{"id":12109,"date":"2025-08-26T09:08:31","date_gmt":"2025-08-26T07:08:31","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=12109"},"modified":"2025-08-26T09:08:31","modified_gmt":"2025-08-26T07:08:31","slug":"northstream-kann-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2025\/08\/26\/northstream-kann-das\/","title":{"rendered":"Northstream &#8211; kann das?"},"content":{"rendered":"\n<p>Bekanntlich ist ja ein Ukrainer festgenommen worden, der an der Sprengung von drei Str\u00e4ngen der Pipeline beteiligt gewesen sein sollte.  Kann das \u00fcberhaupt so passiert sein, wie die staatlichen Stellen, denen man inzischen noch nicht einmal mehr vertrauen sollte, wenn sie einem sagen, wie sp\u00e4t es ist, behaupten?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Fangen wir mal mit der technischen Seite an. Ein Schweizer hat behauptet, nach seinen Berechnungen w\u00e4re eine kleine Atombombe notwendig gewesen, um die R\u00f6hren zu sprengen, und er liefert auch gleich einen Haufen von Indizien, die das belegen sollen. Aber &#8211; ist das nicht ein wenig hoch gegriffen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ist es! Bei den Pipelines handelt es sich um betonummantelte, unter starkem Druck stehende Stahlr\u00f6hren. Berechnung und Versuche haben ergeben, dass ca. 10 kg &#8211; 20 kg C4 gen\u00fcgen, um die Betonummantelung wegzusprengen und Sch\u00e4den an der R\u00f6hre zu verursachen, die gen\u00fcgen, um aufgrund des inneren Drucks (alle R\u00f6hren waren mit Gas gef\u00fcllt) die R\u00f6hre zu zerst\u00f6ren. Selbst mit &#8222;Angstfaktor&#8220; w\u00e4re es kein Problem, die notwendigen Mengen auf einer Yacht zu transportieren und auch unter Wasser stellt die Menge aufgrund des Auftriebs kein Problem dar. C4 ist auch problemlos unter Wasser einsetzbar. <\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Analysen und Versuche von Tauchclubs haben ebenfalls gezeigt, dass es mit bestimmten Tauchausr\u00fcstungen kein Problem ist, in der Tiefe von 80 m &#8211; 90 m zu arbeiten. Spezialausr\u00fcstung und sonstige Spezialisten sind nicht notwendig. Auch batteriebetrieben Tauchtraktoren sind klein genug, um problemlos auf einer kleinen Yacht untergebracht zu werden, was die Man\u00f6vrierf\u00e4higkeit der Taucher enorm steigert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lage der R\u00f6hren ist recht gut bekannt. Zwar sind die GPS-Daten nicht in allen Details \u00f6ffentlich, aber doch hinreichend gut, um die R\u00f6hren prinzipiell aufzusp\u00fcren. Die genaue Lage l\u00e4sst sich mit Echolot (die R\u00f6hren liegen auf dem Grund) oder Magnetometern feststellen &#8211; ebenfalls Ger\u00e4te, die heute keinen Platz wegnehmen. Die Truppe h\u00e4tte also die R\u00f6hren finden und sabotieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei dem Seegebiet handelt es sich um eines der dicht\u00fcberwachtesten der Welt. Trotzdem h\u00e4tte die kleine Yacht nicht auffallen m\u00fcssen. Die \u00dcberwachung gilt dem Gro\u00dfschiffverkehr und kleinere Yachten d\u00fcmpeln des \u00f6fteren l\u00e4ngere Zeit an einer Stelle in der Gegend. Zus\u00e4tzlich kann man den Transponder ausschalten, was den Beh\u00f6rden eigentlich auffallen sollte, aber eher dazu dient, nicht von einem Containerschiff gerammt zu werden. Also alles in Allem: machbar ist das.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir zu den Ungereimtheiten: da w\u00e4re zun\u00e4chst eine Menge von ca. 120 kg C4 oder einem vergleichbaren milit\u00e4rischem Sprengstoff. Die Ukraine ist zwar ein Korruptionsfass ohne Boden, aber solche Mengen zu erhalten, ohne dass man andernorts davon Wind bekommt? Unwahrscheinlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zweite Ungereimtheit ist die Schweigsamkeit aller Beh\u00f6rden aller beteiligten L\u00e4nder. Selbst bei einer Messerstecherei ist man offener. Wurde da seitens der Regierungen ein Maulkorb verpasst?