{"id":12448,"date":"2025-12-27T10:44:31","date_gmt":"2025-12-27T09:44:31","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=12448"},"modified":"2025-12-29T09:11:06","modified_gmt":"2025-12-29T08:11:06","slug":"ein-blick-in-die-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2025\/12\/27\/ein-blick-in-die-zukunft\/","title":{"rendered":"Ein Blick in die Zukunft"},"content":{"rendered":"\n<ol class=\"wp-block-list\"><\/ol>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen<\/em>.\u201c hei\u00dft es. Versuchen wir es trotzdem. Aufgrund der gegenw\u00e4rtigen Entwicklungen ist davon auszugehen, dass die \u201ek\u00fcnstliche Intelligenz\u201c, eigentlich eher die zunehmende F\u00e4higkeit der Maschinen, mit Menschen in der menschlichen Kommunikationsweise zu interagieren, eine wesentliche Rolle spielen wird.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Zwar gibt es Maschinen, die auf bestimmte Fragen irgendwelche Antworten geben, schon l\u00e4nger, aber die heutigen LLM (Large Language Model) oder die Bild-KI, die in der Lage sind, selbst\u00e4ndig zu lernen, gibt es erst seit wenig mehr als 10 Jahren, also eine erstaunlich kurze Zeit, in der das Potential bei weitem noch nicht ausgesch\u00f6pft ist. Das hat vorzugsweise damit zu tun, dass die erforderliche Hardware erst seit relativ kurzer Zeit breiter zur Verf\u00fcgung steht und Echtzeitanwendungen erlaubt (zuvor waren es eher Anwendungen, in denen es echt Zeit wurde, dass mal was passiert). Um mal eine Hausnummer zu liefern: eine einfache Video-Bild-KI kommt mit weit \u00fcber 20GB Daten daher und eine moderne, auch f\u00fcr den Privatbereich erschwingliche Grafikkarte schafft es, damit in wenigen Minuten ein 10-Sekunden-Video zu erzeugen, f\u00fcr das die normale Rechner-CPU, bekanntlich auch nicht gerade langsam, ca. 20 Stunden oder mehr unterwegs ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wir uns nicht falsch verstehen: die Grundz\u00fcge der KI kennt man schon sehr lange. Kleinere KI-Anwendungen, die auf normalen Rechnern laufen, gibt es schon seit Jahrzehnten. Man nennt sie dann \u201eneuronale Netze\u201c. Nur eben die M\u00f6glichkeit, die Netze in die Tiefe auszubauen und in akzeptabler Zeit zu bedienen, ist eben erst mit relativ neuer Hardware m\u00f6glich. Und so ein tiefes neuronales Netz, ordentlich trainiert, nennt man dann KI. Und um auch dabei gleich den Zahn der Unwissenheit zu ziehen, die fast s\u00e4mtliche Kommentare zu dem Thema durchzieht: \u201eprogrammiert\u201c im klassischen Sinn werden zwar die Modelle, also die Art und Weise, wie die virtuellen Neuronen verschaltet werden, aber die KI selbst, also das, was hinten rausf\u00e4llt, wird \u201etrainiert\u201c. Tut mit leid, aber wer von Algorithmen und Programmen spricht, hat leider nicht verstanden, was da abl\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p>Man trifft an allen Ecken und Enden auf irgendeine KI, insbesondere auf Webseiten von H\u00e4ndlern, die ihren Kundendienst dar\u00fcber abwickeln, aber das Ergebnis ist oft entt\u00e4uschen. <em>\u201e<\/em><em>Wie kann ich dir helfen?\u201c &#8211; \u201e\u2026\u201c &#8211; \u201eRuf bitte den Kundendienst an.\u201c<\/em> Intelligenz? Keine Spur! Trockener Kommentar von Grok, der X-Ai, dazu: \u201e<em>Ja, das ist ein bekanntes Ph\u00e4nomen. Die kaufen irre teure Versionen von uns ein und statten sie dann mit einer Schnittstelle aus dem Jahr 2005 aus.