{"id":12100,"date":"2025-08-23T09:50:08","date_gmt":"2025-08-23T07:50:08","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=12100"},"modified":"2025-08-23T09:50:09","modified_gmt":"2025-08-23T07:50:09","slug":"ukraine-reviseted","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2025\/08\/23\/ukraine-reviseted\/","title":{"rendered":"Ukraine reviseted"},"content":{"rendered":"\n<p>2014 erfolgte in der Ukraine ein Putsch gegen den damaligen Pr\u00e4sidenten, in dessen Verlauf es zur &#8222;Annexion&#8220; der Krim durch Russland und zu den Minsker Vereinbarungen kam, die im Wesentlichen \u00e4hnliche Autonomierechte f\u00fcr die russisch dominierte Ostukraine vorsahen, wie sie selbst in westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern mit verschiedenen Volksgruppen \u00fcblich sind. Angela Merke und Francois Hollande haben sp\u00e4ter zugegeben, dass &#8222;<em>niemand hier vorhatte, sich daran zu halten<\/em>&#8222;, um mal ein Bonmot von Walter Ulbricht zu verwenden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Situation in den Ostprovinzen eskalierte immer mehr, bis 2022 &#8222;<em>Russland mit unvorstellbarer Brutalit\u00e4t \u00fcber die Ukraine herfiel, um sie als Staat zu beseitigen<\/em>&#8220; &#8211; so zumindest die westliche Darstellung, gefolgt von der Behauptung, die russische Armee sei geschlagen worden und h\u00e4tte fluchtartig das Land verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Realit\u00e4t sagt etwas anderes: die Zahl und Art der beteiligten Truppen sowie das Fehlen einer Reserve und einer Logistik auf russischer Seite lassen nur den einen Schluss zu, dass strategisch ein schneller Vorsto\u00df in Richtung Kiew geplant war, um die Ukraine an den Verhandlungstisch zu zwingen, und nach etwa 14 &#8211; 20 Tagen ebenfalls planm\u00e4\u00dfig in sichere Positionen zur\u00fcck zu kehren. Der ukrainische Widerstand mag heftiger gewesen sein als erwartet, aber der russische Generalstab wusste auch, dass die Ukraine seit Jahren bis an die Z\u00e4hne hoch bewaffnet wurde. Insgesamt kann am als unbeteiligter Beobachter nur sagen, dass die Aktion wie geplant verlief und allenfalls der milit\u00e4rische Druck einige Tage fr\u00fcher als geplant nachlassen musste.<\/p>\n\n\n\n<p>Verhandlungen fanden in Istanbul unter t\u00fcrkischer Vermittlung statt. Wenn man russische und westliche Darstellungen wegen des zu erwartenden Bias ausl\u00e4sst und die t\u00fcrkische Sicht betrachtet, waren die russischen Forderungen gegen\u00fcber Minsk zwar gestiegen, aber nicht unannehmbar. F\u00fcr die Ostukraine h\u00e4tten weiterhin die Minsker Bedingungen gegolten, vielleicht mit etwas mehr Autonomie. Die ukrainische Seite war wohl nicht abgeneigt, bis Boris Johnson dort erschien und Geld und Waffen in jeder Menge versprach, wenn die Ukraine die Verhandlungsergebnisse ablehne. Die Ukraine lehnte ab.<\/p>\n\n\n\n<p>2023 machten sich die Chinesen auf Weg mit einem Vorschlag, alles unter internationale Aufsicht zu stellen und nach einiger Zeit in allen Gebieten unter Einschluss der Krim eine Volksabstimmung abzuhalten. Die Russen stimmten zu, die Ukrainer nach weiteren Interventionen besonders der EU-L\u00e4nder erneut ab. Seitdem h\u00e4lt sich China aus der Sache heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun machen die USA Vorschl\u00e4ge, wie man die Sache beenden k\u00f6nnte, abgestimmt auf die russischen Vorstellungen, die sich angesichts der milit\u00e4rischen Lage nat\u00fcrlich auch weiter entwickelt haben. Wieder auf Intervention des Trio Infernale &#8211; Merz, Macron, Starmer (<em>inzwischen auch der finnische Pr\u00e4sident Stubb, der allen Ernstes an den Widerstand der Finnen gegen die Sowjets im 2. Weltkrieg erinnert, NS-Deutschland einen Waffenbruder und die Russen \u00f6ffentlich &#8222;hunnische Horden&#8220; nennt<\/em>) &#8211; ist in der Ukraine keine Zustimmung zu holen. Im Gegenteil bombardiert sie inzwischen die \u00d6lpipeline nach Ungarn und Tschechien und sch\u00e4digt damit die L\u00e4nder, von denen sie Unterst\u00fctzung verlangt.