<\/p>\n\n\n\n<p>Dritte Ungereimtheit: eine R\u00f6hre wurde ausgespart. Es wurde auch kein Sprengstoff dort installiert, der dann nicht hoch gegangen ist, denn dann w\u00e4re eine Identifikation der T\u00e4ter wohl kaum besonders schwierig. Eine geopolische Entscheidung von Hobby-T\u00e4tern, eine R\u00f6hre intakt zu lassen? Unwahrscheinlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Seymour Hersh zufolge waren es die Amerikaner, genauer die US-Navy, die die Sprengung durchgef\u00fchrt haben. Das ist aber durch nichts belegbar und, wie wir gesehen haben, auch gar nicht unbedingt notwendig. M\u00f6glich w\u00e4re es nat\u00fcrlich dennoch und die Yacht-Geschichte ein Potemkinsches Dorf.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen interessiert sich eine US-Investorengruppe f\u00fcr die Reste der Pipeline. Auch das ist etwas merkw\u00fcrdig, weil durch die EU eine Wiederinbetriebnahme &#8222;auf ewige Zeiten&#8220; ausgeschlossen wurde. Allerdings macht alles zusammen genommen nun doch langsam Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es die Ukrainer waren, waren sie nur die Handlanger anderer. Ohne Genehmigung aus den USA darf ein Ukrainer ja noch nicht mal aufs Klo gehen. Also bauen wir mal eine Geschichte zusammen:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pipeline war der US-Regierung ein Dorn im Auge, weil die Russen dadurch gute Gesch\u00e4fte mit der EU machten, w\u00e4hrend sie auf ihrem Fracking-Gas sa\u00dfen. Das kam den Deep State in den USA gerade Recht: zumindest aus der eigenen Regierung w\u00fcrde kein Protest kommen, wenn die R\u00f6hre sabotiert wird. Die US-Navy damit zu beauftragen w\u00e4re aber etwas riskant: zu viele Mitwisser. Man kann jetzt W\u00fcrfeln, ob sie das trotzdem gemacht oder tats\u00e4chlich die Nummer mit den Ukrainern durchgezogen haben. Die Ukrainer wurden aber mindestens als plausible Ablenkung aufgebaut. Strategisch macht die Zerst\u00f6rung von nur drei R\u00f6hren Sinn: bei einer \u00dcbernahme h\u00e4tte man eine funktionierende R\u00f6hre und k\u00f6nnte in Ruhe die anderen reparieren, w\u00e4hrend gleichzeitig schon Geld flie\u00dft. Geh\u00f6ren die R\u00f6hren erst einmal US-Unternehmen, sind auch die EU-Beschr\u00e4nkungen kein Problem: die US-Firmen kaufen das russische Gas ab Verdichterstation, was den Russen egal sein kann. Geld ist Geld. Auf der deuschen Seite kaufen die Versorger Gas von den US-Amerikanern, die &#8222;das Gas irgendwoher&#8220; haben. Das Argument &#8222;man kauft bei Russen&#8220; w\u00e4re vom Tisch und dass man in Europa nicht ganz so pingelig ist, daf\u00fcr wird die US-Regierung schon sorgen. Damit w\u00e4re Europa dann vollends durch die USA erpressbar: welchen Preis die Amerikaner ab \u00dcbergabestation verlangen, ist in deren Belieben gestellt und auch eine Komplettunterbrechung ist durchaus m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Womit wir nun ein plausibles Modell h\u00e4tten, was vermutlich passiert ist und wie (volks)verr\u00e4terisch die europ\u00e4ischen Regierungen und Beh\u00f6rden tats\u00e4chlich sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Ob es die Ukrainer waren, wird man wohl kaum erfahren. Der Festgenommene ist keiner der Taucher, wie die Beh\u00f6rden behaupten, wird also technisch wohl nur bedingt Auskunft geben k\u00f6nnen (falls er lange genug lebt, was in den sozialen Netzwerken bezweifelt wird).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bekanntlich ist ja ein Ukrainer festgenommen worden, der an der Sprengung von drei Str\u00e4ngen der Pipeline beteiligt gewesen sein sollte. Kann das \u00fcberhaupt so passiert sein, wie die staatlichen Stellen, denen man inzischen noch nicht einmal mehr vertrauen sollte, wenn sie einem sagen, wie sp\u00e4t es ist, behaupten? 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