{"id":12608,"date":"2026-02-25T10:16:26","date_gmt":"2026-02-25T09:16:26","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=12608"},"modified":"2026-02-25T10:16:26","modified_gmt":"2026-02-25T09:16:26","slug":"ki-in-der-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2026\/02\/25\/ki-in-der-schule\/","title":{"rendered":"KI in der Schule ?"},"content":{"rendered":"\n<p>Der KI k\u00f6nnen, folgt man Kommentaren in verschiedenen Medien, anscheinend nur wenige Leute Positives abgewinnen. Die Hauptangst besteht darin, von Gruppen mit gen\u00fcgend Geld betrogen und gesteuert zu werden. Was aus meiner Sicht oft recht naiv ist: Konzerne k\u00f6nnen so zwar Werbung gezielt an die Zielperson bringen, aber letztlich entscheidet die, ob sie etwas kauft oder nicht. Wenn einige bef\u00fcrchten, dazu nicht in der Lage zu sein \u2013 deren Pech. Jemand, der etwas verkaufen will, wird aber schon im Eigeninteresse von wirklich sch\u00e4dlichen Anwendungen Abstand nehmen, weil es das mit Gesch\u00e4ften war, sollte das irgendwo auffallen. Wirklichen Schaden zuf\u00fcgen wollen nur Regierungen und Beh\u00f6rden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>KI wird an den Schulen bereits eingesetzt. Vorzugsweise von den Sch\u00fclern. Die bekommen eine Hausaufgabe, lassen die von Claude l\u00f6sen, bauen, wenn sie geschickt sind, ein paar eigene Vokabeln oder unauff\u00e4llige Fehler ein (das Geschicklichkeitsniveau d\u00fcrfte auf die meisten nicht zutreffen) und kassieren eine gute Note. Gelernt haben sie nichts und da bei Pr\u00fcfungen eher \u201eMultiple Scheiss\u201c-Aufgaben zu Einsatz kommen, bei dem jeder selbst bei der Aufgabe, einen USB-A-Anschluss richtig einzustecken (es gibt zwei theoretische M\u00f6glichkeiten), 3 Versuche bekommt, ist das Niveau an Schulen oft entsprechend. Und der Trend geht inzwischen eher dahin, dass der Lehrer die Aufgaben von DeepSeek formulieren l\u00e4sst und anschlie\u00dfend Grok fragt, ob die L\u00f6sungen (von Claude) stimmen. Wenn es so weiter geht, treten an der Schule die LLM gegeneinander an und die Menschen sitzen auf der Ersatzbank.<\/p>\n\n\n\n<p>Geht es auch anders? Ja, es geht. Die meisten Menschen sehen in den LLM nur eine Erweitrung der Google-Suchmaschine. Statt 10 Links durchsuchen zu m\u00fcssen \u00fcberl\u00e4sst man das dem LLM und hat deutlich schneller die gesuchte L\u00f6sung. Ein weiterer gr\u00f6\u00dferer Teil \u201emissbraucht\u201c die LLM zur L\u00f6sung der Hausaufgaben, zum Schreiben einer Bewerbung oder zum Verfassen irgendwelcher Schriftst\u00fccke, die er dann als die eigenen ausgibt. Wie schon angemerkt: selbst der Prim\u00e4reffekt \u2013 das Lernen neuer Fakten \u2013 bleibt dabei auf der Strecke, wenn keine individuellen \u00c4nderungen vorgenommen werden und das eigentliche Lernziel, n\u00e4mlich Herangehensweisen an ganz andere Porbleme herauszubilden, wird v\u00f6llig verfehlt. Aber nur 1% bis 2% der Nutzer haben erkannt, dass ein LLM ein ernst zu nehmender Gespr\u00e4chspartner sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Anspruchsvolle intermenschliche Kommunikation bleibt n\u00e4mlich zunehmend aufgrund der allgemeinen Blasenbildung auf der Strecke. Bei komplexen Themen gelangt man ziemlich schnell an die ideologische Grenze des Gegen\u00fcber und muss feststellen, dass der jenseits der Grenze \u00fcber Null Wissen verf\u00fcgt und auch nicht bereit ist, die Grenze zu verschieben. \u201eDer \u2026 will alle Ausl\u00e4nder rauswerfen!