{"id":12444,"date":"2025-12-26T09:03:45","date_gmt":"2025-12-26T08:03:45","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=12444"},"modified":"2025-12-24T09:04:49","modified_gmt":"2025-12-24T08:04:49","slug":"die-rueckkehr-der-konzentrationslager","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2025\/12\/26\/die-rueckkehr-der-konzentrationslager\/","title":{"rendered":"Die R\u00fcckkehr der Konzentrationslager"},"content":{"rendered":"\n<p>Wollte man vor 90 Jahren widerspenstige Zeitgenossen entsorgen, steckte man sie kurzerhand unter dem Begriff \u201eSchutzhaft\u201c in ein Konzentrationslager. Seitdem sind wir 90 Jahre weiter und die neue Technik erlaubt es, den Br\u00fcdern, Schwestern und sonstigen Geschlechtslosen im Geiste der damaligen Totalit\u00e4ren, ganze L\u00e4nder zu Konzentrationslagern zu machen. Das verletzt mindestens genauso die grundlegenden Rechte des Betroffenen, f\u00e4llt aber noch weniger auf. Und wie damals machen wieder alle mit, bis es zu sp\u00e4t ist.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Heute hei\u00dft die Schutzhaft \u201eSanktion\u201c. Die wird von der EU-Kommission verh\u00e4ngt, wenn sie nicht mehr weiter wei\u00df, weil jemand Ansichten vertritt, die ihr nicht passen, die aber auch so begr\u00fcndet vorgetragen werden, dass sie schlecht widerlegt werden k\u00f6nnen. Betroffen sind bislang (unter Angabe der vorgeschobenen Gr\u00fcnde):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Xavier Moreau<\/strong> (franz\u00f6sischer Staatsb\u00fcrger, sp\u00e4ter russische Staatsb\u00fcrgerschaft erworben): Er wurde im Dezember 2025 unter dem EU-Regime gegen russische hybride Bedrohungen sanktioniert. Grund: Er verbreitet pro-russische und pro-Kremlin-Propaganda, einschlie\u00dflich Verschw\u00f6rungstheorien \u00fcber die Invasion in der Ukraine (z. B. Behauptungen, die Ukraine habe ihre eigene Invasion inszeniert, um der NATO beizutreten). Er untergr\u00e4bt damit die Stabilit\u00e4t und Sicherheit der Ukraine durch Informationsmanipulation.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Jacques Baud<\/strong> (schweizerischer Staatsb\u00fcrger): Ebenfalls im Dezember 2025 sanktioniert unter demselben Regime. Grund: Er agiert als Sprachrohr f\u00fcr pro-russische Propaganda, verbreitet Verschw\u00f6rungstheorien \u00fcber den Krieg in der Ukraine (z. B. dass die Ukraine die Invasion selbst provoziert habe, um der NATO beizutreten) und bedroht damit die Stabilit\u00e4t der Ukraine durch Informationsmanipulation und Einflussoperationen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Roman Abramovich<\/strong> (portugiesischer Staatsb\u00fcrger): Sanktioniert seit M\u00e4rz 2022 im Rahmen der EU-Ma\u00dfnahmen gegen Russlands Krieg gegen die Ukraine. Grund: Als russischer Oligarch mit engen Beziehungen zu Wladimir Putin profitiert er von der russischen Regierung und unterst\u00fctzt sie indirekt durch seine Beteiligung am Stahlkonzern Evraz, der dem russischen Staat erhebliche Einnahmen bringt und zur Destabilisierung der Ukraine beitr\u00e4gt. Seine EU-Staatsb\u00fcrgerschaft sch\u00fctzt ihn nicht vor den Sanktionen, die er gerichtlich angefochten hat, aber verloren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Gennady Timchenko<\/strong> (finnischer Staatsb\u00fcrger): Sanktioniert seit 2014 (erweitert 2022) wegen der Annexion der Krim und der Destabilisierung der Ukraine. Grund: Als langj\u00e4hriger Vertrauter Putins profitiert er von russischen Entscheidungstr\u00e4gern, die f\u00fcr die Aggression verantwortlich sind. Er bietet finanzielle und materielle Unterst\u00fctzung und nutzt seine Position in Unternehmen wie Novatek, um das Regime zu st\u00e4rken.