{"id":11083,"date":"2024-10-26T07:09:00","date_gmt":"2024-10-26T05:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=11083"},"modified":"2024-10-20T17:08:36","modified_gmt":"2024-10-20T15:08:36","slug":"die-elektronische-patientenakte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2024\/10\/26\/die-elektronische-patientenakte\/","title":{"rendered":"Die elektronische Patientenakte"},"content":{"rendered":"\n<p>wird nach den eher miesen Erfahrungen der Politik bei Opt-In-Verfahren nun mit dem Opt-Out-Verfahren eingef\u00fchrt. Dazu gleich mehr.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Eigentlich w\u00e4re eine elektronische Patientenakte (EP) hilfreich, weil ein Arzt sich schnell und unkompliziert \u00fcber den medizinischen Hintergrund eines Patienten schlau machen k\u00f6nnte. Notwendig ist sie allerdings nur in wenigen F\u00e4llen, denn f\u00fcr eine bestimmte Behandlung muss ein Arzt nur ganz bestimmte Informationen haben (wenn \u00fcberhaupt) und dazu kann er den Patienten auch selbst fragen wie bisher. Lediglich f\u00fcr nicht ansprechbare Patienten in bestimmten F\u00e4llen w\u00e4re ein R\u00fcckgriff hilfreich. F\u00fcr die F\u00e4lle ist eine allgemein EP aber sicher ein nicht verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfiger Aufwand.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fcr \u00dcberweisungen ins Krankenhaus oder zu einem anderen Arzt k\u00f6nnte rein theoretische die EP sinnvoll sein, um Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Wer aber schon mal von einem Arzt ins Krankenhaus geschickt worden ist, wei\u00df, dass grunds\u00e4tzlich alle Untersuchungen wiederholt werden. Grunds\u00e4tzlich. Man kann mit einem ganzen Koffer an Unterlagen da erscheinen, sitzt 5 &#8211; 8 Stunden in der Aufnahme und am Ende des Tages sind nur die alten Untersuchungen wiederholt worden und es wir empfohlen, doch da zu bleiben, damit am n\u00e4chsten Tag fortgesetzt werden kann. Auch darauf kommen wir weiter unten noch einmal zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Kritisch an der EP ist, dass da auch Sachen drinstehen, die den Arzt hinsichtlich seiner Behandlung nichts angehen. Wenn ein Hautarzt einen Pickel untersucht, geht es ihn schlicht nichts an, dass die Patientin bereits zwei Abtreibungen hinter sich hat sowie mehrere Aufenthalte in Kliniken wegen schwerer psychischer Probleme. Und wenn der Arzt das wei\u00df, wei\u00df das auch die Arzthelferin, die das nun gar nichts angeht. Kann man sicher sein, dass nicht bereits da \u00fcber bestimmte Patienten geschwafelt wird oder das Auswirkungen auf die allgemeine Behandlung hat (keine Termine und so, wenn nicht Schlimmeres)?<\/p>\n\n\n\n<p>Und v\u00f6llig ablehnen muss man die EP unter dem Gesichtspunkt, dass die Politik &#8211; Datenschutz hin oder her &#8211; jeden Missbrauch, der theoretisch denkbar ist, auch begeht. Datenschutz hei\u00dft heute im Wesentlichen, dass man selbst vor seinen Daten gesch\u00fctzt ist, alle anderen aber &#8211; Krankenkassen, Interessenverb\u00e4nde, NGO, &#8230; &#8211; durch bestimmte Art von Korruption an alles heran kommen. Darlehen f\u00fcr ein Haus aufnehmen? Gerne &#8211; wenn da nicht der Eintrag des Hautarztes \u00fcber wiederkehrende Karzinome w\u00e4re. Wissen wir, ob Sie lange genug leben, um das Darlehen zur\u00fcck zu zahlen? Mitglied im Fitness-Club werden? Sorry, nicht bei Ihren Blutdruck- und Cholesterin-Werten. <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt also gute Gr\u00fcnde, es sich zu \u00fcberlegen, ob man das will oder nicht. Ob man das verhindern kann oder nicht, ist eine andere Frage, den die Politclowns machen ja fast nur verbotene Sachen. Aber immerhin kann man es ihnen schwer machen. Bei privat Krankenversicherten m\u00fcssen die Versicherten zustimmen. Da kommt dann ein Brief von der PKV, dass man die Anmeldung &#8222;als Service&#8220; f\u00fcr das Mitglied \u00fcbernimmt und man nur seine Daten (die die PKV alle schon hat) in ein Formular eintragen und unterschreiben muss, schon hat man sich alle Vorteile gesichert. &#8211; Und, ach ja, vergessen Sie bitte nicht, anzukreuzen, dass Sie in die Freigabe aller Ihrer Daten einwilligen. Das Feld ist irgendwo versteckt und neben der Unterschrift das einzig Wichtige an diesem Formular, der Rest Pillepalle. Gewisserma\u00dfen ein kleiner Trickbetrug, denn die Hauptsache \u00fcbersieht der Kunde. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man das nicht will, wirft man den Brief (und die Erinnerungsschreiben) einfach weg und reagiert nicht. Dann d\u00fcrfen die eigentlich keine EP beantragen\/erstellen. Ob sie es trotzdem tun, wird man sp\u00e4ter erfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Gesetzlich Versicherte M\u00dcSSEN der EP aktiv widersprechen, ansonsten wird automatisch eine EP angelegt und alles eingetragen. Widersprechen kann man beispielsweise mit einem Brief an die GKV, dass man sein Einverst\u00e4ndnis f\u00fcr die Freigabe seiner Daten nicht gibt und eine Best\u00e4tigung m\u00f6chten, dass keine EP angelegt wird bzw. bereits eingetragene Daten gel\u00f6scht werden. Ob das wirklich passiert, ist eine gute Frage, aber auf jeden Fall wird es ein paar Drohbriefe geben, dass man gegen bestimmte Behandlungen nicht mehr versichert ist. In der Richtung kann man dann auch einen l\u00e4ngeren Briefverkehr starten, weil man ja schlie\u00dflich Beitr\u00e4ge zahlt und dann die Leistungen nicht einfach individuell eingek\u00fcrzt werden d\u00fcrfen (was die aber m\u00f6glicherweise trotzdem tun). <\/p>\n\n\n\n<p>Es  muss zwar jeder selbst wissen, was er macht, aber man sollte diesem korrupten System nicht weiter trauen, als man einen Konzertfl\u00fcgel werfen kann. Aber wahrscheinlich scheitert der Widerspruch auch bei vielen jetzt eifrig Nickenden daran, dass man einen Brief schreiben muss.\u00b9\u207e<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir noch mal auf Behandlungen zur\u00fcck. In den St\u00e4dten mag es noch angehen, aber hier auf dem Land ist es kaum noch m\u00f6glich, einen Hausarzt zu finden. Was nach Umz\u00fcgen oder wenn der alte in Pension geht, notwendig wird. Am besten, man bringt ein paar der Stammpatienten um und schafft damit freie Pl\u00e4tze, muss aber selbst dann schnell und hartn\u00e4ckig sein. Facharzttermine bekommt man hier in meiner Gegend mit einer Vorlaufzeit von 6 &#8211; 9 Monaten. Oder man hat ein Auto und kann bis zu 80km weit durch die Gegend fahren, dann bekommt man mit etwas Gl\u00fcck auch schon nach 3 Monaten einen Termin.\u00b2\u207e<\/p>\n\n\n\n<p>Oft hei\u00dft es auch: gehen Sie doch ins Krankenhaus. Allerdings ist da das Problem das Gleiche: kommt man so ins Krankenhaus, schicken die einen als Simulanten nach einem kurzen Blick gleich wieder weg. L\u00e4nger schauen die nur, wenn man eine \u00dcberweisung von einem Arzt hat oder mit Tat\u00fctata eingeliefert wird. Ein Arzt meinte mal &#8222;rufen Sie eine Krankenwagen und lassen Sie sich mitnehmen&#8220; &#8211; und das meinte der ernst, unabh\u00e4ngig von der Schwere der Erkrankung. Simulieren muss man unter den Umst\u00e4nden vermutlich ohnehin etwas. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber welches Krankenhaus? Krankenwagen sich schon h\u00e4ufiger so lange von Haus zu Haus gefahren, bis der Patient tot und das Problem erledigt war. Hier bei uns in der Gegend kommen f\u00fcr die Sachen, die bei uns anfallen, die n\u00e4chsten drei Krankenh\u00e4user nicht in Frage und man ist wieder 40 &#8211; 80 km unterwegs und wird dann terminlich ebenfalls in der Regel mehrere Wochen vertr\u00f6stet. Demn\u00e4chst schlie\u00dfen hier 3 H\u00e4user und es soll eine neue Zentralklinik gebaut werden. Die ist von den Au\u00dfenregionen auch mit Tat\u00fctata nicht in weniger als 25 min erreichbar. Ob es mal einen Bus dahin gibt oder Leute, die kein Auto haben, 30 km mit dem Fahrrad anfahren m\u00fcssen, steht noch nicht fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Krankenh\u00e4usern geht es ja auch soooo schlecht. Komischerweise erh\u00e4lt man als Privatpatient aber selten eine Rechnung vom Krankenhaus, sondern vom Chefarzt der betreffenden Abteilung. Der nutzt zwar die Infrastruktur und das Personal, macht aber den Reibach. Wird jetzt allm\u00e4hlich klar, warum alle Untersuchungen wiederholt werden? Schlie\u00dflich m\u00fcssen die Chef\u00e4rzte der maroden Kliniken ja auch irgendwie das marode Kassensystem pl\u00fcndern, w\u00e4hrend das Personal bei Hungergeh\u00e4ltern Sklavenarbeit leisten muss und in den Gro\u00dfst\u00e4dten zunehmend Gefahr l\u00e4uft, dabei auch noch von irgendeinem Clan abgestochen zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Schland (und andere EU-L\u00e4nder) bewegt sich im Bildungsranking auf den unteren Pl\u00e4tzen bei den r\u00fcckst\u00e4ndigsten Entwicklungsl\u00e4ndern der Welt. Und man macht hier alles, damit das Ranking des Gesundheitssystems auch nicht oberhalb von Namibia oder Burkina Fasa rangiert.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">\u00b9\u207e Genderprobleme? Wie soll ich was schreiben? Meine Empfehlung: Betreff &#8211; KEINE Anrede &#8211; Text kurz und knackig &#8211; KEINEN Gru\u00df &#8211; Name und Unterschrift. So schroff wie m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">\u00b2\u207e Uns damit geht es uns noch gut: in Gro\u00dfbritannien liegt die Wartezeit f\u00fcr eine Zahnarzttermin bei bis zu 4 Jahren. Ja, richtig gelesen, 4 Jahre. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>wird nach den eher miesen Erfahrungen der Politik bei Opt-In-Verfahren nun mit dem Opt-Out-Verfahren eingef\u00fchrt. Dazu gleich mehr. Download Artikel als PDF<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-11083","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11083","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11083"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11083\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11084,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11083\/revisions\/11084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}