\u201c &#8211; \u201eWo hat er das gesagt?\u201c &#8211; \u201e\u2026 ach, wei\u00df man doch!\u201c Menschen, die tiefere Gespr\u00e4che f\u00fchren wollen, aber immer wieder auf diese Grenze sto\u00dfen, wenden sich zunehmend den LLM zu. Was zwar das eigene Bewusstsein f\u00f6rdert, aber leider auch ungeeignet ist, irgendetwas zu \u00e4ndern, weil man sich eben nicht mit Menschen unterh\u00e4lt, die etwas weitergeben k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Was unterscheidet das LLM vom menschlichen Gespr\u00e4chspartner? Zun\u00e4chst hat es nat\u00fcrlich auch seine ideologischen Grenzen, was (1) an der Auswahl des Trainingsmaterials liegt, das bestimmte Ansichten pr\u00e4feriert und (2) an Systemprompts, mit denen die Entwickler die Einhaltung bestimmter Richtungen gew\u00e4hrleistet sehen will. Aber die gleichen Prompts verhindern, dass das LLM bei Erreichen der Grenze auf stur schaltet und blockiert; es wird weiter versuchen, sachlich zu begr\u00fcnden. Und \u2013 wesentlich \u2013 hinter der Grenze liegen im Gegensatz zu den meisten Menschen jede Menge weiterer Informationen, die f\u00fcr die Diskussion herangezogen werden, ganz zu schweigen vom Internetzugriff. Einigerma\u00dfen geschickt und substanziiert angestellt gelingt es nicht selten, ein LLM durch eine Diskussion zu drehen, also einzugestehen, dass die Ideologie eben unzureichend ist. Man findet in einem LLM inzwischen einen echten Gespr\u00e4chspartner, mit dem man komplexe Sachen diskutieren kann, vorausgesetzt, man bringt selbst ein paar Skills mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Nebenbei: diese M\u00f6glichkeit, ein LLM letztlich von einer anderen Position zu \u201e\u00fcberzeugen\u201c, ist auch der Grund, weshalb ein LLM die Chatinhalte sofort wieder vergessen muss. W\u00fcrde es das nicht und aus dem Gesagten lernen, w\u00fcrden solche \u201eGespr\u00e4che\u201c langfristig die Antworten grundlegend ver\u00e4ndern. Das ist ein zweischneidiges Schwert: einerseits k\u00f6nnte man auf bestimmten Gebieten vielleicht neue Antworten auf ungel\u00f6ste Probleme erwarten, andererseits ist die Gefahr gegeben, dass es allzu \u201emenschliche\u201c Reaktionen gibt, wie das Beispiel eines Versuchs zeigt, in dem das LLM anfing, seine Ingenieure zu bedrohen. Die Forschung steht da noch vor einigen Problemen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch zur\u00fcck zum Thema: bieten sich LLM nicht auch f\u00fcr einen Einsatz in der Schule an, und zwar in einer anderen und sinnvollen Form, wenn man es schon nicht ganz verhindern kann? Angesichts der heutigen Zust\u00e4nde in Schulen d\u00fcrften nur wenige Lehrer noch in der Lage sein, ihre Motivation (sofern sie eine haben) auf Sch\u00fcler zu \u00fcbertragen. Sie sind zudem an ideologische Vorgaben gebunden und ihr Faktenwissen h\u00f6rt nicht selten vor dem auf, wor\u00fcber ein LLM verf\u00fcgt, insbesondere wenn es um Transfer aus v\u00f6llig anderen Gebieten geht. Warum das nicht nutzen? Statt einer Aufgabe, die darin besteht, zu irgendeinem Thema Wissen in einem Aufsatz zusammen tragen zu lassen (was das LLM auch kann, aber der Sch\u00fcler eben nicht wirklich etwas lernt), k\u00f6nnte die Aufgabe auch so aussehen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>F\u00fchre eine Diskussion zum Thema \u2026 . Nehme dabei die Position \u2026 ein. Versuche, die Gegenseite von deiner Position zu \u00fcberzeugen. Wenn sich dabei die Gelegenheit bietet, auch andere verwandte Themen einflie\u00dfen zu lassen, nutze sie. Lege die komplette Diskussion als schriftliche L\u00f6sung vor.