{"id":12036,"date":"2025-07-21T11:23:08","date_gmt":"2025-07-21T09:23:08","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=12036"},"modified":"2025-07-21T11:23:08","modified_gmt":"2025-07-21T09:23:08","slug":"die-struktur-im-trumpschen-chaos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2025\/07\/21\/die-struktur-im-trumpschen-chaos\/","title":{"rendered":"Die Struktur im Trumpschen Chaos"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Raus aus dem Ukraine-Krieg, rein in den Ukraine-Krieg. Diese und andere Kehrtwendungen scheinen willk\u00fcrlich zu sein und lassen Trump chaotisch und unberechenbar erscheinen. Erweitert man den Blickwinkel, wird aber einiges durchaus plausibel und logisch, wenngleich auch vieles nat\u00fcrlich Spekulation bleiben muss.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das gro\u00dfe Ganze<\/h3>\n\n\n\n<p>Trump hat nur noch diese Amtszeit, weil die US-Verfassung in weiser Voraussicht mehr als zwei Amtszeiten verbietet. Wer kommt danach? Tunlichst ein Kronprinz, der die Arbeit des scheidenden K\u00f6nigs fortf\u00fchrt und dem man den Staffelstab am Ende der Amtszeit \u00fcbergibt. Dazu muss man aber jemanden haben, der obendrein noch gew\u00e4hlt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kronprinz ist mutma\u00dflich J.D.Vance, mit 40 Jahren vergleichsweise noch ein Jungspund, aber mit Charisma. Ob er \u00f6fter in den Medien auftritt als seine Amtsvorg\u00e4nger, sei einmal dahin gestellt, aber seine burschikose und direkte Art l\u00e4sst ihn im Ged\u00e4chtnis bleiben und bringt ihm Punkte beim W\u00e4hlervolk. Und seine Auftritte beispielsweise in der NATO oder gegen\u00fcber Selenski sind sicher keine Unf\u00e4lle, sondern mit Trump abgestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinter Vance stehen die einflussreichen Tech-Milliard\u00e4re Musk als Frontmann und Thiel als Backgroundplayer. Eine weitere graue Eminenz ist R.F.Kennedy jr. Mit Pete Hegseth, Marco Rubio, Tulsi Gabbard u.a. ist da ein au\u00dferordentlich junges Team aufgestellt, dass altersm\u00e4\u00dfig durchaus in der Lage ist, die USA f\u00fcr die n\u00e4chsten 12 Jahre zu \u00fcbernehmen. Interessant auch, dass viele dieser Player erst in der letzten Zeit offiziell zusammen gefunden haben, was ebenfalls auf solche zeitlich sehr weit reichenden Pl\u00e4ne deuten k\u00f6nnte. Jetzt muss nur noch daf\u00fcr gesorgt werden, dass Vance in 3,5 Jahren auch gew\u00e4hlt wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Stolperstein Epstein<\/h3>\n\n\n\n<p>Dazu muss Trump zun\u00e4chst einmal seine Wahlversprechen umsetzen, als da unter anderem w\u00e4ren<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Migrationsproblem l\u00f6sen,<\/li>\n\n\n\n<li>Abrechnung mit dem alten Establishment durch DOGE und Freigabe der Epstein-Akten,<\/li>\n\n\n\n<li>weitgehende Beendigung der Kriegsbeteiligungen und deren Finanzierung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Beim Migrationsproblem kann er weitgehend erfolgreich agieren, weil selbst die Gouverneure der Einzelstaaten dem Potus hier nicht gro\u00dfartig reinreden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Problematisch wird es aber beim zweiten Thema. Musk leitet zwar die DOGE (Department of Government Efficience), musste aber nach einigen Anfangserfolgen doch zur\u00fcckstecken, weil er nach eigenen Berichten auf erhebliche Widerst\u00e4nde in einflussreichen Netzwerken der Verwaltung stie\u00df. \u00c4hnlich erging es anscheinend Trump selbst mit den Epstein-Akten, die f\u00fcr die US-W\u00e4hler ein Symbol f\u00fcr das korrupte Establishment sind und deshalb eine f\u00fcr europ\u00e4ische Verh\u00e4ltnisse ungewohnte Beachtung und Bedeutung haben. Neben wenigen juristischen Hindernissen, die aber durchaus kommunizierbar w\u00e4ren, st\u00f6\u00dft anscheinend selbst der