{"id":1183,"date":"2017-12-09T10:20:20","date_gmt":"2017-12-09T09:20:20","guid":{"rendered":"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=1183"},"modified":"2017-12-09T10:20:20","modified_gmt":"2017-12-09T09:20:20","slug":"bitcoin-or-how-to-burn-money","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2017\/12\/09\/bitcoin-or-how-to-burn-money\/","title":{"rendered":"&#8222;BitCoin&#8220; or &#8222;How to burn money&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>BitCoin und andere Krypt&#8220;w\u00e4hrungen&#8220; sind derzeit der Renner. Kurssteigerungen um viele 100% locken derzeit mal wieder Gierige an, und die Qualit\u00e4tsmedien tun ihren Teil dazu, solides Halb- bis Nichtswissen zu verbreiten und gut gemeinte Leserbriefe schlicht zu ignorieren. Was ist BitCoin?<!--more--><\/p>\n<p>BitCoin ist ein elektronischer Datensatz, der mit einem PublicKey-System wie RSA, dass in verschl\u00fcsselten Webseiten eingesetzt wird, abgesichert wird. Public Key Systeme bestehen aus einem \u00f6ffentlichen und einem privaten Schl\u00fcssel. Jeder kann mittels des \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssels kontrollieren, ob alles seine Richtigkeit hat, aber nur der Inhaber des privaten Schl\u00fcssels kann \u00c4nderungen vornehmen.<\/p>\n<p>Mit diesem Datensatz kann man nun bezahlen. Der Inhaber verifiziert die \u00dcbergabe mit Hilfe seines privaten Schl\u00fcssels, und der Empf\u00e4nger quittiert ebenfalls mit seinem privaten Schl\u00fcssel. Alle k\u00f6nnen kontrollieren, dass der Empf\u00e4nger nun rechtm\u00e4\u00dfiger Inhaber des Datensatzes ist. So weit, so schlecht.<\/p>\n<p>Einen Geldschein kann man nur einmal weiter geben, einen elektronischen Datensatz aber so oft, wie man will. Damit das Bezahlen einen Sinn bekommt, muss die \u00dcbergabe so dokumentiert werden, dass der urspr\u00fcngliche Inhaber nicht ein weiteres Mal zahlen kann. Das \u00fcbernimmt die so genannte Blockchain: eine Reihe von Transaktionen werden gesammelt und dann ebenfalls mit dem privaten Schl\u00fcssel eines &#8222;Notars&#8220; signiert. In der Signatur stecken auch s\u00e4mtliche vorhergehenden Transaktionen drin, so dass alles immer abgesichert ist.<\/p>\n<p>Doch wer ist der Notar? Antwort: niemand bestimmtes. F\u00fcr die Best\u00e4tigung in der Blockchain muss eine Rechenaufgabe gel\u00f6st werden, die einige Zeit in Anspruch nimmt. Jeder kann mitmachen, und die erste Notar-Signatur gewinnt. Kommt es zu Konkurrenzsituationen, gibt es gewisserma\u00dfen eine Mehrheitsentscheidung: es laufen mehrere Blockchains nebeneinander, aber schlie\u00dflich wird sich die Community auf eine einigen, und die gilt dann. Transaktionen in den wegfallenden Zweigen m\u00fcssen wiederholt werden, weshalb eine Transaktion auch erst nach mehreren Notar-Signaturen wirklich sicher ist.<\/p>\n<p>Ober wo kommen die BitCoins nun her? Die Notare m\u00fcssen einen erheblichen Aufwand treiben, was Strom- und Maschinenkosten verursacht. Deshalb d\u00fcrfen sie Geb\u00fchren bei einer Transaktion erheben und au\u00dferdem eine neue BitCoin erzeugen. Die sind n\u00e4mlich durchnummeriert, d.h. es steht nur eine begrenzte Menge zur Verf\u00fcgung, die langsam mit den Notarsignaturen steigt, aber irgendwann definitiv zu Ende ist. Wer dann noch BitCoins besitzt, sitzt auf wertlosen Datens\u00e4tzen auf seiner Festplatte.<\/p>\n<p>Was ist eine Bitcoin wert? Nun, nehmen wir den urspr\u00fcnglichen Sinn, jemanden damit zu bezahlen, und aus irgendwelchen Gr\u00fcnden soll das nicht durch kontrollierbare Kan\u00e4le erfolgen. Der Zahler wendet sich an einen Broker, der im Besitz von Bitcoins ist, und kauft ihm welche ab. Im Klartext: er \u00fcberweist richtiges Geld (\u20ac, $, Yen, Yuan, &#8230;) an den Broker, und der \u00fcberstellt ihm eine Bitcoin per Transaktion wie beschrieben. Prim\u00e4re Broker sind damit die Notare, aber es kann nat\u00fcrlich auch jeder eine solche Funktion \u00fcbernehmen. Die Bitcoin \u00fcberstellt man an den Empf\u00e4nger, der sie wiederum an den Broker verkauft. Der Broker und der Notar verdienen nat\u00fcrlich daran, und die Anonymit\u00e4t der Transaktion wird durch saftige Geb\u00fchren bezahlt (Echtgeld ist vermutlich billiger).