{"id":1156,"date":"2017-11-12T09:00:54","date_gmt":"2017-11-12T08:00:54","guid":{"rendered":"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=1156"},"modified":"2017-11-12T09:00:54","modified_gmt":"2017-11-12T08:00:54","slug":"dreisatz-mit-windkraftanlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2017\/11\/12\/dreisatz-mit-windkraftanlagen\/","title":{"rendered":"Dreisatz mit Windkraftanlagen"},"content":{"rendered":"<p>Laut den von den Gr\u00fcnen in den Jamaika-Verhandlungen lautstark vertretenen Positionen ist es ja kein Problem, Deutschland komplett aus erneuerbaren Energien zu versorgen und alle konventionellen Kraftwerke abzuschalten. Weisen wir das mal nach.<!--more--><\/p>\n<p>Erneuerbar hei\u00dft vorzugsweise Windkraftanlagen. Gehen wir einmal von einer Windm\u00fchle mit 2 MW Nennleistung aus. Es gibt welche, die mehr haben, aber auch welche, die weniger von sich geben. Wer meint, eine h\u00f6here Nennleistung annehmen zu m\u00fcssen, kann den Rest gerne umrechnen. Gehen wir weiterhin von einm Gro\u00dfkraftwerk mit 2 GW Nennleistung aus. Auch da gibt es nat\u00fcrlich eine Bandbreite.<\/p>\n<p>Erste Rechnung: F\u00fcr den Ersatz des Gro\u00dfkraftwerks ben\u00f6tigt man 1.000 Windkraftanlagen, n\u00e4mlich 2.000.000.000 : 2.000.000 = 1.000. Allerdings: Beim Gro\u00dfkraftwerk ist Nennleistung = Dauerleistung, bei der Windkraftwerk nicht, weil nicht immer Wind weht. Gehen wir mal davon aus, dass die Dauerleistung 50% der Nennleistung betr\u00e4gt. Das stimmt zwar nicht, weil die Leistung in der 3. Potenz der Windgeschwindigkeit nachl\u00e4sst, also halbe Windgeschwindigkeit bringt nur ein Achtel der elektrischen Leistung. Ehrlicher w\u00e4hren weniger als 50% (laut E.ON oft nicht mehr als 20%), aber seien wir gro\u00dfz\u00fcgig: Wir ben\u00f6tigen also 2.000 Windkraftanlagen, um ein Gro\u00dfkraftwerk zu ersetzen.<\/p>\n<p>Stellen wir die Windkraftanlagen jetzt einmal in einem Quadrat in die Landschaft. Macht man zwar nicht, l\u00e4sst sich aber leicht rechnen. Als Abstand zwischen den Anlagen rechnen wir mal ca. 300 m. Auch das kann variieren. 2.000 Windkraftanlagen in einem Quadrat bedeutet 45 Windkraftanlagen auf einer Kante, weil 45*45 ungef\u00e4hr die 2.000 Anlagen ergibt. Bei 300 m Abstand ergibt das eine Kantenl\u00e4nge von 13,5 km.<\/p>\n<p>Damit man sie aufbauen kann, ben\u00f6tigt man Wege und Pl\u00e4tze, und zwar schwerstlastf\u00e4hig. Gehen wir von 7 m Wegbreite und 40 m Breite eines quadratischen Platzes an jedem Kraftwerk aus (die Kr\u00e4ne m\u00fcssen ja jederzeit dorthin kommen k\u00f6nnen), macht das 620 km Weg (45 * 13,5 km + 13,5 km an der Basis) oder 4.340.000 m\u00b2 Fl\u00e4che und 3.200.000 m\u00b2 Platz f\u00fcr die Maschinen (und nebenbei bemerkt auch 620 km armdickes Kuperkabel, das im Boden verbuddelt werden muss). Das sind ca. 4 % der gesamten Bodenfl\u00e4che, n\u00e4mlich (4.430.000 + 3.200.00) \/ 13500\u00b2 . Schwerstlastf\u00e4hig bedeutet, dass auf diesen Fl\u00e4chen weniger w\u00e4chst, als Roundup bei viertelj\u00e4hrlicher Anwendung vernichten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Nur mal zum Vergleich: Die Fl\u00e4che f\u00fcr diese Anlage betr\u00e4gt 182 km\u00b2. Die Stadt Duisburg liegt bei 220 km\u00b2 und hat knapp unter 500.000 Einwohnern.<\/p>\n<p>In Deutschland werden pro Jahr ca. 600 TWh Strom ben\u00f6tigt. Rechnet man das auf die Leistung um, kommt man auf 600.000 GWh \/ (24*365 h) = 70 GW. Von den 13,5 km -Quadraten ben\u00f6tigt man somit 35 St\u00fcck, um den Strombedarf zu decken. H\u00f6rt sich machbar an, und so scheinen die Gr\u00fcnen wohl auch zu denken. Allerdings stimmt einiges nicht an der Rechnung. Angefangen damit, dass diese Quadrate wohl nicht bewohnbar sind. Menschen d\u00fcrften sich das nicht antun, V\u00f6gel h\u00e4tten wohl auch wenig Lust, zwischen den Schreddern zu wohnen, und andere Tiere d\u00fcften diese Gebiete wohl auch eher meiden. Landwirtschaft w\u00e4re allerdings wohl noch m\u00f6glich. Trotzdem muss man erst einmal 35 solcher riesigen Gebiete menschenleer machen &#8211; im dicht bewohnten Deutschland wohl nicht einfach.