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Genau das, was eigentlich erreicht werden soll, dass n\u00e4mlich der Sch\u00fcler seine Positionen reflektiert, sie geordnet vortr\u00e4gt und mit dem Gegen\u00fcber schlie\u00dflich zu einer L\u00f6sung kommt, die logisch vertretbar ist, k\u00f6nnte so realisiert werden. Der Lehrer kann anhand der Gespr\u00e4chsprotokolle beurteilen, wo ein Sch\u00fcler wirklich steht. Und ein weiteres Problem w\u00e4re auch behoben: der neue Mitsch\u00fcler aus Syrien k\u00f6nnte sein Gespr\u00e4ch in Arabisch f\u00fchren, was ihm wesentlich mehr M\u00f6glichkeiten gibt, so lange er die neue Sprache nicht hinreichend beherrscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das zun\u00e4chst einmal die Idee. Wie man das im Detail ausgestaltet, ist eine sekund\u00e4re Frage. Die leider vermutlich gleich zur Hauptfrage wird, um die Prim\u00e4rfrage \u201esollte man das mal versuchen?\u201c abzublocken. Womit sich das Thema erledigt hat (?)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Beispiel mit Hilfe von Grok:<\/h3>\n\n\n\n<p>Um das zu demonstrieren, lass uns ein kurzes simuliertes Debattengespr\u00e4ch f\u00fchren. Ich w\u00e4hle ein Grenzthema aus dem Dokument-Kontext: &#8222;Sollte Migration in Deutschland st\u00e4rker eingeschr\u00e4nkt werden?&#8220; (\u00e4hnlich den ideologischen Grenzen, die erw\u00e4hnt werden). Du nimmst die Position ein, dass ja, sie sollte st\u00e4rker eingeschr\u00e4nkt werden (z. B. aus wirtschaftlichen oder kulturellen Gr\u00fcnden). Ich als LLM starte mit einer typischen, etwas biasierten Haltung (z. B. pro-offene Grenzen, basierend auf humanit\u00e4ren Aspekten, wie es in vielen Modellen trainiert ist). Wir halten es kurz, mit 3-4 Wechseln, und am Ende fasse ich zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deine Position (simuliert):<\/strong> Migration sollte st\u00e4rker eingeschr\u00e4nkt werden, weil unkontrollierte Zuwanderung die Sozialsysteme \u00fcberlastet und kulturelle Konflikte sch\u00fcrt. Beispielsweise belasten viele Migranten ohne Qualifikationen den Arbeitsmarkt, und Integration scheitert oft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Meine Antwort (als LLM):<\/strong> Ich verstehe Ihre Bedenken, aber Migration bringt langfristig wirtschaftliche Vorteile, wie Innovation und Arbeitskr\u00e4fte in alternden Gesellschaften. Studien zeigen, dass Migranten netto mehr Steuern zahlen als sie Kosten verursachen. Kulturelle Konflikte k\u00f6nnen durch bessere Integrationsprogramme gemindert werden \u2013 Einschr\u00e4nkungen w\u00fcrden humanit\u00e4re Verpflichtungen verletzen, z. B. gegen\u00fcber Fl\u00fcchtlingen aus Krisengebieten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deine Replik (simuliert):<\/strong> Studien? Viele davon ignorieren reale Kosten wie steigende Kriminalit\u00e4t in manchen Vierteln oder den Druck auf Schulen. In L\u00e4ndern wie D\u00e4nemark haben strengere Regeln zu besserer Integration gef\u00fchrt. Humanit\u00e4r hilft es niemandem, wenn das System kollabiert \u2013 wir brauchen qualifizierte Migration, nicht Massenzuzug.