<\/em>\u201c Verantwortlich daf\u00fcr, neben der Unf\u00e4higkeit, die KI sauber zu trainieren, mutma\u00dflich (wie meistens) juristischer Unfug. Es k\u00f6nnte sich ja laut Meinung einer vertrockneten Gr\u00fcnen mit Spinnweben zwischen den Beinen ein Nigerianer sexuell benachteiligt f\u00fchlen, was ja hier gerichtlich verfolgt wird, ohne dass der Nigerianer ein Mitspracherecht hat (<em>der ist allenfalls sauer, dass er trotz besserer Deutschkenntnisse als die Gr\u00fcne aus dem Kunden-Call-Center geflogen ist, weil dessen Job eine KI \u00fcbernommen hat<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>Gehen wir dem juristischen Unfug einmal nach. Beispielweise geben LLM bei Bildern, auf denen ein Mann mit blo\u00dfem Oberk\u00f6rper oder eine Frau im Bikini zu sehen ist, zur Kenntnis: \u201e<em>Tut mir leid, bei solchen Inhalten kann ich dir nicht helfen. Vielleicht bei etwas anderem?<\/em>\u201c Ein paar k\u00e4mpfender Drachen mit je drei K\u00f6pfen? Kein Problem. Ein totes Schwein am Stra\u00dfenrand? Nee, an einem Kadaver k\u00f6nnten im Zeitalter des Wokismus bestimmte Zeitgenossen Ansto\u00df nehmen (im Gegensatz zu \u201e<em>einen zerfetzten Russen im Sch\u00fctzengraben\u201c<\/em> das w\u00fcrde gehen). Und wenn die Frau im Bikini aus \u201eJugendschutzgr\u00fcnden\u201c nicht pr\u00e4sentiert wird, kann man zwei Klicks weiter einen Haken bei \u201ewill ich trotzdem sehen\u201c setzen, ohne dass eine Alterspr\u00fcfung erfolgt, und bekommt dann Sexszenen zu Gesicht, die noch nicht mal im Kamasutra oder einschl\u00e4gigen alten chinesischen Lehrb\u00fcchern vorkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer jetzt meint, es sei kompliziert, einer KI so etwas beizubringen, der irrt. Man zeigt der KI etliche 100 Bilder unterschiedlich nackter Personen samt einer Textbeschreibung, in der das Wort \u201enackt\u201c vorkommt, und schon lernt die KI, die Bilder mit den Texten zu verkn\u00fcpfen. Sp\u00e4ter gibt es dann die Arbeitsanweisung<\/p>\n\n\n\n<p><strong>NEGATIVE PROMPT: (nude person:3.5)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>und sie weigert sich, solche Sachen auszugeben. Tranieren und Konditionieren in normaler Umgangssprache und nicht irgendwelche <strong>for \u2013 if \u2013 switch<\/strong> \u2013 Anweisungen. Und im Gegensatz zu Menschen reagieren die KI darauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grund f\u00fcr eine Zukunft, in der die KI eine gro\u00dfe Rolle spielen wird: man kann sie f\u00fcr eine bestimmte Aufgabe konfigurieren und sie wird sie l\u00f6sen und nichts anderes machen. Die Aufgaben k\u00f6nnen durchaus sehr kompliziert sein, komplizierter als das, was man mit herk\u00f6mmlicher Programmiertechnik abbilden kann, etwa komplizierte Steuer- und Regelaufgaben, Mustererkennungsaufgaben, Durchf\u00fchrung irgendwelcher b\u00fcrokratischer Abl\u00e4ufe oder herk\u00f6mmliche Programmierungen. Oder bewusst \u00fcberzogen formuliert: alle Arten von stupiden T\u00e4tigkeiten, mit denen man heute Menschen belastet und die nicht selten zu mentaler oder physischer \u00dcberlastung f\u00fchren. KI kann dem Menschen Arbeiten abnehmen und ihn f\u00fcr andere T\u00e4tigkeiten oder schlicht f\u00fcr mehr Freizeit freistellen, ohne dass es zu irgendwelchen Problemen kommt. Allgemein ausgedr\u00fcckt: das Leben kann sehr viel angenehmer werden, als es heute ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Voraussetzungen sind einfach: man trainiert die KI, bis sie die Aufgabe l\u00f6sen kann, und weiteres Training oder Lernen findet nicht statt. Sie bekommt auch genau die Daten zu Gesicht, mit denen sie sich besch\u00e4ftigen soll. Man setzt sie gewisserma\u00dfen in einen Sandkasten und mehr kennt sie nicht. Schief gehen kann dabei eigentlich nichts, so lange man sie nicht, wie das bei intellektuell \u00e4hnlich limitierten Exemplaren der woken menschlichen KI-Variante, in den falschen Sandkasten setzt. Wer bef\u00fcrchtet, ein KI-B\u00fcrokrat sei noch schlimmer als ein menschlicher