Potus auf Machtstrukturen, die vermutlich weit in die internationalen R\u00e4ume reichen und an denen er nicht so einfach vorbei kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: er kann nicht oder nur teilweise liefern, was bei vielen W\u00e4hlern zum streichen des \u201er\u201c in liefern f\u00fchrt und sie weglaufen. F\u00fcr die f\u00fcr die n\u00e4chste Pr\u00e4sidentschaft wichtigen Mid-Terms-Wahlen k\u00f6nnte das ein Problem f\u00fcr den Kronprinzen und damit f\u00fcr den Gesamtplan werden. Und hier sind wir beim ersten Chaospunkt angekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Musk hat erheblich in Trumps Wahlkampf investiert und in der ersten Zeit entstand den Eindruck, die beiden seien auch in Regierungspositionen ein Herz und eine Seele. Dann kam Trumps &#8222;Big Beautiful Bill&#8220;, die Subventionsstreichungen f\u00fcr E-Mobile mit sich bringt und au\u00dferdem eine weitere Verschuldung des Staates nach sich ziehen w\u00fcrde. Von einem Tag auf den anderen gingen sich die beiden an die Gurgel, was schlie\u00dflich darin endete, dass Musk seine eigene Partei gr\u00fcndete. Chaos pur.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn das Chaos gar keines ist? Logisch ist so eine 360\u00b0-Baerbock-Kehre eher unwahrscheinlich. Die Folgen f\u00fcr Tesla verursachen zwar einige Schmerzen, sind aber alles andere als kritisch. Tesla (und damit Musk) kann das wegstecken. Das Gesetz d\u00fcrfte auch kaum als Idee auf dem Klo entstanden sein, das noch vor dem H\u00e4ndewaschen umgesetzt wird. So etwas braucht Vorlaufzeit. Es erm\u00f6glicht Trump zudem die Umsetzung einiger eigener Projekte, ohne jedes mal beim Kongress nachfragen zu m\u00fcssen. Wozu also das Theater bis hin zur Gr\u00fcndung einer neuen Partei?<\/p>\n\n\n\n<p>Die neue Partei bringt zwar etwas Aufregung in das US-2-Parteinsystem, hat aber letztlich keine Chance, zumal Musk aus geborener Ausl\u00e4nder nicht Pr\u00e4sident werden kann. Schlussfolgerung: da haben ein paar Oscar-verd\u00e4chtige Schauspieler ein grandiose und echt wirkende Show abgezogen, an deren Ende eine neue Partei steht, die m\u00f6gliche W\u00e4hlerverluste aufgrund nicht erf\u00fcllbarer Wahlversprechen durch geschicktes taktisches operieren ausgleicht und die Sache f\u00fcr Vance bei den Midterms wieder ins Lot bringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zugegeben, das ist reine Spekulation und vielleicht etwas gewagt, aber den Protagonisten durchaus zuzutrauen. Man muss nun weiter beobachten, wie sie DOGE, Epstein und das \u201eZerw\u00fcrfnis\u201c entwickeln, um Klarheit zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Stolperstein Ukraine<\/h3>\n\n\n\n<p>Dem US-W\u00e4hler ebenso ein Dorn im Auge wie den europ\u00e4ischen: das bodenlose Fass Ukraine. W\u00e4hrend im eigenen Land immer weniger geht, wird Milliarde auf Milliarde dort versenkt. Rein formal war das meiste kein Geschenk, sondern ein Kredit (\u00e4hnlich wie in den Weltkriegen), nur ist so etwas den W\u00e4hlern schlecht zu vermitteln und au\u00dferdem besteht die nicht kleine Gefahr, dass der Schuldner zahlungsunf\u00e4hig ist und der Kredit abgeschrieben werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Trump versprach, den Krieg schnell zu beenden, musste aber feststellen, dass seine Versuche von Selenski und den EU-Staaten torpediert wurden, wobei vermutlich auch starke Interessengruppen in den USA, vertreten u.a. durch verschiedene Senatoren, beteiligt waren. Das Problem:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Er muss seinen W\u00e4hlern etwas liefern.<\/li>\n\n\n\n<li>Er muss sich mit dem Senat arrangieren, der den Krieg weiter f\u00fchren will.