{"id":11101,"date":"2024-11-01T07:40:00","date_gmt":"2024-11-01T06:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=11101"},"modified":"2024-10-25T09:00:15","modified_gmt":"2024-10-25T07:00:15","slug":"windkraft-biodiversitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2024\/11\/01\/windkraft-biodiversitaet\/","title":{"rendered":"Windkraft .\/. Biodiversit\u00e4t"},"content":{"rendered":"\n<p>Als ich vor etwas mehr als 25 Jahren hier (Ostfriesland) hinzog, gab es im Watt Austernfischerschw\u00e4rme, die zu 10.000-den z\u00e4hlten. In diesem Jahr habe ich noch nicht einen gesehen. Regenpfeiferschw\u00e4rme spielten &#8222;wandernde schwarze Wolken&#8220;, heute hat man schon Probleme, selbst mit einem guten Fernglas auch nur einzelne zu entdecken. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Kiebitze und alle m\u00f6glichen Arten von Watv\u00f6geln. Von den vielen Entenarten ist heute nur die Stockente geblieben, und selbst die ist selten geworden.\u00b9\u207e Ringel- und Nonneng\u00e4nse sind ebenfalls fast verschwunden, lediglich die Graug\u00e4nse haben etwas zugelegt, ohne allerdings die alten Populationsdichte zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wer als Tourist eine der verstreuten Beobachtungsh\u00fctten aufsucht, kann dort Bilder von Arten bewundern, die er beim Blick durch die Beobachtungsluken nicht findet. V\u00f6gel sind gegen\u00fcber fr\u00fcher relativ rar geworden. Lediglich M\u00f6wen (auch die weniger) und die Kulturfolger Kr\u00e4hen haben sich gehalten. Selbst Singv\u00f6gel im Garten werden deutlich weniger. <\/p>\n\n\n\n<p>Machen dann &#8222;kundige Umweltsch\u00fctzer&#8220; gerne irgendwelchen omin\u00f6sen Vogelgrippen oder Agrarchemie\u00b2\u207e verantwortlich, wird der eigentliche T\u00e4ter gerne \u00fcbersehen: die in den Jahren aus dem Boden geschossenen Windfarmen. Zu Beginn gab es nur einzelne, die von irgendwelchen Bauern oder dem Versorger zu Testzwecken betrieben wurden und die nicht weiter st\u00f6rten, heute kann man in keine Richtung schauen, ohne nicht gleich einen Wald solcher Anlagen zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Windkraftanlagen bed\u00fcrfen eines hohen technischen Aufwands wie Verkabelung und Steuertechnik, so dass es sinnvoll ist, sie nicht einzeln zu setzen, sondern in ganzen synchronisiert arbeitenden Rudeln. Dass die &#8222;Rudel&#8220; so dicht werden, dass sich die Anlagen gegenseitig den Wind wegnehmen und die hinteren nicht mal die H\u00e4lfte der Leistung der vorderen haben, interessiert gr\u00fcne Ingenieure herzlich wenig.<\/p>\n\n\n\n<p>In Bezug auf V\u00f6gel wirken die Anlagen  nicht durch Vogelschlag. Der ist eher zu vernachl\u00e4ssigen. Der Hauptst\u00f6rfaktor ist L\u00e4rm.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lgl.bayern.de\/gesundheit\/umweltbezogener_gesundheitsschutz\/physikalische_umweltfaktoren\/pic\/laerm_grundlagen_01.jpg\" alt=\"L\u00e4rm: Grundlagen\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>&#8222;L\u00e4rm? So laut sind die doch nicht!&#8220; wird vielleicht der eine oder andere anmerken. Tats\u00e4chlich liegen die L\u00e4rmpegel von Windkraftanlagen im Bereich bis zu 180 dB(A) (!!!) Allerdings spielt sich das im Infraschallbereich ab, den Menschen nicht direkt wahrnehmen. Indirekt schon, wie viele medizinische Untersuchungen belegen. Ein einzelner Windmast verl\u00e4uft sich trotzdem in der Landschaft, eine ganze Windfarm aus Dutzenden solcher Ger\u00e4te in geringem Abstand stellt aber schon eine ziemliche L\u00e4rmquelle dar. F\u00fcr einen Vogel h\u00f6rt sich das an wie ein schwerer Gewittersturm (der hat ein vergleichbares Klangspektrum) und um den macht ein Vogel, wenn er nicht gerade lebensm\u00fcde ist, lieber einen weiten Bogen. Fliegt also ein Schwarm auf die K\u00fcste zu, dr\u00f6hnt es von dort &#8222;GEWITTER! UNWETTER! ORKAN!