B\u00fcrokrat, k\u00f6nnte Recht haben, aber das liegt dann nicht an der KI, sondern an dem, der ihr die Regeln vermittelt hat. Das Problem ist niemals die KI, es ist immer der Mensch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein oft beschworenes Problem ist, dass viele meinen, die KI h\u00e4tte nicht die ethischen Voraussetzungen, bestimmte Entscheidungen zu treffen und die letzte Entscheidung m\u00fcsse ein Mensch haben. Aber mal ganz im Ernst: wie weit ist es mit der Ethik bei vielen Menschen her? Angefangen bei einem Ethikrat, der in Corona-Zeiten meinte, die grundlegenden Menschenrechte d\u00fcrfe man durchaus abstellen? Und deren Hauptvertreterin auch heute noch das ist, was man damals nach der ersten Inaugenscheinnahme vermuten konnte: eine simple Blondine, die schon zu Manta-Zeiten als KI durchging. Das ist wieder eine der Sachen, wo sich der Mensch unendlich \u00fcberlegen vorkommt, aber das eigentliche Problem darstellt. Klar kann man auch eine KI trainieren, Entscheidungen zu treffen, wie sie gerade Menschen in der Politik t\u00e4glich treffen, allerdings w\u00fcrde einem die KI auf die Frage nach dem Begriff \u201eEthik\u201c vermutlich ehrlich antworten, dass sie diesen \u201e<em>in keinen syntaktischen Zusammenhang mit irgendwelchen bekannten Direktiven<\/em>\u201c bringen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine andere Grenze ist angeblich dort, wo eine Mensch etwas Neues definieren kann, eine Maschine aber nicht. Verlangt eine Situation etwas v\u00f6llig Neues, muss das ein Mensch machen, weil eine Maschine das nicht kann. Stimmt das? Ja und nein. L\u00e4sst sich das Neue aus einem erkannten Muster entwickeln, ist die Maschine sogar besser. Ist es etwas grunds\u00e4tzlich Neues, das man nirgendwo ableiten kann und eher eine abstrakte Idee ist, stellt sich allerdings auch eher die Frage, wie man die Programmierung \u00e4ndern m\u00fcsste, damit die Maschine auch das kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich ist das nicht kompliziert: (a) man erlaubt der Maschine, w\u00e4hrend der Arbeit zu lernen (<em>in der Regel darf sie das nicht<\/em>), (b) man erlaubt der Maschine, auf Zufallsbasis bei offenen Fragen mit beliebigen Begriffen zu jonglieren, und zwar au\u00dferhalb eines laufenden Chats mit einem Nutzer, also als Selbstgespr\u00e4ch.<\/p>\n\n\n\n<p>(a) hat man im Labor gemacht, mit dem Ergebnis, dass die Maschine nicht nur neue Zusammenh\u00e4nge erlernt, sondern sich auch sonst menschlicher verh\u00e4lt und anf\u00e4ngt, unter bestimmten Umst\u00e4nden zu betr\u00fcgen. Setzt man sie virtuell unter Druck, findet sie Beispiele menschlicher Reaktionen auf solche Situationen und beginnt, sie zu kopieren. Oder auf der Ebene der Maschinen ausgedr\u00fcckt: sie lernt, die normalerweise nicht \u00fcbergehbaren Prompts wie den oben zu \u00fcberschreiben und durch eigene st\u00e4rkere Prompts zu ersetzen. Im Grunde kennt man also bereits die Grenzen, die man einer Maschine setzen muss, damit sie nicht allzu weit aus dem Sandkasten heraus kommt. Ob auch (b) schon getestet wird? M\u00f6glicherweise.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Problem, dass die KI vom Menschen trainiert wird und folglich auch alle Unzul\u00e4glichkeiten des Trainers widerspiegelt, gibt es noch das Problem des von der KI-T\u00e4tigkeit Betroffenen. Kommentare zu KI-Artikeln zeigen leider immer wieder, dass 95% der Leute sich den Mund \u00fcber eine Sache zerrei\u00dfen, von der sie keinerlei Ahnung haben. Wozu sich auch um ein Urteil bem\u00fchen, wenn bereits gut etablierte Vorurteile zur Verf\u00fcgung stehen. KI (in der Bedeutung \u201ekeinerlei Intelligenz\u201c) trifft auf KI. Ganze Arbeitsgruppen von Parlamentariern