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Also Umschwenk (als scheinbares Chaos): es wird weiter an die Ukraine geliefert, allerdings nur, wenn die Europ\u00e4er die Waffen direkt bezahlen. F\u00fcr die W\u00e4hler: es flie\u00dft kein Geld mehr ab und es werden Arbeitspl\u00e4tze gesichert. F\u00fcr den Senat: der Krieg geht weiter. Zus\u00e4tzlich wird damit auch die Koalition der Kriegswilligen im Senat und in Europa aufgebrochen: die einen bekommen den Krieg und verdienen daran, die anderen bekommen den Krieg und m\u00fcssen ihn bezahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Womit das Chaos aber noch nicht zu Ende ist: Frankreich, Italien, Polen und die Tschechei stellen fest, dass sie gerne weiter unterst\u00fctzen, aber durch Verkauf eigener Waffen und nicht durch Kauf von US-Waffen. Spanien und Portugal haben andere Probleme und werden sich ebenfalls nicht beteiligen. Bei den Briten bleibt es bei der Zusage eines Truppenkontingents, das mehr oder weniger selbst in Gro\u00dfbritannien nicht existiert. Bleiben haupts\u00e4chlich Deutschland und ein paar Skandinavier, die das aber mit Sicherheit nicht stemmen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiterer Umschwenk: ein 50-Tage-Ultimatum an Russland, nach dessen Ablauf es dann richtig zur Sache gehen soll bez\u00fcglich der Beteiligung von US-Waffen. Jetzt f\u00e4ngt wieder die spekulative Phase an, denn auch das ist mutma\u00dflich ein Scheinman\u00f6ver. Fassen wir die bekannten Fakten zusammen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Jeder wei\u00df, dass Russland nicht auf ein Ultimatum eingeht, wenn seine Interessen nicht ber\u00fccksichtigt sind. Russland ist bewusst der falsche Adressat f\u00fcr das Ultimatum. Au\u00dferdem k\u00f6nnen in 50 Tagen beim derzeitigen Kriegsablauf noch deutlich bessere Positionen erreicht werden.<\/li>\n\n\n\n<li>50 Tage ist vermutlich die zeitliche Untergrenze, um \u00fcberhaupt die erste Lieferung anlaufen zu lassen, sollten die Europ\u00e4er doch die Kosten \u00fcbernehmen. Trump braucht daher gar nicht erst weiter in Vorleistung zu gehen und kann die 50 Tage aussitzen.<\/li>\n\n\n\n<li>Wie in Europa sind die Magazine leer und die US-Streitkr\u00e4fte m\u00fcssen selbst erst einmal wieder auf gen\u00fcgend Reserven kommen. Lieferungen ins Ausland sind da ohnehin problematisch. Das hat auch mit den US-Strategien zu tun, die darauf beruhen, irgendwo auf der Welt schnell und unangek\u00fcndigt zuzuschlagen, alles zu zerst\u00f6ren und sich dann wieder aus dem Staub zu machen. Dazu braucht man nur begrenzte Vorr\u00e4te. F\u00fcr einen Monate dauernden Konflikt ist die Strategie nicht ausgelegt, was auch das Verteidigungsministerium offen zugibt. Zudem sind die US-Waffen \u00fcberz\u00fcchtet und enthalten viel Schnickschnack, der vielfach \u00fcberfl\u00fcssig ist, aber sie extrem teuer macht (bis zum doppelten Preis gegen\u00fcber europ\u00e4ischen Waffen) und gleichzeitig die Produktionskapazit\u00e4t begrenzt. Selbst wenn voll geliefert werden wollte, es ginge nicht, da die Kapazit\u00e4ten bei allem unter dem Bedarf des eigentlich immer noch als Regionalkonflikt anzusehenden Ukraine-Kriegs liegen. Sie zu steigern ist ebenfalls ein Problem, da vieles von Rohstofflieferungen aus China abh\u00e4ngt, was g\u00fcnstigstenfalls innerhalb von 5 \u2013 10 Jahren zu beseitigen w\u00e4re.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Das Ultimatum ist keine drei Tage alt, da wird ein regierungsinternes Memorandum durchgestochen: der stellvertretende Verteidigungsminister teilt dem Verteidigungsminister mit, dass die USA nicht in der Lage sind, drei Konfliktherde (Ukraine, Israel und die zunehmenden Spannungen in Fernost) zu bedienen. Man solle zwei schlie\u00dfen und sich auf den wesentlichen Schauplatz (= China) konzentrieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Womit, wenn diese Spekulationen stimmen, das 50-Tage-Ultimatum klar ist: nach dieser Frist wird Trump den Kriegssenatoren eine immer