{"id":12532,"date":"2026-02-03T16:45:01","date_gmt":"2026-02-03T15:45:01","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=12532"},"modified":"2026-02-03T16:45:03","modified_gmt":"2026-02-03T15:45:03","slug":"ein-ausflug-in-die-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2026\/02\/03\/ein-ausflug-in-die-kunst\/","title":{"rendered":"Ein Ausflug in die Kunst"},"content":{"rendered":"\n<p>Wer sich f\u00fcr Gem\u00e4lde aus der Zeit der Renaissance bis zum Ende des 18. Jahrhunderts interessiert, wird bei n\u00e4herher Betrachtung feststellen, dass \u00fcber lange Zeit ein recht spezifizisches Frauenbild gepr\u00e4gt wurde: die Busen sind ziemlich klein, der Bauch entspricht meist einer Schwangerschaft im 5-7 Monat und sportlich wirken die Damen auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das hat mehrere Gr\u00fcnde. Kleine Br\u00fcste wurden als Symbol der Jugendlichkeit angesehen und somit als ein darzustellendes Ideal. Die damalige Nahrung trug zu einem h\u00f6heren Fettgehalt der Gewebe bei und Fitnessbuden gab es damals auch nicht (lediglich die \u00dcberfettung durch die heutige Hamburger &amp; Cola-Kultur gab es damals nicht im heutigen Sinn). Frauen erlangten damals in der Regel im Alter von etwa 16 erst die Regel (statt heute oft schon mehrere Jahre fr\u00fcher), wurden dann aber auch schnell verheiratet und bekamen in den n\u00e4chsten Jahren Kinder am laufenden Band (18 Kinder sind keine Seltenheit), d.h. die Schwangerschaft war mehr oder weniger ein Dauerkennzeichen, mal davon abgesehen, dass auch Gewebever\u00e4nderungen zu anderen Figuren f\u00fchren (auch heute noch). Wenige Darstellungen \u00e4lterer Frauen zeigen denn auch passender Weise Figuren, die man heute als &#8222;physisch verbraucht&#8220; bezeichnen w\u00fcrde. Die Frauen m\u00f6gen 40 &#8211; 50 gewesen sein, wirken jedoch deutlich \u00e4lter.  Halten wir also fest: teilweise wurde wohl wirklich das nachgebildet, was \u00e4u\u00dferlich zu sehen war, w\u00e4hrend kleine Br\u00fcste eine Rettung in ein jugendlichen Sch\u00f6nheitsideal darstellten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer Vergleiche mit Skulpturen anstellt, wird feststellen, dass von der Antike her ein ganz anderes Frauenbild gepflegt wurde: dem athletischen Mann wurde eine genauso atheltische Frau zur Seite gestellt, zum gro\u00dfen Teil recht gut durchtrainiert. Lediglich im Barock gab es einen Trend zu \u00fcppigeren Figuren, die aber meist immer noch eher dem heutigen Standard entsprechen als dem malerischen. Ab dem 19. Jahrhundert war dann das antike Ideal in der Bildhauerei wieder da, w\u00e4hrend sich die Malerei sich eher dem Nat\u00fcrlichen in gehobenen Gesellschaftskreisen ann\u00e4herte, zumal auch die Anzahl der Kinder deutlich zur\u00fcck ging und einem anderen Figurenbild Platz machte. <\/p>\n\n\n\n<p>Heute haben wir mit den elektronischen Medien erneut neue Trends, n\u00e4mlich die zu gestylten und nicht nat\u00fcrlichen Figuren. Bei den M\u00e4nner, um mal bei der anderen Seite anzufangen, der Trend zu steroidgepr\u00e4gter Muskelmasse, was durch Fettreduktion zu heraustrenden Adern f\u00fchrt. Optisch eindrucksvoll, durch schiere Masse auch zum Teil wirkend, aber &#8211; da die Kraft nicht proportional zur Masse zunimmt und Beweglichkeit eher abnimmt &#8211; alles andere als so effizient, wie der \u00e4u\u00dfere Anschein erwecken soll. Klar, sie k\u00f6nnen Hanteln mit 100 kg bewegen, genauso klar: sie w\u00fcrden im Bergbau nach wenigen Minuten gegen\u00fcber den sehnigen Typen aufgeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Frauen der Trend zu \u00fcbergro\u00dfen Br\u00fcsten (ob nat\u00fcrlich oder chemiegeformt, sein einmal dahin gestellt) und auch anderswo zu weniger nat\u00fcrlichen Formen. So was verkauft sich aber gut: Neil Armstrong hat auf dem Mond 5 Fotos gemacht, eine heutige Influenzerin mit herausgeputzten K\u00f6rperteilen macht bereits 50, wenn sie nur aufs Klo geht, und wird dann mit 387.729 Followern belohnt, die auch unbedingt das Designertoilettenpapier haben wollen und bis zum Liefertermin in 3 Monaten auch nicht mehr aufs Klo gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann sich dem anpassen und seiner Figur den nat\u00fcrlichen Lauf lassen, wobei &#8211; man mag es gar nicht zugeben wollen &#8211; erstaunlich normale Leute herauskommen. Zwar nur fotogen f\u00fcr Selfies, aber zum Gl\u00fcck ist man ja nicht mehr auf andere angewiesen, wenn man ein Foto von sich haben m\u00f6chte. Andere neigen zum Frustessen und verhalten sich damit absolut klimasch\u00e4dlich, wenn man die Menge an Stoff in Rechnung stellt, die ben\u00f6tigt wird, um die Figuren zu bedecken. Mir tun diese fr\u00fch Verfetteten immer etwas leid, denn fett wird man im Alter zumindest zeitweise fast automatisch. Und in Selbsthilfegruppen haben es diese Gestalten auch nicht leicht: &#8222;<em>Ist das hier die Selbsthilfegruppe f\u00fcr unterschwellige Beleidigungen?&#8220; &#8211; &#8222;Ja, nimm dir zwei St\u00fchle und setz dich zu uns.<\/em>&#8222;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich f\u00fcr Gem\u00e4lde aus der Zeit der Renaissance bis zum Ende des 18. 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