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Thomas R\u00f6per<\/strong> (deutscher Staatsb\u00fcrger, lebt in Russland): Betreiber des Blogs \u201eAnti-Spiegel\u201c. Sanktioniert seit Mai 2025 (17. Sanktionspaket). Grund: Systematische Verbreitung von Falschinformationen und Manipulation \u00fcber den Ukraine-Krieg, Legitimierung russischer \u201eReferenden\u201c in besetzten Gebieten, Teilnahme an prorussischen Narrativen und Untergrabung der \u00f6ffentlichen Meinung in Deutschland zugunsten Russlands.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Alina Lipp<\/strong> (deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft, lebt \u00fcberwiegend in Russland\/besetzten Gebieten der Ukraine): Betreiberin des Telegram-Kanals \u201eNeues aus Russland\u201c und fr\u00fcherer YouTube-Kan\u00e4le. Ebenfalls seit Mai 2025 sanktioniert. Grund: Regelm\u00e4\u00dfige Auftritte in russischen Staats- und Milit\u00e4rmedien, Verbreitung prorussischer Kriegspropaganda, Desinformation \u00fcber den Konflikt (z. B. Darstellung Russlands als \u201eBefreier\u201c) und direkte Unterst\u00fctzung russischer Narrative als \u201eKriegskorrespondentin\u201c in Donezk-Region.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>H\u00fcseyin Do\u011fru<\/strong> (deutscher Staatsb\u00fcrger t\u00fcrkisch-kurdischer Herkunft, lebt in Berlin): Gr\u00fcnder der Plattform Red Media (ehemals Red.). Sanktioniert seit Mai 2025. Grund: Die EU wirft ihm vor, durch seine Berichterstattung (u. a. \u00fcber Pro-Pal\u00e4stina-Proteste in Deutschland) ethnische, politische und religi\u00f6se Zwietracht zu s\u00e4en und damit indirekt russische Destabilisierungsaktivit\u00e4ten in der EU zu unterst\u00fctzen. Es wird eine N\u00e4he zu russischen Staatsmedien konstruiert, obwohl der Fokus seiner Arbeit eher links und propal\u00e4stinensisch ist. Die Sanktionen haben u. a. zu Kontosperrungen (auch seiner schwangeren Frau) gef\u00fchrt; sein Widerspruch wurde abgelehnt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens der Fall Dogru zeigt, dass es nicht alleine um den Ukraine-Krieg geht, sondern gegen alle, deren Meinung den Totalikraten in Br\u00fcssel nicht passt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sanktion h\u00f6rt sich harmlos an, ist es aber nicht. Die Folgen sind \u00e4hnlich brutal wie ein Verbringen in ein Konzentrationslager:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Bankkonten der Betroffenen werden sofort komplett gesperrt, die dort lagernden Verm\u00f6genswerte \u201eeingefroren\u201c, wie es so salopp hei\u00dft. Weder kann der Betroffene Geld, das ihm geh\u00f6rt, abheben, noch kann er Rechnungen \u00fcber sein Konto bezahlen noch werden Abbuchungen bedient. Die Banken spielen hier zu 100% mit. Es ist so, als sei der Kontoinhaber verstorben, woraufhin die Banken alles einfrieren, bis der Erbe festgestellt ist. Allerdings lebt der Betroffene ja noch. Noch \u2013 aus Sicht der EU-Totalikratie.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Betroffene kann das Land nicht mehr verlassen. Dogru kann beispielsweise nicht in die T\u00fcrkei ausreisen, Baud nicht als Belgien in die Schweiz, weil das bedeuten w\u00fcrde, dass auf jedem Weg andere EU-L\u00e4nder \u00fcberflogen oder auf der Stra\u00dfe bereist werden. Die Sanktionen verbieten dass und alle spielen brav mit.<\/li>\n\n\n\n<li>Es gibt mehr oder weniger keinen Rechtsweg, also keinerlei Rechtsstaatlichkeit. Nationale Gerichte erkl\u00e4ren sich f\u00fcr unzust\u00e4ndig. Formal bleiben die EU-Gerichte, aber: ohne Geld kein Anwalt, ohne Anwalt kein Verfahren, und selbst wenn es ein Verfahren gibt, dauert das im g\u00fcnstigsten Fall eine einstellige Anzahl von Jahren.