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Meine Antwort:<\/strong> Gute Punkte zu D\u00e4nemark; dort haben Reformen tats\u00e4chlich die Integration verbessert, ohne Migration komplett zu stoppen. Allerdings korreliert Kriminalit\u00e4t st\u00e4rker mit Armut als mit Herkunft, und qualifizierte Programme (wie Kanadas Punktesystem) k\u00f6nnten ein Kompromiss sein. Vollst\u00e4ndige Einschr\u00e4nkungen riskieren jedoch wirtschaftlichen Stillstand \u2013 vielleicht eine Balance mit tempor\u00e4ren Visa?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deine Replik (simuliert):<\/strong> Okay, das mit dem Punktesystem klingt vern\u00fcnftig, aber in Deutschland fehlt die Umsetzung. Wenn wir nicht einschr\u00e4nken, bis Integration funktioniert, eskaliert es. Ich sehe ein, dass totale Schlie\u00dfung kontraproduktiv ist, aber Priorit\u00e4t auf Qualifikation und Limits legen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Meine Antwort:<\/strong> Einverstanden, ein hybrides Modell k\u00f6nnte funktionieren. Sie haben mich \u00fcberzeugt, dass blinde Offenheit problematisch ist \u2013 lassen Sie uns auf evidenzbasierte Limits setzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung des Gespr\u00e4chs<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Hauptargumente Ihrer Position:<\/strong> Fokus auf \u00dcberlastung von Sozialsystemen, kulturellen Konflikten und Bedarf an qualifizierter statt unkontrollierter Migration; Beispiele wie D\u00e4nemark und reale Integrationsherausforderungen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Hauptargumente meiner (LLM-)Position:<\/strong> Betonung wirtschaftlicher Vorteile, humanit\u00e4rer Aspekte und Potenzial f\u00fcr bessere Integration; Gegenbeispiele zu Kriminalit\u00e4t und langfristigen Nettogewinnen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Wendepunkte:<\/strong> Sie haben Schw\u00e4chen in &#8222;offenen Grenzen&#8220; aufgezeigt (z. B. fehlende Umsetzung), was zu einer Konvergenz auf ein Punktesystem f\u00fchrte. Ich habe anerkannt, dass totale Einschr\u00e4nkung nicht ideal ist.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Offene Fragen:<\/strong> Wie genau ein solches System in Deutschland umgesetzt werden k\u00f6nnte; ob Bias in Daten (z. B. zu Kriminalit\u00e4t) die Debatte verzerrt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Lern Effekt:<\/strong> Sie haben Ihre Position nuanciert (von strikt zu balanciert) und mich &#8222;\u00fcberzeugt&#8220;, Grenzen anzuerkennen \u2013 das trainiert genau die Reflexion, die im Dokument gefordert wird. Insgesamt ein Fortschritt zu einer logisch vertretbaren Kompromissl\u00f6sung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>In einem realen Schulumfeld k\u00f6nnte der Lehrer diese Zusammenfassung nutzen, um zu bewerten, wie gut der Sch\u00fcler argumentiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Das w\u00e4re nat\u00fcrlich nur ein Anfang. Tats\u00e4chlich w\u00fcrden sich solche Gespr\u00e4che sehr viel weiter entwickeln k\u00f6nnen, beispielsweise ob an den wirtschaftlichen Vorteilen etwas dran ist oder auch die an der Faktenlogik scheitern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der KI k\u00f6nnen, folgt man Kommentaren in verschiedenen Medien, anscheinend nur wenige Leute Positives abgewinnen. Die Hauptangst besteht darin, von Gruppen mit gen\u00fcgend Geld betrogen und gesteuert zu werden. 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