{"id":11816,"date":"2025-04-28T10:28:24","date_gmt":"2025-04-28T08:28:24","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=11816"},"modified":"2025-04-28T10:28:24","modified_gmt":"2025-04-28T08:28:24","slug":"ende-der-eu-in-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2025\/04\/28\/ende-der-eu-in-sicht\/","title":{"rendered":"Ende der EU in Sicht?"},"content":{"rendered":"\n<p>Man kann sich fragen, ob so etwas wie die EU \u00fcberhaupt funktionieren kann. 27 Nationen unter einen Hut zu bringen ist schon ein sehr ehrgeiziges Vorhaben. Z\u00e4hlen Sie die Nationen versuchsweise einmal alle auf. Den wenigsten unter den Lesern d\u00fcrften das gelingen und meist ist schon bei der H\u00e4lfte mindestens ein Land dabei, das gar nicht in der EU ist. Und wenn man jetzt noch bedenkt, dass selbst Georgien als Kandidat gehandelt wird, d\u00fcrften viele Probleme haben, dieses Land auf einer Karte \u00fcberhaupt zu finden, weil es ziemlich weit weg ist und eigentlich zu einer anderen Einzugssph\u00e4re geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Den R\u00f6mern ist so etwas wie die EU mal gelungen, sogar \u00fcber mehrere Jahrhunderte hinweg. Allerdings durften sich nach dem Ende des westr\u00f6mischen Reiches die Bewohner, bereichert durch verschiedene wandernde V\u00f6lker aus dem Osten, 1.500 Jahre lang selbst\u00e4ndig entwickeln, was eine Vielzahl von V\u00f6lkern mit reicher Kultur und Sprache hervorgebracht hat. Und nicht nur eigene Sprachen: auch drei v\u00f6llig verschiedene Schriftsprachen sind in der EU im Umlauf (Lateinisch, Griechisch, Kyrillisch) und selbst bei L\u00e4ndern mit gleicher Schriftsprache wie der Lateinischen wei\u00df man letztlich nicht, wie etwas \u00fcberhaupt ausgesprochen wird, wenn an jedem zweiten Buchstaben H\u00e4kchen, Winkel, Sicheln, Durchstreichungen, Punkte, Doppelpunkte und was wei\u00df ich noch angebracht sind, mal abgesehen von Anh\u00e4ufungen von Konsonanten in gr\u00f6\u00dferer Anzahl ohne Vokale, die man sich auch passend denken muss. Immerhin hat man Englisch zur Hauptverkehrssprache ernannt. Dumm nur, dass die Engl\u00e4nder inzwischen gar nicht mehr dabei sind und die Iren sich bem\u00fchen, das Keltische wieder zu f\u00f6rdern, auch wenn Englisch dort die F\u00fchrungsrolle hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Versuch einer EU ernst gemeint war, hat man das jedenfalls sehr gr\u00fcndlich verkackt. H\u00f6flicher ist das nicht ausdr\u00fcckbar. Verglichen mit den R\u00f6mern hat die EU sofort in deren Untergangsphase angefangen und gar nicht erst versucht, irgendeine verbindende Klammer zu schaffen. Die Kommissionspr\u00e4sidenten*innen treten zwar mit dem Anspruch \u201e<em>Ich, Ursula Caesar Imperator, Kaiser und Gott<\/em>\u201c auf, erinnern aber eher an eine Mischung aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Caligula\">Caligula<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Romulus_Augustulus\">Romulus Augustus<\/a>, denen die Feldherren nur so lange folgen, wie es f\u00fcr sie von Vorteil ist. Wenn sich nun die amtierende Kaiserin von eigenen Gnaden auch noch mit Gestalten wie Kaja Kallas umgibt, die in jeder Beziehung ohne Weiteres eine blond gef\u00e4rbte Annalena Baerbock abgibt, tr\u00e4gt das nicht zu einem besseren Ruf der EU bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Sicht der V\u00f6lker ist die EU inzwischen oft nichts weiter als eine Geissel der Knechtschaft. Statt in ihrer Geschichte irgendeinen Versuch gemacht zu haben, die gesellschaftlichen Systeme einander anzun\u00e4hern (Steuern und Sozialsysteme sind immer noch so unterschiedlich wie in den ersten Tagen), hat die EU konsequent eine Politik gegen die B\u00fcrger betrieben. Aus Br\u00fcssel kamen immer unsinnigere Auflagen, bei denen man sich \u00fcberlegen musste, wie lange der Beamte wohl mit schmerzhafter Verstopfung auf der Toilette gesessen haben muss, bis ihm so etwas einfiel. Von den Landesf\u00fcrsten wird das allerdings gerne