<\/li>\n\n\n\n<li>Es ist auch verboten, den Betroffenen in irgendeiner Form zu helfen. Im Fall R\u00f6per wurden beispielsweise die Spenden, die f\u00fcr das Engagieren eines Anwalts gesammelt wurden, umgehend beschlagnahmt. Das gilt im \u00dcbrigen auch f\u00fcr Verwandte. Wer einem Sanktionierten hilft, l\u00e4uft unmittelbare Gefahr, selbst auf der Liste zu landen, d.h. genauso behandelt zu werden. Die EU-Sanktionen schlie\u00dfen diese automatischen Ausweitungen ein.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Nun leben diese Leute ja noch. Arbeiten d\u00fcrfen sie nicht mehr, denn ein Gehalt w\u00e4re eine Unterst\u00fctzung, die ebenfalls zu einer Aufnahme in die Sanktionsliste f\u00fchrt. Den Schneid hat keiner. Aber vielleicht ist auf den eingefrorenen Konten noch etwas \u00fcbrig, was f\u00fcr die Aufrechterhaltung eines Minimallebens verwendet werden k\u00f6nnte? So lange noch etwas \u00fcbrig ist, kann der Betroffene amtlich beantragen, bestimmte Sachen f\u00fcr das t\u00e4gliche \u00dcberleben kaufen zu d\u00fcrfen. Es liegt im Ermessen irgendeines missmutigen Sesselfurzers, ob und wie weit dem Antrag statt gegeben wird. Wenn es beliebt, kann dieser Entscheidungstr\u00e4ger frei festlegen, ob sich die bewilligte Kalorienzahl eher auf dem Niveau des KL Theresienstadt oder dem des KL Auschwitz bewegt. Und wie im KL darf er den Antrag wiederholen, wenn er wieder Hunger hat (formal wird man wohl i.a. etwas gro\u00dfz\u00fcgiger verfahren, aber das Prinzip bleibt).<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelalter wurde das Bestrafungsprinzip \u201evogelfrei\u201c genannt. Der einzige Unterschied zum Mittelalter ist, dass man damals den Betroffenen einfach erschlagen durfte, wenn man ihm begegnetet. Dass man heute noch nicht so weit ist, liegt wohl eher daran, dass es noch keiner versucht hat. Der Umgang der Justiz mit Linksterroristen l\u00e4sst allerdings vermuten, dass T\u00e4ter mit der richtigen Haltung ebenfalls ohne Konsequenzen davon kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wo f\u00fchrt das hin? Man k\u00f6nnte vermuten, dass die Betroffenen im Sinne des Romans 1984 mental v\u00f6llig gebrochen werden sollen, was wohl auch zutrifft. Die weiteren Umst\u00e4nde lassen allerdings vermuten, dass \u2013 im Gegensatz zum klassischen KL und zu 1984 \u2013 nicht beabsichtigt ist, den so Erzogenen wieder irgendwie einzugliedern, denn irgendeinen Kontroll- und R\u00fccknahmemechanismus sieht die EU nicht vor. Das Ziel ist mithin mutma\u00dflich, die Sanktionierten so weit so bringen, dass sie Selbstmord begehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist in der Corona-Zeit sogar schon erprobt worden, wenn auch nicht so offiziell wie jetzt. Zu nennen ist der Biologe Clemens Arvay, der es gewagt hat, auf der Grundlage seiner beruflichen Kenntnisse die Corona-Aussagen eines ministernden Bankkaufmanns anzuzweifeln. Clemens Arvay (\u00f6sterreichischer Biologe und Autor, gestorben 2023) wird in Medien und von Unterst\u00fctzern als Opfer intensiven Online-Mobbings und medialer Kampagnen dargestellt, die seine abweichenden Ansichten zu COVID-19-Ma\u00dfnahmen und Impfungen betrafen. Es gibt Berichte \u00fcber Hetzkampagnen, die zu psychischem Druck f\u00fchrten, der schlie\u00dflich in Selbstmord gipfelte.