{"id":1071,"date":"2017-08-14T09:20:44","date_gmt":"2017-08-14T07:20:44","guid":{"rendered":"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=1071"},"modified":"2017-08-14T09:20:44","modified_gmt":"2017-08-14T07:20:44","slug":"inside-nordkorea","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2017\/08\/14\/inside-nordkorea\/","title":{"rendered":"Inside Nordkorea"},"content":{"rendered":"<p>Die Nachrichten \u00fcber Nordkorea\/USA k\u00f6nnte man derzeit auch so abk\u00fcrzen:<\/p>\n<blockquote><p>Alle sind total bekloppt! Weiter zum Wetterbericht.<\/p><\/blockquote>\n<p><!--more-->Wenn man nach den Motiven f\u00fcr die Kim-Dynastie fragt, muss man etwas weiter zur\u00fcckgehen. Am Ende des 2. Weltkrieges wurde Korea zwangsgeteilt, \u00e4hnlich wie Deutschland. Im S\u00fcden \u00fcbernahmen die Imperialisten (also die USA) die Kontrolle, im Norden die Kommunisten. Wie in Deutschland wurde das Volk nicht gefragt, und es war auch nicht begeistert. Ziel des schon damals regierenden Kim-Clans (Kim il-Sung) war die Wiedervereinigung, was zum Koreakrieg durch einen Angriff der Nordkoreaner auf den S\u00fcden im Jahr 1950 f\u00fchrte. Das entwickelte sich schnell zum Stellvertreterkrieg zwischen China und den USA, wobei die Koreaner erneut nicht gefragt wurden. Die Teilung blieb.<\/p>\n<p>Wie Wiedervereinigung ist fest Staatsdoktrin in Nordkorea, von Kim il-Sung \u00fcber Kim jong-il bis Kim jong-un. Im Film &#8222;Inside Nordkorea&#8220; (ARD) kann man sich anschauen, welche Bedeutung heute noch Veteranen des Koreakrieges haben, die mit so vielen Orden an der Brust, dass der Uniformstoff nicht mehr zu sehen ist, Vortr\u00e4ge von Sch\u00fclern aller Altersklassen halten und bei nahezu jeder staatlichen Aktivit\u00e4t demonstrativ pr\u00e4sent sind. Wenn man ihnen folgt, hat Kim il-sung jeder Kompanie der nordkoreanischen Armee pers\u00f6nlich beigebracht, wie man US-Kampfjets abschie\u00dft, und zwar sehr erfolgreich. Nordkorea r\u00fcstet sein Volk auf die (gewaltsame) Wiedervereinigung auf und h\u00e4lt in der N\u00e4he der Grenz inzwischen Milit\u00e4rmaterial bereit, das in der Konzentration durchaus dem der Operation Barbarossa im zweiten Weltkrieg entsprechen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Ein \u00dcberfall auf den S\u00fcden d\u00fcrfte die gleichen Folgen haben wie 1950, auch den die S\u00fcdkoreaner selbst deutlich besser ger\u00fcstet sein d\u00fcrften als damals. Hier kommen nun die Atomwaffen ins Spiel. Strategisch d\u00fcrften sie zu einer Hemmschwelle f\u00fcr die USA f\u00fchren, sich im Konfliktfall allzu weit aus dem Fenster zu lehnen, denn Nordkorea k\u00f6nnte jederzeit eine G\u00f6tterd\u00e4mmerung im Hitlerschen Ma\u00dfstab ausl\u00f6sen, wenn es im Konfliktfall um seinen Untergang f\u00fcrchten m\u00fcsste. Es ist sozusagen die \u00dcberlebensgarantie, falls etwas schief geht. Dumm ist nur, dass Banausen wie die Amerikaner so etwas nicht verstehen d\u00fcrften, und Trump schon gar nicht. Sich von den Nordkoreaner bedroht zu f\u00fchlen ist etwa so real wie die Bef\u00fcrchtung, dass der italienische Stadtstaat San Marino die Bundesrepublik milit\u00e4risch besetzt, falls es den mit Soldaten besetzten zwei Reisebussen gelingt, sich an den \u00f6sterreichischen oder schweizerischen Grenzkontrollen vorbei zu mogeln.