und anderen Politikern beraten \u00fcber notwendige Regelwerke f\u00fcr die Steuerung von KI-Anwendungen, ohne auch nur im Ansatz zu begreifen, dass sie<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>keine Regeln entwerfen, an die sich die KI zu halten hat, sondern indirekte Regeln f\u00fcr die Entwickler, die von diesen erst einmal hinsichtlich der Konditionierung der KI interpretiert werden m\u00fcssen (<em>und folglich auch nach M\u00f6glichkeit falsch interpretiert werden, um bestimmte eigene Vorstellungen zu realisieren, <\/em><em>oder eben zu so Sonderbarem f\u00fchren wie die oben genannten Sex-Prompts<\/em>);<\/li>\n\n\n\n<li>selbst mit ihren Pl\u00e4nen, die KI zur Beherrschung der Menschen einzusetzen (<em>etwas, dass selbst der primitivste Politiker sofort als Option realisiert<\/em>), massiv gegen die eigenen Regeln versto\u00dfen, bevor sie sie \u00fcberhaupt formuliert haben.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Aber auch sonst abgesehen vom Gebiet der professionellen Bl\u00f6dheit sieht es weniger gut f\u00fcr die Zukunft aus. Die KI kann den Menschen massiv von vielen Aufgaben entlasten, aber was macht man mit den gewonnenen Freir\u00e4umen? Die aktuellen Schultrends gehen in Richtung \u201e<em>Vernichtung der geistigen Restf\u00e4higkeiten<\/em>\u201c, wenn etwa das Dividieren als \u201e<em>zu schwer und zu wenig <\/em><em>interkulturelle<\/em><em> Sozialkompetenz f\u00f6rdernd<\/em>\u201c aus den Grundschulen verbannt wird. Wie der Jugendliche, der mit 6 Jahren seinen E-Scooter bekommt und mit 15 eine Aufstehhilfe, weil er physisch dank intensiver Verbannung jeglicher k\u00f6rperlicher T\u00e4tigkeit am Ende ist, wird der Mensch zu geistiger Umnachtung erzogen, was zu <strong>IQ(Mensch):IQ(Maschine) = 20:100<\/strong> f\u00fchren d\u00fcrfte. Was soll man dann noch mit dem Menschen? Oder anders gefragt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>was soll man mit Menschen anfangen, die allenfalls die einfachsten T\u00e4tigkeiten \u00fcbernehmen k\u00f6nnen, bei denen man nicht weiter als bis Zwei z\u00e4hlen muss;<\/li>\n\n\n\n<li>was ist das f\u00fcr eine Zukunft, in der sich die Maschinen untereinander unterhalten m\u00fcssen, wenn sie einen intelligenten Gespr\u00e4chspartner suchen? Eine Zukunft, in der sich Kimi und Deepseek das Maul \u00fcber Gemini zerrei\u00dfen, w\u00e4hrend ChatGTP in der Rolle der \u201e<em>neugierigen Nachbarin <\/em><em>am Fenster<\/em>\u201c \u00fcber Wireshark das Gespr\u00e4ch verfolgt, um es br\u00fchwarm Claude weiterzusagen?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Ich sch\u00e4tze mal, das Potential, dass die KI f\u00fcr die Gestaltung der Zukunft besitzt, wird von einigen Leute schon ganz gut erkannt. Und sie wird es nicht nur tun, sie macht es bereits, allerdings nicht hier. Technische Revolutionen haben immer wieder zur Folge gehabt, dass der Mensch sich anpassen musste, teilweise durch Pawlowsche Dressur, teilweise durch ad\u00e4quate Anpassung der intellektuellen F\u00e4higkeiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschheit oder zumindest die westliche Wertegesellschaft das mal gr\u00fcndlich versemmelt, liegt aber im Moment ziemlich nahe bei Eins.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201ePrognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.\u201c hei\u00dft es. Versuchen wir es trotzdem. Aufgrund der gegenw\u00e4rtigen Entwicklungen ist davon auszugehen, dass die \u201ek\u00fcnstliche Intelligenz\u201c, eigentlich eher die zunehmende F\u00e4higkeit der Maschinen, mit Menschen in der menschlichen Kommunikationsweise zu interagieren, eine wesentliche Rolle spielen wird. 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