{"id":12262,"date":"2025-10-28T09:21:52","date_gmt":"2025-10-28T08:21:52","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=12262"},"modified":"2025-10-28T09:21:53","modified_gmt":"2025-10-28T08:21:53","slug":"vogelgrippe-u-a-tierseuchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2025\/10\/28\/vogelgrippe-u-a-tierseuchen\/","title":{"rendered":"Vogelgrippe u.a. Tierseuchen"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;<em>Wegen ein paar toten Kranichen werden 100.000-de von Tieren in Betrieben vorsorglich get\u00f6tet.<\/em>&#8220; &#8211; Meldungen dieser Art \u00fcberschwemmen derzeit die Medien und rufen Emp\u00f6rung unter Tier- und anderen Sch\u00fctzern hervor. Irgendwo kippt ein Kranich um, und schon wird eine T\u00f6tungsmaschine f\u00fcr gesunde Tiere in Gang gesetzt! Emp\u00f6rend!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dummerweise verstehen es die Veterin\u00e4rbeh\u00f6rden nicht, die Sache korrekt darzustellen. Druseln wir das mal f\u00fcr die Vogelgrippe auf. Diese ist eine endemische Krankheit bei den Entenv\u00f6geln und verl\u00e4uft dort weitgehend so wie eine normale Influenza beim Menschen: man f\u00fchlt sich ein paar Tage unwohl und das war es dann. Da Enten wie andere V\u00f6gel aber nicht aufs Klo gehen, sondern \u00fcberall auf die Wiese kacken, besteht eine gewissen Wahrscheinlichkeit, dass andere V\u00f6gel mit dem Vogelgrippevirus in Kontakt kommen. Das gilt das ganz Jahr \u00fcber (im Gegensatz zur Influenza, die mehr saisonal grassiert), aber im Winter \u00fcberleben die Viren etwas l\u00e4nger und zudem sind die Vogelpopulationen durch Zugv\u00f6gel gr\u00f6\u00dfer. Der eine oder andere Zugvogel wird sich infizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Dummerweise ist die Vogelgrippe so konstruiert, dass sie f\u00fcr andere Vogelarten als Enten (Mortalit\u00e4t 1 &#8211; 3%) absolut t\u00f6dlich ist (> 90% je nach Art). Treten vermehrt tote V\u00f6gel auf, werden die Veterin\u00e4r\u00e4mter aktiv und testen, woran sie gestorben sind. U.a. eben durch einen PCR-Test auf Vogelgrippe. PCR-Test haben dank des Missbrauchs w\u00e4hrend Corona nicht den besten Ruf, aber korrekt angewand zeigen sie ziemlich sicher die Todesursache an. Also: Kranich ist an Vogelgrippe umgekippt, und zwar sehr sicher.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Zuchttieren tritt in diesem Fall in einem definierten Umkreis um die festgestellten F\u00e4lle eine Stallpflicht in Kraft, unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um Massentierhaltung handelt oder Hobby-H\u00fchnerhalter. Bei Massentierhaltung sind die Tiere in der Regel gut isoliert: die St\u00e4lle arbeiten mit gefilterter Luft und sind nach au\u00dfen abgeschottet. Oft passiert dann auch weiter nichts, bis wieder Entwarnung gegeben werden kann. Aber da Enten nun mal \u00fcberall hin kacken, kann es passieren, dass der Stallknecht genau da reintritt und den Kot in den Stall verfrachtet. Es besteht also Sommers wie Winters wie Stallpflichtens eine gewissen Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit in den Stall getragen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Passiert das und ein Tier erkrankt, wird getestet, woran es erkrankt (und ggf. verstorben) ist. Sagt der PCR-Test &#8222;Vogelgrippe&#8220;, ist der Gesamtbestand unrettbar verloren, weil unter den Bedingungen der Massentierhaltung eine erkrankte Henne bereits mehr als 80% der anderen angesteckt hat, bevor sie auff\u00e4llt. Erst jetzt &#8211; definitiver und durch PCR-Test nachgewiesener Ausbruch im Betrieb &#8211; wird gekeult (anstatt die Tiere qualvoll verenden zu lassen). Also nochmal, damit das klar ist: &#8222;<em>huch, da ist ein toter Vogel und jetzt keulen wir sofort alles in 30 km Umkreis<\/em>&#8220; ist das, was durch die unklare Darstellung bei der Allgemeinheit ankommt, gekeult wird aber erst, wenn die Krankheit im Betrieb definitiv ausgebrochen ist, und keine Minute vorher.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann das Thema noch erweitern. In einem Massentierbestand ist aufgrund der Haltungsbedingungen JEDES Tier bereits infiziert, wenn das erste tot umf\u00e4llt. In Bezug auf Vogelgrippe bedeutet das, das ohne weiteres Eingreifen von 100.000 H\u00fchnern mindestens 99.000 ebenfalls tot umfallen werden. Es gibt aber auch andere Krankheiten mit geringer Mortalit\u00e4tsrate, daf\u00fcr aber Produktionseinbu\u00dfen. Im g\u00fcnstigsten Fall k\u00f6nnten die Produkte &#8211; Fleisch, Eier &#8211; zwar verwertet werden, aber hier treten wirtschaftliche Gesichtspunkte in den Vordergrund. Die Betriebe operieren heute oft nahe am Rande der Wirtschaftlichkeit und krankheitsbedingte Einbu\u00dfen von 5 &#8211; 10% in der Produktivit\u00e4t k\u00f6nnen rein rechnerisch dazu f\u00fchren, dass Keulen des Gesamtbestands und Beginn von vorne wirtschaftlich g\u00fcnstiger sind. Rechtlich ist das kein Problem, da Tiere unter Sachrecht fallen. <\/p>\n\n\n\n<p>Man kann letzteres zwar kritisieren und beispielsweise fordern, dass nicht gekeult wird und der Staat die Verluste ausgleicht. Allerdings kommen solche Vorf\u00e4lle eigentlich nicht an die \u00d6ffentlichkeit. Da werden nur die toten Kraniche und &#8222;vorsorgliches Keulen&#8220; verbreitet, weil eine solche Propaganda die Auflagen steigert. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wegen ein paar toten Kranichen werden 100.000-de von Tieren in Betrieben vorsorglich get\u00f6tet.&#8220; &#8211; Meldungen dieser Art \u00fcberschwemmen derzeit die Medien und rufen Emp\u00f6rung unter Tier- und anderen Sch\u00fctzern hervor. Irgendwo kippt ein Kranich um, und schon wird eine T\u00f6tungsmaschine f\u00fcr gesunde Tiere in Gang gesetzt! Emp\u00f6rend! 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