<\/p>\n<p>Das verbale Gefecht zwischen Nordkorea und den USA geht inzwischen auch den anderen Nachbarn auf die Nerven. So haben China und Russland, bislang immer am Mauern, erstmals im UNO-Sicherheitsrat mit den USA f\u00fcr Sanktionen gegen Nordkorea gestimmt. Chinas Einfluss auf Nordkorea ist wohl inzwischen so weit verschwunden, dass die chinesische F\u00fchrung zu diesem Signal, nicht mehr alles zu unterst\u00fctzen, gezwungen war. Ws solche Sanktionen n\u00fctzen, ist eine andere Frage, denn es ist ein offenes Geheimnis, dass nahezu alle Staaten insgeheim Wirtschaftsbeziehungen zu Nordkorea haben, was dem Regime wiederum gen\u00fcgend Devisen f\u00fcr andere Gesch\u00e4fte einbringt.<\/p>\n<p>Ein weiteres Signal ist die Ansage, dass China die USA gew\u00e4hren lassen w\u00fcrde, w\u00fcrde Nordkorea die USA angreifen, aber auf Seiten Nordkoreas eingreift, wenn die USA einen Angriff starten. Man kann das \u00e4hnlich sehen wie den Ukraine-Konflikt, in dem Russland gar nicht klein bei geben kann, denn nichts w\u00e4re den USA lieber, als die Ukraine sofort in die Nato auzunehmen, was ja auch schon mit den osteurop\u00e4ischen Staaten unter Bruch der 2+4-Vereinbarungen geschehen ist. Leider ist bei den USA kein Einsehen zu bemerken, dass sie eben nicht (mehr) die alleinige und absolute Weltmacht sind, sondern sich mit anderen arrangieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Eine vern\u00fcnftige Handlungsoption w\u00e4re, die Signale aus China und Russland richtig zu deuten und auszunutzen, etwa in dem ein &#8222;Angriff von Nordkorea auf die USA&#8220; in &#8222;Anriff von Nordkorea&#8220; umgewandelt wird, d.h. die USA, China und Russland \u00fcbernehmen die Garantie f\u00fcr S\u00fcdkorea, und die USA ziehen sich zumindest milit\u00e4risch ein paar Meilen zur\u00fcck. Das d\u00fcrfte gen\u00fcgen, denn Kim jong-un ist zwar verbohrt, aber sich nicht so bl\u00f6d, sich gleich mit allen drei M\u00e4chten anzulegen.<\/p>\n<p>Ein zweiter Schritt w\u00e4re die Aufhebung der Sanktionen gegen Nordkorea. Sollen die doch ihre Bombe haben! Die Inder, Pakistaner und Israelis haben sie doch auch, ohne dass das jemanden st\u00f6rt, und die Iraner haben die Entwicklung nur gestoppt, weil sie dadurch bessere Konditionen f\u00fcr ihr Land haben. Bei einem freien Handel mit Nordkorea k\u00f6nnte sich das Regime, \u00e4hnlich wie die Chinesen, dem westlichen Einfluss nicht mehr ganz entziehen. Internet und Wohlstand w\u00fcrden in irgendeiner Form in das rohstoffreiche Land einziehen, und es w\u00fcrde dem Regime kaum etwas anderes \u00fcbrig bleiben als sich \u00e4hnlich wie China langsam, aber kontrolliert zu \u00f6ffenen. Solche Regime \u00fcbew\u00e4ltigt man nicht von Au\u00dfen, sondern korrumpiert man von Innen.<\/p>\n<p>Zu bl\u00f6d, dass der Westen und insbesondere die USA mit hoher Wahrscheinlichkeit zu bl\u00f6d sind, die Chancen zu nutzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nachrichten \u00fcber Nordkorea\/USA k\u00f6nnte man derzeit auch so abk\u00fcrzen: Alle sind total bekloppt! 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