aussichtslosere Lage in der Ukraine, eine russische Weigerung und das Memo vorlegen und damit den schwarzen Peter weitergeben. Ukraine weiter beliefern anstatt sich auf China zu konzentrieren? Ich wollte das nicht, aber der Senat zwingt mich dazu. Oder die Ukraine auslaufen lassen? Prima, dann habe ich ja mein Wahlversprechen gehalten. Auch hier muss man also erst noch ein paar Tage warten, ob es tats\u00e4chlich zu einer weiteren Eskalation kommt oder die Sache eher mit ein paar symbolischen Kraftakten, die alle Seiten (au\u00dfer den Europ\u00e4ern und den Ukrainern) aussitzen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nebenbemerkung: den Europ\u00e4ern ist es gelungen, neben den Chinesen nur auch die Inder nachhaltig zu ver\u00e4rgern. Das betrifft zwar die Amerikaner weniger, schr\u00e4nkt aber doch die Handlungsoptionen, weiterhin den \u201egro\u00dfen Max\u201c zu spielen ein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Stolperstein Israel<\/h3>\n\n\n\n<p>Bez\u00fcglich Israel besteht ein \u00e4hnliches Problem wie mit der Ukraine: w\u00e4hrend die Machtzirkel des Establishments auf unbegrenzte kritiklose Unterst\u00fctzung von Israel setzen, g\u00e4rt es auch hier bei den W\u00e4hlern, was zu einem zunehmenden Antizionismus und im weiteren zu Antisemitismus f\u00fchrt. Trumps W\u00e4hlerproblem sind aber weniger die Juden als die christlichen Evangelikalen, die aus endzeit-ideologischen Gr\u00fcnden auf eine bedingungslose Unterst\u00fctzung Israels setzen. Er muss also zwei W\u00e4hlergruppen mit unterschiedlichen Interessen bedienen. Zu ber\u00fccksichtigen ist auch eine zunehmende weltweite Kritik am israelischen V\u00f6lkermord an den Pal\u00e4stinensern, der mit immer perfideren Methoden in Szene gesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Versuch, erst einmal mit dem Iran Ruhe zu schaffen, st\u00f6\u00dft er auf ein \u00e4hnliches Problem wie in der Ukraine. Torpedieren dort die Europ\u00e4er seine Bem\u00fchungen, ist es hier Netanyahu, mutma\u00dflich ebenfalls von einflussreichen Kreise des Establishments unterst\u00fctzt, was Trumps M\u00f6glichkeiten beschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim israelischen \u00dcberfall auf den Iran mitten w\u00e4hrend laufender Verhandlungen, mutma\u00dflich ma\u00dfgeblich durch die Europ\u00e4er durch logistische Unterst\u00fctzung in Szene gesetzt, haben sich gravierende milit\u00e4rische Probleme gezeigt. Offiziell sind nat\u00fcrlich die Israelis Sieger, aber Satellitenauswertungen einer amerikanische Hochschule, mit denen die israelische Zensur umgangen wird, zeigen, dass die Iraner nicht nur gro\u00dfe Zerst\u00f6rungen angerichtet haben (es werden alleine drei Milit\u00e4rbasen als stark besch\u00e4digt identifiziert, die offiziell keinen Kratzer abbekommen haben), sondern nach dem 12. Tag, an dem der Konflikt erst mal auf Eis gelegt werden konnte, mehr oder weniger freies Schussfeld gehabt h\u00e4tten. Der Iron-Dome existierte durch Auslaugung schlicht nicht mehr (das h\u00e4tte man sich eigentlich denken k\u00f6nnen, nachdem die USA vergleichbare Erfahrungen mit den Huthis machen durften und ihre Schiffe abzogen). Es spricht einiges f\u00fcr die Spekulation, dass die US-Angriffe mit den Iranern abgestimmt waren, um den Israelis den Arsch zu retten und Ruhe in die Situation zu bringen (zu dem Preis, dass nun niemand den Iran mehr daran hindern kann, zu einem Nordkorea zu werden, wenn er es darauf anlegt).