{"id":11842,"date":"2025-05-02T15:36:00","date_gmt":"2025-05-02T13:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=11842"},"modified":"2025-05-02T09:26:09","modified_gmt":"2025-05-02T07:26:09","slug":"seltene-erden-und-so","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2025\/05\/02\/seltene-erden-und-so\/","title":{"rendered":"Seltene Erden und so"},"content":{"rendered":"\n<p>Immer wieder ist von seltenen Erden und der Ukraine die Rede. Die hei\u00dfen aber nicht selten, weil sie kaum irgendwo vorkommen. Der Name r\u00fchrt daher, dass ihr Anteil an der Gesamtmege relativ gering ist. Je nachdem, worum es sind handelt, nur wenige Prozent, manche auch deutlich unter 1%.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wenn man sie f\u00f6rdern will, kann man sich das am Besten an den L\u00f6chern in der K\u00f6lner Bucht klar machen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"532\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/DSC6591.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11843\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/DSC6591.jpg 800w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/DSC6591-300x200.jpg 300w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/DSC6591-768x511.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Grund sie die im Verh\u00e4ltnis noch klein, weil man in den dicht besiedelten Gebieten gewisse R\u00fccksichten nehmen muss. Der Unterschied: bei den Braunkohlegruben muss man 200 m Erde weggkratzen und hat dann den reinen Rohstoff vor sich, bei seltenen Erden muss man die 200 m Erde gewisserma\u00dfen durchsieben, um das Produkt zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland gibt es in einigen Gegenden auch Vorkommen, die sich theoretisch ausbeuten lie\u00dfen. Allerdings nicht unbedingt konkurrenzf\u00e4hig aufgrund<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>des vergleichsweise geringen Gehaltes gegen\u00fcber anderen Vorkommen,<\/li><li>der ungleich h\u00f6heren allgemeinen Kosten wegen der politischen Verbl\u00f6dung und<\/li><li>der Unm\u00f6glichkeit, so etwas in dicht besiedelten Gebieten, die auch der Erholung dienen, durchsetzen zu k\u00f6nnen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>In der Ukraine ist das aufgrund der Fl\u00e4chen weniger ein Problem, in China und Russland auch nicht und auch die USA denken jetzt dar\u00fcber nach, ihre eigenen Lagerst\u00e4tten zu erschlie\u00dfen, worauf sie aus Kostengr\u00fcnden (auch die USA sind mit ihren Nebenkosten relativ teuer) verzichtet haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Also wie geht&#8217;s weiter:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Man gr\u00e4bt ein gro\u00dfes Loch, sofern es sich um relativ lockere Erde handelt. Liegt das ganze in einem Gesteinsmassiv, hat man verloren, es sei denn, es handelt sich um Gold (das einen hohen Wert hat) oder um andere Erze, bei deren F\u00f6rderung die Bestandteile mit seltenen Erden als Abfall anfallen. <\/li><li>Das Zeug f\u00e4hrt man dann mit riesigen LKW zur Zwischenverarbeitung, die in der N\u00e4he der Gruben ist und ebenfalls einiges an Platz beansprucht. Hier wird zerkleinert, gewaschen (-> <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"siehe Kohlew\u00e4sche (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kohlenw%C3%A4sche\" target=\"_blank\">siehe Kohlew\u00e4sche<\/a>), zum Teil auch mit Chemikalien behandelt. Letztlich m\u00fcssen dazu gewisse Voraussetzungen vorhanden sein (z.B. Wasser) und es ist im Grunde eine ziemliche Sauerei. Das ist aber notwendig, um die Erden so weit konzentieren, dass sich der Abtransport lohnt.<\/li><li>Was \u00fcbrig bleibt, transportiert man wie alle anderen Erze auch zur Raffinierung, also zum Erzeugen des Reinprodukts. Die Eisen- und Stahlherstellung mit ihren Hoch\u00f6fen und Blas\u00f6fen ist so eine Raffinierung. F\u00fcr die seltenen Erden gibt es nat\u00fcrlich andere Verarbeitungsschritte. Erst dann hat man die gew\u00fcnschten Reinprodukte.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Und jetzt kommt der eigentliche Knackpunkt: der letzte Schritt findet fast ausschlie\u00dflich in China statt. 