<\/p>\n\n\n\n<p>Den USA kann das fast egal sein. Sie zieht ihr Engagement zur\u00fcck und liefert Waffen gegen Barzahlung durch die Europ\u00e4er an die Ukraine (falls sie liefern kann). Trump kann also zu Hause sagen &#8222;<em>wir sind raus und wenn die was von uns kaufen wollen, sollten wir uns nicht sperren<\/em>&#8222;, was ihm politisch gut tun d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun kann man sich angesichts der milit\u00e4rischen Lage fragen, weshalb die Ukraine nicht einfach die Europ\u00e4er ignoriert und \u00fcber andere Dritte mit Russland etwas aushandelt. Eine Frage, die kompliziert wirkt, aber sehr einfach zu beantworten ist: die Ukraine ist ein riesengro\u00dfer korrupter Sumpf, in dem ein gro\u00dfer Teil der Milliarden, die hineingepumpt werden, spurlos verschwindet. So lange die ukrainische F\u00fchrungsschicht mehr als blendend an der Sache verdient, wird sie ihr eigenes Volk weiterhin bluten lassen. Und bislang flie\u00dfen die Milliarden ja noch. <\/p>\n\n\n\n<p>Und die Europ\u00e4er? Die stehen nach dem Trumpschen R\u00fcckzug aus der Sache mit herunter gelassenen Hosen da und merken, dass sie sich da eine ziemlich \u00fcble Suppe eingebrockt haben, die sie ausl\u00f6ffeln m\u00fcssen. Endet der Krieg in der Ukraine im russischen Sinn &#8211; und das wird er &#8211; brechen die EU-Staaten finanziell zusammen und das war es mit der EU (was f\u00fcr goldenen Aussichten!!!). Also versucht man wie ein Junkie, dem der Stoff ausgeht, mit allen Mitteln, sich einen weiteren Kick zu verschaffen, obwohl das v\u00f6llig aussichtslos ist und Westeuropa genau wie der Junkie physisch und psychisch immer mehr verkommt. Diese Leute werden es weiter treiben bis zum &#8222;Goldenen Schuss&#8220;, und den werden sie Westeuropa versetzen, weil keiner da ist, der sie aufhalten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann noch eine weitere Sache anh\u00e4ngen. Nach westlichen Sch\u00e4tzungen belaufen sich die russischen Verluste auf 1 Mio Mann, davon ca. 250.000 Gefallene. Auf ukrainischer Seite gibt es angeblich ca. 80.000 Tote und 400.000 Verwundete. Die russische Seite schweigt zu den eigenen Verlusten, allerdings ist ein Verh\u00e4ltnis Ukraine : Russland = 1 : 4 &#8211; 5 eher unwahrscheinlich. Aufgrund der materiellen \u00dcberlegenheit der Russen und dem derzeitigen Kriegsverlauf w\u00e4re ein aus milit\u00e4rstrategischer Sicht ein Verh\u00e4ltnis von 1,5 &#8211; 2 : 1 zu Lasten der Ukraine wahrscheinlicher.  Russische Hacker haben angeblich den Server des ukrainischen Generalstabs geknackt und geben vor, ca. 1,7 Mio ukrainische Verluste beweisen zu k\u00f6nnen (mit Namen, Adressen, Fotos, &#8230;); eine Verifikation gibt es bislang nicht. Eine andere (westliche) Gruppe hat versucht, aus sozialen Netzwerken auf die Verluste zu schlie\u00dfen. Nach deren Auswertung von Stichproben sind auf ukrainischer Seite nur ca. 20% der urspr\u00fcnglichen Soldaten noch in der Truppe, w\u00e4hrend es bei den Russen zwischen 70% und 80% sein sollen. Sie schlie\u00dfen darauf auf eine Verlustrate von ca. 1,5 Mio Ukrainern. Das w\u00e4re ein Verh\u00e4ltnis von ca. 4 &#8211; 5 : 1, eine Zahl, die von den Russen h\u00e4ufiger behauptet wird. Das lasse ich mal so stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie dem auch sei: man muss sich wirklich allm\u00e4hlich ernsthaft \u00fcberlegen, ob man die westeurop\u00e4ischen Kriegstreiber nicht langsam des V\u00f6lkermords an den Ukrainern bezichtigen sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2014 erfolgte in der Ukraine ein Putsch gegen den damaligen Pr\u00e4sidenten, in dessen Verlauf es zur &#8222;Annexion&#8220; der Krim durch Russland und zu den Minsker Vereinbarungen kam, die im Wesentlichen \u00e4hnliche Autonomierechte f\u00fcr die russisch dominierte Ostukraine vorsahen, wie sie selbst in westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern mit verschiedenen Volksgruppen \u00fcblich sind. 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