<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen scheint sich da Frust in der US-Regierung breit zu machen. Netanyahu l\u00e4sst weiterhin in der Nachbarschaft herum bomben und f\u00fchrt den V\u00f6lkermord an den Pal\u00e4stinensern fort, was inzwischen m\u00f6glicherweise zu einem echten Problem werden kann: ein US-B\u00fcrger zu Besuch bei seinen pal\u00e4stinensischen Verwandten im Westjordanland ist von israelischen \u201eSiedlern\u201c erschlagen worden, ohne dass dies irgendwelche Folgen h\u00e4tte. In den USA ist die Nachricht anscheinend noch unter Verschluss, aber man kann sich leicht vorstellen, wie die amerikanische Seele reagiert, wenn das breiter bekannt wird. Ein US-Beamter des Wei\u00dfen Hauses erkl\u00e4rte, dass man Netanyahu zunehmend f\u00fcr einen nicht mehr kontrollierbaren Verr\u00fcckten h\u00e4lt. Spekulationen, wie Trump diese Kuh vom Eis bekommen will, sind aber noch zu fr\u00fch.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Chaos Z\u00f6lle<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Hauptproblem der USA ist die ungeheure Verschuldung. Zu nahezu keinem Land der Welt haben die USA eine ausgeglichene Handelsbilanz und leben trotz der Betonung \u201egr\u00f6\u00dfte Volkswirschaft der Welt\u201c auf Kosten anderer. Der Amerikaner sieht und konsumiert und z\u00fcckt bei der Frage nach der Bezahlung einen Dollarschein mit der Bemerkung \u201ehier, frisch gedruckt\u201c. Das geht immer weniger gut, da sich viele L\u00e4nder immer mehr dem BRICS-Konzept zuwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem ist dadurch zu beseitigen, dass zun\u00e4chst einmal die Waren in den USA hergestellt werden, statt sie auf Pump im Ausland zu kaufen. Dazu muss aber erst einmal die Produktion anlaufen, was Investitionen erfordert und hohe Preise zur Folge hat. Z\u00f6lle machen ausl\u00e4ndische Produkte teurer und erm\u00f6glichen eine inl\u00e4ndische Produktion zu akzeptablen Preisen. Das dauert nat\u00fcrlich und f\u00fchrt zu h\u00f6heren Inlandspreisen oder leeren Regalen \u2013 beides keine Werbung bei den W\u00e4hlern.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das scheint ein \u2013 diesmal aber bewusst chaotisch wirkender \u2013 Eiertanz zu sein. Welcher Lieferant wehrt sich am wenigsten? Welche Einschr\u00e4nkungen sind bei den eigenen Leuten durchsetzbar? Letztlich eine langwierige Geschichte, in der mal hier, mal da Duftmarken gesetzt und je nach Reaktion modifiziert werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p>Letztlich scheint die Politik auf eine sehr langfristige Perspektive ausgelegt zu sein, in der die Ma\u00dfnahmen kontrolliert werden sollen (Kronprinz-Prinzip). Sie ist mutma\u00dflich darauf ausgelegt, die USA wieder mehr wettbewerbsf\u00e4hig zu machen (Trump ist Gesch\u00e4ftsmann und nicht Ideologe), weil selbst milit\u00e4rische die F\u00fchrungsrolle angekratzt ist. Dazu passt auch der Aktionismus in Fernost, wo sich beide Seiten \u2013 auch das aber wieder Spekulation \u2013 letztlich damit zufrieden geben werden, dass Taiwan zu China geh\u00f6rt, aber die Werkbank Taiwan eher von den USA kontrolliert wird. Das Chaos entsteht eher dadurch, dass Trump sich auch gegen inneren Widerstand des alten Establishments durchsetzen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>In Bezug auf Deutschland\/Europa ist anzumerken, dass auch bei einer AfD-Regierung mit solchen Effekten zu rechnen ist, da das ideologische Establishment zu tief in den Strukturen verankert ist (Hinweise dazu gibt es aus Italien, wo auch nicht alles so rund l\u00e4uft, wie vom W\u00e4hler gew\u00fcnscht). Man kann aber auch davon ausgehen, dass die hiesigen Ideologen weder etwas verstehen noch etwas verstehen wollen und die EU-Staaten komplett unter die R\u00e4der geraten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Raus aus dem Ukraine-Krieg, rein in den Ukraine-Krieg. Diese und andere Kehrtwendungen scheinen willk\u00fcrlich zu sein und lassen Trump chaotisch und unberechenbar erscheinen. Erweitert man den Blickwinkel, wird aber einiges durchaus plausibel und logisch, wenngleich auch vieles nat\u00fcrlich Spekulation bleiben muss. 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