{"id":11476,"date":"2025-01-19T07:25:00","date_gmt":"2025-01-19T06:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=11476"},"modified":"2025-01-13T13:01:22","modified_gmt":"2025-01-13T12:01:22","slug":"journalisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2025\/01\/19\/journalisten\/","title":{"rendered":"Journalisten"},"content":{"rendered":"\n<p>Kaum ein Journalist wird heute noch seinem Beruf gerecht, wie Boris Reitschuster in fast jedem seiner Artikel beklagt.Hat das irgendwelche Gr\u00fcnde?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Aufgabe eines Journalisten besteht im Sammeln von Informationen, wozu auch Interviews z\u00e4hlen, die Verifizierung der Informationen durch mindestens eine weitere vertrauensw\u00fcrdige Quelle, der korrekten Einordnung der Information in einen Gesamtzusammenhang und schlie\u00dflich der neutralen Weitergabe an die \u00d6ffentlichkeit. Dabei darf er im Prinzip keine Teile der Information fortlassen und muss auch darauf achten, dass der Zusammenhang vollst\u00e4ndig ist. Na\u00fcrlich muss dabei zwangsweise oft gek\u00fcrzt werden, aber dies korrekt und vertrauensw\u00fcrdig zu tun geh\u00f6rt eben zum Job.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschlu\u00df kann er alles aus irgendeiner Sicht bewerten, d.h kommentieren. Information und Kommentar haben strikt getrennt zu werden und der Kommentar, der meist eine Projektion oder eine Begr\u00fcndung ist, sollte im Einklang mit der Wirklichkeit sein, d.h. die kommentierte Ansicht sollte sich in absehbarer Zeit als zutreffend oder nicht zutreffend erweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aufgabe eines Journalisten besteht aber in keinem Fall darin, sich als Schiedsrichter \u00fcber unterschiedliche Ansichten aufzuspielen oder Informationen und Zusammenhang so zu beschneiden, dass eine andere Interpretation als bei korrekter Darstellung heraus kommt. <\/p>\n\n\n\n<p>All das finden wir nicht mehr: Informationen werden nicht gepr\u00fcft, sondern einfach \u00fcbernommen, wenn sie in eine gewisse ideologische Schublade passen, sie oder die Zusammenh\u00e4nge werden gek\u00fcrzt, dass sie ebenfalls in die Schublade passen. Es ist nicht selten so, dass Nachrichten verbreitet werden, die das genaue Gegenteil des tats\u00e4chlich Geschehenen darstellen. Auch eine weitere elementare Pflicht, sich so lange in eine Geschichte zu verbei\u00dfen, bis Konsequenzen aus Missverhalten folgen, wird negiert. Beispielsweise sind bei der Amokfahrt auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt nicht nur unglaublich viele Fehler gleichzeitig gemacht worden, es f\u00e4llt zus\u00e4tzlich auf, dass sich niemand darum k\u00fcmmert oder irgendeine Verantwortung tr\u00e4gt, die auch Konsequenzen hat. Statt sich in die Sache zu verbei\u00dfen, trat das gro\u00dfe Schweigen ein, sobald die Sirenen der Krankenwagen nicht mehr zu h\u00f6ren waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Suche nach den Ursachen muss festgestellt werden, dass hinter all den vielen und vielf\u00e4ltigen Zeitungen und Sender nur wenig Eigent\u00fcmer stecken (SPD, Bertelsmann, ein paar andere NGO), die &#8211; manchmal zur Tarnung \u00fcber viele Beteiligungen und Zwischenunternehmen &#8211; letztlich das Sagen haben. In den USA ist das nicht anders, aber da es dort nur zwei Str\u00f6mungen gibt, hat jedes Lager ihre eigenen Medien. Hier sind sich die verschiedenen Eigent\u00fcmer sogar einig, d.h. alle laufen in die gleiche Richtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Eigent\u00fcmer bestimmt letztlich die Ausrichtung der Zeitung, was noch nicht bedeuten muss, dass nur die Meinung des Eigent\u00fcmers widergespiegelt werden muss. Inzwischen sind aber alle Posten so besetzt, dass die F\u00fchrungsetagen nur noch das durchlassen, was der Ansicht des Eigent\u00fcmers entspricht. Das wird beg\u00fcnstigt, wenn die Verantwortlichen selbst der Ideologie des Eigent\u00fcmers folgen. Da sie keiner mehr kontrolliert, k\u00f6nnen sie auch die journalistischen Grunds\u00e4tze vergessen und sich als arrogante G\u00f6tter \u00fcber die Meinung aufspielen. <\/p>\n\n\n\n<p>Parallel wurden die Redaktionsstuben ausged\u00fcnnt. Die meisten Journalisten, die die tats\u00e4chliche Arbeit machen, sind inzwischen freie Mitarbeiter. Sie bekommen ihre Auftr\u00e4ge nur, wenn sie so berichten, wie der Eigent\u00fcmer es w\u00fcnscht, ansonsten sind sie au\u00dfen vor. Da in den oberen Etagen alle die gleiche Meinung haben (haben m\u00fcssen, damit sie ihren Job behalten) und unten gen\u00fcgend Leute herumlaufen, die Auftr\u00e4ge ben\u00f6tigen, sind wir in der beschriebenen Situation: die meisten freien Journalisten werden das an den Haaren herbei ziehen, was der Oberboss will, auch wenn es weder ihre Ansicht widerspiegelt noch der Realit\u00e4t entspricht. Schlie\u00dflich m\u00fcssen sie auch irgendwie \u00fcberleben. Fertig ist das L\u00fcgengeb\u00e4ude.<\/p>\n\n\n\n<p>Daran \u00e4ndert sich nichts, so lange derjenige, der von einer bestimmten Berichterstattung profitiert, auch bestimmen kann, wie die Berichterstattung aussieht. So m\u00fcsste verhindert werden, dass die SPD \u00fcber viele Beteiligungen mehr als 50% des Marktes kontrolliert. Wie schlecht die SPD als politische Partei wirklich ist, zeigt sich daran, dass trotz der Kontrolle immer wieder kritische Berichte auftauchen. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr andere Hintergrundeigent\u00fcmer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum ein Journalist wird heute noch seinem Beruf gerecht, wie Boris Reitschuster in fast jedem seiner Artikel beklagt.Hat das irgendwelche Gr\u00fcnde? Download Artikel als PDF<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-11476","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11476","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11476"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11476\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11477,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11476\/revisions\/11477"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11476"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11476"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11476"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}