich Schnee von gestern, aber die notwendigen zus\u00e4tzlichen 14 Tage f\u00fcr die Rohrsanierung sind inzwischen um mehr als das 3-fache \u00fcberschritten, ohne dass sich an der Baustelle etwas tut. Wobei man ohnehin die billigste L\u00f6ung gew\u00e4hlt hat: Gehwege und Seitenstreifen zum parken bleiben und nur die Fahrbahn wird neu geteert. Man h\u00e4tte auch ein wenig umgestalten und den Verkehrsfluss positiv beeinflussen k\u00f6nnen, aber das war wohl in den Planungsarbeiten nicht mehr drin.<\/p>\n\n\n\n<p>Einheimischen bleibt seit Baubeginn nur der Weg durch die Siedlungen, kleine gepflasterte Stra\u00dfen mit Bauminseln, um zu schnelles Fahren zu verhindern. Bl\u00f6derweise ist das Dorf Hauptstadt der ganzen Gemeinde und Standort von Einkaufszentren und einen Gewerbegebiet. Wenn man von der falschen Seite kommt, muss man die offizielle Umleitung fahren, was ca. 18km ausmacht &#8211; nur um 500m Baustelle zu umfahren. Oder umgekehrt: vom Gewerbegebiet kommend macht es die gleiche Strecke aus, wenn man in die falsche Richtung weiterliefern muss. Folglich verlassen sich auch die Brummis auf ihr Navi &#8211; und das f\u00e4hrt durch die Siedlung.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich ist das viel zu eng. Das Sperrschild 6to hat man nat\u00fcrlich an einer Stelle aufgestellt, an der ein gro\u00dfer LKW schon gar nicht mehr wenden kann.  Man konnte dann Tieflader beobachten, die 500m im R\u00fcckw\u00e4rtgang wieder auf die gro\u00dfe Stra\u00dfe zur\u00fcck wollten. Aber wo ein Wille ist, ist ein Bordstein auch kein Hindernis. Inzwischen fahren hier auch 40-Tonner in beide Richtungen durch die Siedlung und die Gartenbesitzer werden noch einiges zu tun haben, den Rasen wieder herzustellen. Das 6to-Schild hat man inzwischen nach vorne gestellt, aber umgekehrt haben sich die Brummis dran gew\u00f6hnt, durchzukommen, und beachten es nicht weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zu V\u00e4terchen Frost: gepflasterte Stra\u00dfen, vorher war die Glasfasertruppe durchmarschiert und hatte alles aufgerissen, tiefgefrorener Bode mit Staun\u00e4sse &#8211; inzwischen sehen die Stra\u00dfen schlimmer aus als die Hauptstra\u00dfe vor der Sanierung. L\u00e4ngs- und Querrillen von bis zu 10cm Tiefe, wohin man schaut. Grobe Sch\u00e4tzung eines Baufachmanns: die verursachten Sch\u00e4den summieren sich inzwischen auf das 2 &#8211; 3 -fache der Sanierungskosten. Was zu 2 Fragen an die Gemeinde f\u00fchrt:<\/p>\n\n\n\n<p>(a) H\u00e4tte man nicht besser planen k\u00f6nnen? Warum zum Wintereinbruch eine solche Bauma\u00dfnahme? &#8222;<em>Die Sanierung bezahlt das Land. Und die Gelder kommen eben erst immer sehr sp\u00e4t im Jahr. Und sind terminlich gebunden, d.h. sie verfallen, wenn man dann nicht anf\u00e4ngt.<\/em>&#8220; Klingt einleuchtend. Allerdings h\u00e4tte die Gemeinde die Sanierung besser selbst stemmen sollen, wenn man sich die Folgesch\u00e4den anschaut. Da sie das Geld aber nicht hat, werden wohl noch 1 &#8211; 2 Generationen mit den Folgesch\u00e4den leben m\u00fcssen, was mit Frage 2 zusammen h\u00e4ngt:<\/p>\n\n\n\n<p>(b) Muss das Land, wenn es schon die Sanierung bezahlt, nicht auch f\u00fcr die Kollateralsch\u00e4den aufkommen? &#8222;<em>Im Prinzip ist das richtig. Aber wir als Gemeinde sind nachweispflichtig, wer die Sch\u00e4den verursacht hat.<\/em>&#8220; Oder anders ausgedr\u00fcckt: die Gemeinde h\u00e4tte Buch f\u00fchren m\u00fcssen, welcher LKW mit welcher Achslast durch die Siedlung brettert. Dann g\u00e4be es Entsch\u00e4digung f\u00fcr die Sch\u00e4den. Allerdings: h\u00e4tte sie das versucht, g\u00e4be es Eilentscheidungen der Verwaltungsgerichte bez\u00fcglich Datenschutz und alle Daten h\u00e4tten wieder gel\u00f6scht werden m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Moment brausen hier weiterhin LKW durch die Nebenstra\u00dfen. So lange es trocken bleibt, halten sich weitere Sch\u00e4den in Grenzen. Ich sch\u00e4tze mal, dass das bis Mitte April so weiter geht. Vielleicht auch l\u00e4nger, wenn die sanierte Stra\u00dfe zwar fertig ist, die Ausschreibung f\u00fcr den Abbau der Sperr- und Umleitungsschilder aber noch l\u00e4uft &#8230; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserem Dorf warf die Hauptstra\u00dfe f\u00e4llig. Musste saniert werden. Problem dabei: es ist die einzige Stra\u00dfe, die durchs Dorf f\u00fchrt und f\u00fcr LKW (formal) passierbar ist. Also hat man weitr\u00e4umige Umleitungen ausgeschildert und alle Zufahrtwege gesperrt, mit &#8222;Anliefer frei&#8220;-Ausnahme, versteht sich. Und mit der Sanierung angefangen. Das war Ende November letzten Jahres. 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