1. und 2. n\u00fctzen gar nichts, wenn man keinen hat, der das Zeug aufarbeitet. Und da kommt ein weiterer Punkt der absoluten politischen verbl\u00f6dung hinzu: wenn man die Chinesen ver\u00e4rgert, sagen die &#8222;machen wir f\u00fcr euch nicht mehr&#8220;, wie unl\u00e4ngst gegen\u00fcber den USA geschehen. Nat\u00fcrlich kann man eigene Verarbeitungskapazit\u00e4ten aufbauen: in Russland w\u00fcrde (vermutlich) das ein paar Jahre dauern, in den USA nach Sch\u00e4tzungen der Fachleute ein paar Jahrzehnte, in Europa und insbesondere Deutschland nach eigener Erfahrung ein paar Jahrhunderte. Und so lange gibt&#8217;s dann keine Handys, Rechner oder sonstigen elektronischen Schnickschnack mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum China? Die meisten Technologien, in denen das Zeug ben\u00f6tigt wird, stammen aus den USA. Die haben, als es losging, zwei Sachen erkannt:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Den Dreck wollen wir eigentlich bei uns nicht (inzwischen denken sie anders, siehe Fracking).<\/li><li>In China kostet die Aufbereitung nur einen Bruchteil und bietet mehr Profit.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Also hat insbesondere die US-Industrie \u00fcber Jahrzehnte hinweg alles nach China verlagert, was es den Chinesen aber auch erlaubte, gewisserma\u00dfen erwachsen zu werden, die Anlagen zu \u00fcbernehmen oder eigene zu bauen und an der Sache Geld zu verdienen, allerdings nicht so viel, dass anderswo Verarbeitungskapazit\u00e4ten aufgebaut wurden. D.h. der Westen hat selbst f\u00fcr die Vormachtstellung Chinas gesorgt und erntet jetzt nur, was er ges\u00e4ht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun muss man sagen, weder China noch Russland nutzen ihre Positionen f\u00fcr Erpressung, wie es die USA machen. Beide Nationen setzen eher auf freien Handel, um den Lebensstandard ihrer Bev\u00f6lkerung zu heben. Mit Erfolg, muss man sagen. Im Erpresserland USA geht es dagegen immer weiter bergab, was den Wohlstand der Bev\u00f6lkerung betrifft. \u00dcber Europa brauchen wir gar nicht erst zu reden. Aber wo geht die Reise hin? Ein designierter Au\u00dfenminister Wadephul skandiert in typischer 1914-Manier<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>&#8222;Russland wird immer ein Feind von uns bleiben.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>der DGB-Chef jubelt ausgerechnet auf einer 1.Mai-Feier, wenn die Bev\u00f6lkerung wieder zum Krieg scharf gemacht wird und &#8222;Arbeiter auf Arbeiter&#8220; schie\u00dfen sollen. Andere machen Front gegen China, das man in seine Schranken weisen muss. Wer noch halbwegs bei Sinnen ist, kann nur noch den Kopf sch\u00fctteln. Die Russen sehen das inzwischen anscheinend fatalistisch:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Trotz der aggressiven Rhetorik sieht man in Russland in Wadephul dennoch eine Verbesserung gegen\u00fcber Baerbock. Er habe immerhin Umgangsformen, hei\u00dft es. In Moskau wertet man es schon als einen Beitrag zur Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen, wenn der deutsche Au\u00dfenminister in der Lage ist, mit Messer und Gabel zu essen. Auf diesem Niveau ist das politische Berlin angelangt. <\/p><cite><a href=\"https:\/\/rtde.site\/meinung\/243801-angst-deutschlands-vor-frieden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">https:\/\/rtde.site\/meinung\/243801-angst-deutschlands-vor-frieden\/<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ob sich der Abbau seltener Erden in Deutschland irgendwann lohnt? Immerhin liegen die Konzentrationen mancher Stoffe im Bereich 0,5%. Was sich definitiv nicht lohnt, ist das Sch\u00fcrfen nach politischer Intelligenz: die liegt im einstellen ppm-Bereich, das sind ca. 2 Zehnerpotenzen Unterschied.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder ist von seltenen Erden und der Ukraine die Rede. Die hei\u00dfen aber nicht selten, weil sie kaum irgendwo vorkommen. Der Name r\u00fchrt daher, dass ihr Anteil an der Gesamtmege relativ gering ist. Je nachdem, worum es sind handelt, nur wenige Prozent, manche auch deutlich unter 1%. 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