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings \u2013 auch das muss man sagen \u2013 ist Arvay die Ausnahme. Die meisten aktiven Fachleute haben sich rechtzeitig dem Druck gebeugt und Kritik kam nur von Pensionierten, die man zwar fallweise wie Bhakdi versuchte, vor Gericht zu zerren, denen man aber ansonsten wenig anhaben konnte. Wenn man weiter zur\u00fcck greift, findet man aber \u00e4hnliche F\u00e4lle:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Justine Sergent<\/strong> (kanadische Neurowissenschaftlerin): Sie beging 1994 gemeinsam mit ihrem Ehemann Suizid, nach einer Mobbing-Kampagne an der McGill University in Montreal. Der Druck begann kurz nach ihrer Ankunft und umfasste institutionelle Konflikte, Vorw\u00fcrfe und Isolation, die als &#8222;akademisches Mobbing&#8220; beschrieben wurden. Dies wird in Gewerkschafts- und Forschungsberichten als Beispiel f\u00fcr die destruktiven Effekte von Workplace-Mobbing in der Wissenschaft hervorgehoben.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>David Kelly<\/strong> (britischer Mikrobiologe und Waffenexperte): Er starb 2003 durch Suizid, inmitten eines politisch-medialen Skandals um die britische Regierung und den Irak-Krieg. Kelly wurde als Quelle f\u00fcr BBC-Berichte \u00fcber manipulierte Geheimdienstinformationen zu Massenvernichtungswaffen geoutet, was zu intensivem \u00f6ffentlichem Druck, parlamentarischen Anh\u00f6rungen und Medienhetze f\u00fchrte. Die Hutton-Untersuchung best\u00e4tigte Suizid, betonte aber den enormen Stress durch politischen und medialen Druck.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Yoshiki Sasai <\/strong>(japanischer Stammzellenforscher): Beging 2014 Suizid nach dem STAP-Zellen-Skandal am RIKEN-Institut. Als Co-Autor zweier zur\u00fcckgezogener Papers (wegen F\u00e4lschungsvorw\u00fcrfen) stand er unter massivem medialem und wissenschaftlichem Druck, inklusive \u00f6ffentlicher Dem\u00fctigung und institutioneller Untersuchungen. In seiner Abschiedsnote gab er an, der &#8222;Medien-Bashing&#8220; und der Skandal h\u00e4tten ihn \u00fcberw\u00e4ltigt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Stefan Grimm<\/strong> (deutschst\u00e4mmiger Zellbiologe, Professor am Imperial College London): Starb 2014 durch Suizid, aufgrund von akademischem Druck und Mobbing durch die Universit\u00e4t. Er wurde wegen unzureichender Forschungsf\u00f6rderung (Grant-Ziele nicht erreicht) gedem\u00fctigt und in ein Performance-Management-Verfahren gesteckt, was er als institutionelles Bullying empfand. Seine posthum ver\u00f6ffentlichte E-Mail kritisierte die &#8222;publish or perish&#8220;-Kultur und den Mangel an Unterst\u00fctzung<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Aaron Swartz <\/strong>(US-amerikanischer Programmierer und Internet-Aktivist, oft als Tech-Wissenschaftler betrachtet): Beging 2013 Suizid, w\u00e4hrend er unter Bundesanklagen stand (f\u00fcr das Herunterladen wissenschaftlicher Artikel aus JSTOR). Der immense rechtliche und mediale Druck, kombiniert mit der Drohung langer Haftstrafen, wird von Freunden und Familie als Schl\u00fcsselfaktor gesehen \u2013 ein Fall von &#8222;Overprosecution&#8220; im Kontext offener Wissenschaft und digitaler Rechte.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Diese F\u00e4lle illustrieren ein breiteres Problem: Studien sch\u00e4tzen, dass bis zu 12 % der an Mobbing betroffenen Professoren Suizid begehen k\u00f6nnten, und Harassment (besonders online oder medial) gegen Wissenschaftler hat in Bereichen wie Klimawandel, COVID oder Politik zugenommen. Dennoch sind direkte Kausalit\u00e4ten schwer nachzuweisen, da pers\u00f6nliche Faktoren (z. B. Depressionen) oft mitspielen. Suizid hat i.d.R. multifaktorielle Ursachen, und welcher Faktor schlie\u00dflich das Fass zum \u00dcberlaufen bringt, ist meist nicht auszumachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was somit \u00fcber l\u00e4ngere Zeit in Form pers\u00f6nlichen Mobbings mit fallweisem Erfolg durch Suizid betrieben wurde, ist nun in Form der Sanktionen von der EU institutionalisiert worden. Wie die <em>Weltwoche<\/em>&nbsp;<a href=\"https:\/\/weltwoche.ch\/ticker\/fall-jacques-baud\/#3f6c628977aa98bf4f2a95e9453f4685\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">berichtet<\/a>, erkl\u00e4rte der Sprecher des Ausw\u00e4rtigen Amts, Martin Giese, im Fall Baud, es sei &#8222;klar geworden, dass Menschen, die Desinformation verbreiten, sanktioniert werden k\u00f6nnen&#8220;, sofern die rechtlichen Voraussetzungen erf\u00fcllt seien und der Rat der Europ\u00e4ischen Union einen entsprechenden Beschluss fasse. Dies sei bereits geschehen, werde weiterhin geschehen und sei auch in der Vergangenheit geschehen. W\u00f6rtlich f\u00fcgte Giese hinzu:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>&#8222;Alle, die auf diesem Feld unterwegs sind, m\u00fcssen damit rechnen, dass es auch ihnen passieren kann.&#8220;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Deutschland habe der Sanktionierung Bauds nicht nur zugestimmt, sondern sei von deren Richtigkeit \u00fcberzeugt. Es handle sich um eine einstimmige Entscheidung des EU-Rats, hinter der auch die Bundesregierung stehe. Der Hinweis, man k\u00f6nne die Verantwortung nach Br\u00fcssel delegieren, sei zu kurz gegriffen, sagte Giese sinngem\u00e4\u00df. Berlin trage den Entscheid politisch mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Baud wurde weder angeklagt noch angeh\u00f6rt. Rechtsstaatliche Einw\u00e4nde wies das Ausw\u00e4rtige Amt zur\u00fcck. Betroffene h\u00e4tten, so Giese, die M\u00f6glichkeit, den EU-Rat oder den Europ\u00e4ischen Gerichtshof anzurufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Rechtsexperten betonen, dass diese formalen Rechtsmittel den fehlenden Zugang zu rechtlichem Geh\u00f6r nicht ersetzen. Baud selbst hatte nach eigenen Angaben keinerlei M\u00f6glichkeit, sich vor der Sanktionierung zu verteidigen. Konten wurden eingefroren, die Bewegungsfreiheit innerhalb der EU eingeschr\u00e4nkt, ohne richterliche Pr\u00fcfung im klassischen Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stellungnahme aus Berlin verleiht dem Fall eine grunds\u00e4tzliche Dimension. Erstmals spricht eine EU-Regierung offen aus, dass Sanktionen als Instrument auch pr\u00e4ventiv wirken sollen, als Signal an alle, die \u00f6ffentlich eine vom Br\u00fcsseler Kurs abweichende Analyse vertreten. Was als Kampf gegen &#8222;Desinformation&#8220; deklariert wird, erscheint damit zunehmend als politisches Disziplinierungsinstrument. Und die L\u00e4nder der EU als verkappte Konzentrationslager. Und die Tore sind weit offen: jeder kann \u00fcber die Schwelle geschubst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sei an Jean-Claude Juncker erinnert: \u201ewir tun heute einen kleinen Schritt, und wenn keiner Widerstand leistet, machen wird weiter\u201c. Heute sind es die sieben oben genannten, und Widerstand gibt es nicht. Und morgen sind es Zehntausende und Widerstand ist nicht mehr m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wollte man vor 90 Jahren widerspenstige Zeitgenossen entsorgen, steckte man sie kurzerhand unter dem Begriff \u201eSchutzhaft\u201c in ein Konzentrationslager. Seitdem sind wir 90 Jahre weiter und die neue Technik erlaubt es, den Br\u00fcdern, Schwestern und sonstigen Geschlechtslosen im Geiste der damaligen Totalit\u00e4ren, ganze L\u00e4nder zu Konzentrationslagern zu machen. 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