&#8220; und der Schwarm dreht ab. Der Windkraftwahnsinn hat also die V\u00f6gel nicht direkt vernichtet, aber wirksam vertrieben. Vielen Dank, liebe Gr\u00fcne!<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Singv\u00f6geln, insbesondere Insektenfressern, kommt als zweiter Faktor die Reduzierung der Nahrungsquelle hinzu. Schwebfliegen, Schmetterlinge, K\u00e4fer &#8211; au\u00dfer den unvermeidlichen Schmeissfliegen und M\u00fccken sind viele Insekten ebenfalls rar geworden, diesmal aber durch direkte Vernichtung durch die Windfarmen. Nachts pflegen die Insekten in die H\u00f6he zu steigen, was man gut an den Nachtj\u00e4gern, den Flederm\u00e4usen, beobachten kann: jagen die zun\u00e4chst in Bodenn\u00e4he, steigen sie mit fortschreitender Nacht in gr\u00f6\u00dfere H\u00f6hen auf, weil ihre Beute das auch macht. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber wehe, so ein Insektenschwarm ger\u00e4t in einen Windpark. Der filtert die Insekten wirksam aus der Luft, da ein Fl\u00fcgelkreis nach dem anderen passiert werden muss. Der Insektenschlag war teilweise so enorm, dass der Beruf des &#8222;Windkraftanlagenfl\u00fcgelreinigers&#8220; entstand: die aus der Luft geschlagenen Insekten beeinflussten die Str\u00f6mungseigenschaften der Fl\u00fcgel. Inzwischen schrumpft das Problem, da gar nicht mehr gen\u00fcgend viele Insekten da sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Insekten verschwinden aber auch die J\u00e4ger wie Fliegenschn\u00e4pper u.a. Und nicht nur die: Spring- und Jagdspinnen (Wolfsspinnen, Rennspinnen, Hausspinnen au\u00dfer Zitterspinnen) sind ebenfalls mehr oder weniger verschwunden und selbst die die Luft filternden Radnetzspinnen haben in der Population abgenommen. War fr\u00fcher bei der Obsternte fast jeder zweite Apfel oder jede zweite Pflaume bewohnt, kann man heute 10 pfl\u00fccken, bis man auf eine nicht vegane Frucht st\u00f6\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird immer viel \u00fcber den Erhalt der Biodiversit\u00e4t geschwafelt, aber niemand macht mehr f\u00fcr ihre Beseitigung als der gr\u00fcne Windkaftwahn. Der im \u00dcbrigen nicht funktionieren kann: derzeit gibt es ca. 30.000 Windr\u00e4der in Schland und gr\u00fcne Ingenieure rechnen vor, dass man mit 180.000 tats\u00e4chlich den Strombedarf stemmen k\u00f6nnte. Dabei ist es bereits heute so, dass eine neue 5 MW-Anlage bestenfalls 2 MW liefern kann, weil die Energie schon von den anderen abgesaugt wurde. 10.000 &#8211; 15.000 Anlagen weiter wird eine weitere Anlage allenfalls ein paar Watt f\u00fcr den Betrieb einer Gl\u00fchlampe liefern. <\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00fcnes Gedankengut ist die beste Garantie daf\u00fcr, dass es eine Biodiversit\u00e4t nicht mehr gibt. F\u00fcr die Natur sind die Gr\u00fcnen schlimmer als Pest, Cholera, Typhus und einige andere Seuchen zusammen f\u00fcr den Menschen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">\u00b9\u207e Es konnte durchaus passieren, dass im Fr\u00fchjahr eine Ente mit einem Erpel im Schlepptau in die K\u00fcche marschierte, wenn die T\u00fcren offen waren, und nach kurzer Inspektion wieder nach drau\u00dfen verschwand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">\u00b2\u207e Der Einsatz hat aufgrund neuer Techniken und h\u00f6herer Preise sogar abgenommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich vor etwas mehr als 25 Jahren hier (Ostfriesland) hinzog, gab es im Watt Austernfischerschw\u00e4rme, die zu 10.000-den z\u00e4hlten. In diesem Jahr habe ich noch nicht einen gesehen. 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