<\/p>\n<p>Jetzt kann man die Transaktion nat\u00fcrlich hinausz\u00f6gern und den Datensatz im Backup sichern. Die Menge an verf\u00fcgbaren Bitcoins wird dadurch weiter begrenzt, und die Broker nehmen h\u00f6here Preise in richtigem Geld, wenn die Nachfrage gro\u00df ist. Werden Bitcoins verkauft oder sinkt die Nachfrage, sinken die Preise, denn auch die Broker sitzen ja auf wertlosen Datens\u00e4tzen. Gro\u00dfe Ausschl\u00e4ge sind die Folge, und was heute 10.000 $ wert ist, kann morgen bei 100 $ liegen, wenn Angebot und Nachfrage differieren. Die heutigen Preise sind solche Spekulationsblasen: niemand erwirbt Bitcoins, um damit zu bezahlen. Man erwirbt sie in der Hoffnung, dass der Kurs steigt und man sie teurer an den Broker zur\u00fcck \u00fcberweist. Mit anderen Worten: der Sinn der Kryptow\u00e4hrung &#8211; anonym bezahlen zu k\u00f6nnen &#8211; ist bereits nicht mehr vorhanden, denn die Geldstr\u00f6me zwischen Spekulanten und Brokern sind gut verfolgbar.<\/p>\n<p>Wie tief kann eine Bitcoin denn nun fallen? Antwort: es ist m\u00f6glich, dass bei einem Kurs von 1.000 $ die Datens\u00e4tze von einer Minute auf die andere NICHTS mehr wert sind. Richtig gelesen: NICHTS. Wieso? Die Berechnungen der Notare sind aufw\u00e4ndig und verlangen inzwischen gro\u00dfe Rechenzentren, also auch gro\u00dfe Betriebskosten. Aus dem &#8222;jeder kann als Notar mitmachen&#8220; sind inzwischen ein paar Computerzentren in den USA und China geworden. In der Blockchain kommt immer nur einer zum Zug, d.h. die anderen haben den Aufwand umsonst betrieben. Nehmen wir an, es g\u00e4be 4 Zentren, und der Aufwand liegt bei 250 $ \/ Transaktion. Als &#8222;Lohn&#8220; erh\u00e4lt der Sieger 1 Bitcoin. Bei einem Handelswert von 1.000 $ kommen die Zentren statistisch gerade so \u00fcber die Runden. F\u00e4llt der Kurs, zahlen sie drauf, oder ein Zentrum steigt aus. Weiter gedacht: f\u00e4llt der Kurs unter 250 $, ist es auch f\u00fcr das letzte Zentrum uninteressant, und wenn es abschaltet, kann keine Transaktion mehr durchgef\u00fchrt werden, d.h. 100 Bitcoins mit einem Wert von 25.000 $ haben innerhalb von 10 Minuten einen Wert von 0 $. Ende Gel\u00e4nde.<\/p>\n<p>Es kann aber noch chaotischer kommen. Hei\u00dfen die verbleibenden Rechenzentren NSA und chinesischer Geheimdienst, besitzen diese Organisationen auch die Macht, die Blockchain zu manipulieren, indem sie die Datenstr\u00f6me unterbrechen. Gelangen die Notarsignaturen nicht mehr von der einen H\u00e4lfte der Welt in die andere, k\u00f6nnen sich mehrere Blockchains aufbauen, und werden die lang genug, funktioniert die Demokratie nicht mehr. Viele Leute bleiben auf ihren wertlosen Bitcoins sitzen, wenn sich ein Bitcoin-Zweig durchsetzt, weil sie auf die G\u00fcltigkeit der Transaktion vertraut hatten. Aber das ist nicht die einzige Manipulationsm\u00f6glichkeit. Die Organisationen brauchen in ihrem Einflussbereich auch nur das Trading unterbinden, indem sie die Notarmeldungen aussperren. Bitcoin-Inhaber k\u00f6nnen nicht handeln, die sozialen Netzwerke verbreiten solche Probleme schnell, und schon ist eine Panik da, wenn die Kommunikation wieder l\u00e4uft, und die Kurse fallen ins bodenlose. Gewinner: mit passenden Strategien dahinter Nachrichtendienste und Broker.<\/p>\n<p>Man kann wirklich nur den Kopf sch\u00fctteln, wenn Qualit\u00e4tsmedien dieses System als &#8222;genial&#8220; bezeichnen (Die ZEIT). Finger weg, kann man nur raten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BitCoin und andere Krypt&#8220;w\u00e4hrungen&#8220; sind derzeit der Renner. Kurssteigerungen um viele 100% locken derzeit mal wieder Gierige an, und die Qualit\u00e4tsmedien tun ihren Teil dazu, solides Halb- bis Nichtswissen zu verbreiten und gut gemeinte Leserbriefe schlicht zu ignorieren. Was ist BitCoin? 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