genutzt, denn die Vorschriften kamen meist hervorragend zupass, um dem Volk seine Recht zu entziehen, und au\u00dferdem kann man sich hervorragend hinter der EU verstecken, denn selbst hatte man ja noch nicht einmal derart bl\u00f6de Ideen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man muss dazu sagen, dass die europ\u00e4ischen Landespolitiker mit wenigen Ausnahmen wie Orban und einigen anderen eine Bande von Hasardeuren ist, stets dem eigenen Gewinn hinterher jagend. Pragmatismus? Fehlanzeige. Charisma? Zumindest in Deutschland kommt dem Lauterbach noch am n\u00e4chsten, allerdings in der Charisma-Sonderform des Karies.  <\/p>\n\n\n\n<p>Kurz und gut: aus Sicht eine gro\u00dfen Anzahl der EU-B\u00fcrger, vermutlich sogar der Mehrheit, wenn man sie konkret abstimmen lie\u00dfe, kann die EU weg. Wenn schon nicht f\u00fcr die B\u00fcrger, so war die EU politische als Organisation zumindest mal als Wirtschaftsklammer gedacht, mit der die kleinen, aber wirtschaftlich m\u00e4chtigen EU-Staaten vereint gegen die anderen gro\u00dfen auftreten k\u00f6nnen. Aber selbst das ist mit den Kaiser-All\u00fcren im Hoftstaat Ursulas der Letzten Vergangenheit. Zu oft tritt die EU inzwischen nicht nur den eigenen V\u00f6lkern, sondern auch den \u00f6rtlichen Heerf\u00fchrern auf die F\u00fc\u00dfe. Und das merken auch andere.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Chinesen haben damit angefangen, dass sie nur Annalena Baerbock empfangen haben, die mitreisende Kaiserin Ursula aber nicht zur Audienz bei Xi zugelassen war (sp\u00e4ter war auch A.C.A.B. kein Wunschgast mehr). Sie machen lieber Vertr\u00e4ge mit den einzelnen Staaten und beachten die EU als Institution so lange, wie sich Profit daraus ziehen l\u00e4sst. Nachgelegt haben inzwischen die USA: auch Trump sieht keine Grund, mit einer M\u00f6chtegernkaiserin zu verhandeln, sondern fordert EU-Staaten sogar ganz offen auf, dem Laden die Kehrseite zu zeigen. Andere gro\u00dfe Industrienationen wie Indien, Brasilien oder S\u00fcdafrika sehen das pragmatisch und verhandeln mit dem, der die besten Bedingungen bietet, aber auch das scheinen zunehmend die Einzelstaaten zu sein, und die Araber sind ohnehin davon \u00fcberzeugt, dass man Fachleute wie Robert Habeck noch einfacher und effizienter \u00fcber Ohr hauen kann als Br\u00fcsseler B\u00fcrokraten.  <\/p>\n\n\n\n<p>Druck von Innen durch die B\u00fcrger, zunehmende internationale Ignoranz \u2013 ist das das Ende der EU als Institution? W\u00fcrde man die B\u00fcrger abstimmen lassen, w\u00e4re der Spuk vermutlich schnell zu Ende \u2013 weshalb man das auch nicht macht. Aber die Drohungen verschiedener EU-L\u00e4nder stehen im Raum: wenn es sich nicht mehr lohnt, dabei zu bleiben, k\u00f6nnten einige Staaten diese Karte ziehen. Andererseits sollte man sich als B\u00fcrger nicht allzu viele Hoffnungen machen. B\u00fcrokratien haben erstaunliche \u00dcberlebenskr\u00e4fte, die weit \u00fcber die Staaten, die sie geschaffen haben, hinaus gehen. So zogen die Reste des r\u00f6mischen Finanzamtes noch 200 Jahre nach Ende des Imperium Romanum im Westen Steuern \u201e<em>im Namen des Kaisers<\/em>\u201c ein und verwendeten sie an althergebrachter Weise. F\u00fcr die neuen Herren fiel aber wohl genug ab, so dass sie dem Treiben nicht so schnell ein Ende setzten.<\/p>\n\n\n\n<p>Etwas \u00e4hnliches darf man wohl auch von der EU erwarten. Eine\nb\u00fcrokratische Monsterleiche, deren Macht sich darauf beschr\u00e4nkt,\ndie B\u00fcrger weiterhin zu piesacken. Und so lange die weder mit\nCharisma noch mit Karies ausgestatteten politischen Hasardeure davon\nprofitieren, wird sich daran so schnell nichts \u00e4ndern. \n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man kann sich fragen, ob so etwas wie die EU \u00fcberhaupt funktionieren kann. 27 Nationen unter einen Hut zu bringen ist schon ein sehr ehrgeiziges Vorhaben. Z\u00e4hlen Sie die Nationen versuchsweise einmal alle auf. 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