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist kein Puffern vorgesehen. Wenn alles zutrifft, k\u00f6nnte zwar \u00fcber das Jahr der Bedarf produziert werden, aber zwischen Produktion und Verbrauch klaffen L\u00fccken. Die decken derzeit die konventionellen Kraftwerke ab. Zur Zeit wird ca. 1\/3 der Energie in Windkraftanlagen produziert, 2\/3 in konventionellen Kraftwerken.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/EE-Anteil_am_Bruttostromverbrauch.svg_.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1157\" src=\"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/EE-Anteil_am_Bruttostromverbrauch.svg_-300x150.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/EE-Anteil_am_Bruttostromverbrauch.svg_-300x150.png 300w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/EE-Anteil_am_Bruttostromverbrauch.svg_-768x384.png 768w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/EE-Anteil_am_Bruttostromverbrauch.svg_.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Allerdings ist auch das eine Mogelpackung: Windenergie wird gesetzlich garantiert zu 100% abgenommen, andere Energie wird nur nach Bedarf abgenommen. Anders ausgedr\u00fcckt, wenn Wind weht, werden die anderen Kraftwerke herunter geregelt. Das hei\u00dft, sie laufen im Leerlauf und sto\u00dfen dicke Dampfwolken durch die K\u00fchlt\u00fcrme aus, weil sie nicht wissen, wohin mit der Energie. Abschalten kann man sie nicht, denn bei einer Flaute m\u00fcssen sie einspringen, und ein Kraftwerk f\u00e4hrt man nicht mal so eben hoch. In der Wirklichkeit m\u00fcssen die Kraftwerke 100% des Bedarf abdecken, und zwar im 24\/7 Betrieb. Rechnet man die Leerlaufzeiten hoch, d\u00fcrfte die CO2-Einsparung bei gro\u00dfz\u00fcgiger Rechnung unter 50% der eingespeisten Windenergie liegen. Daran wird sich auch nichts \u00e4ndern, wenn man die 35 Quadrate in Betrieb nimmt, denn der Wind weht eben nicht gleichm\u00e4\u00dfig. Speicher f\u00fcr Energie gibt es n\u00e4mlich nicht, au\u00dfer vielleicht Speicherkraftwerken. Die bringen ca. 100 MW f\u00fcr 12 Stunden (auch hier mit gro\u00dfer Bandbreie). Vorausgesetzt, eine Flaute dauert nicht l\u00e4nger als 12 Stunden, ben\u00f6tigt man 680 solcher Speicherkraftwerke. In Deutschland gibt es derzeit 36, die ca. 6 GW abdecken k\u00f6nnen, also gerade einmal 10% f\u00fcr jeweils ein paar Stunden.<\/p>\n<p>Wie bei allen mechanischen Anlagen ist die Lebensdauer der Windm\u00fchlen beschr\u00e4nkt. Nach ca. 20 Jahren ist es vorbei, und sie m\u00fcssen abgebaut werden. Die oberirdischen Teile wegnehmen mag noch angehen, aber was ist mit den Betonfundamenten? Holt man die auch raus? M\u00fcsste man, selbst wenn man sie durch neue ersetzt, aber vielleicht gibt es bis dahin ganz andere Energieversorgungssysteme. Mit dem Entsorgungsproblem hat sich noch niemand auseinander gesetzt, und da es sich meist um kleine Betreibergesellschaften und nicht um Konzerne handelt, d\u00fcrfte alles nach Absch\u00f6pfen der Gewinne wieder mal am Steuerzahl h\u00e4ngen bleiben. Oder die Anlagen (Wege + Fundamente + Restmasten) faulen halt die n\u00e4chsten paar 100 Jahre vor sich hin.<\/p>\n<p>Diese Rechnungen sind recht gro\u00dfz\u00fcgig zugunsten der Windkraft angelegt. Die Realit\u00e4t sieht deutlich schlechter aus (z.B. <a href=\"http:\/\/www.hanswernersinn.de\/de\/themen\/Energiewende\">&#8222;Energiewende ins Nichts&#8220;<\/a>). Die Rechnungen sind leicht nachvollziebar; fr\u00fcher geh\u00f6rte so was zur Schulbildung in der Elementarstufe. Was muss man eigentlich noch machen, um zumindest Zweifel an den gr\u00fcnen Hirnfantastereien zu s\u00e4en?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut den von den Gr\u00fcnen in den Jamaika-Verhandlungen lautstark vertretenen Positionen ist es ja kein Problem, Deutschland komplett aus erneuerbaren Energien zu versorgen und alle konventionellen Kraftwerke abzuschalten. Weisen wir das mal nach. 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