{"id":1012,"date":"2017-06-06T08:07:17","date_gmt":"2017-06-06T06:07:17","guid":{"rendered":"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=1012"},"modified":"2017-06-06T08:07:17","modified_gmt":"2017-06-06T06:07:17","slug":"einzige-taetigkeit-abzocke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2017\/06\/06\/einzige-taetigkeit-abzocke\/","title":{"rendered":"Einzige T\u00e4tigkeit: ABZOCKE"},"content":{"rendered":"<p>Was macht eine Regionalverwaltung wie ein Landratsamt oder eine Stadtverwaltung so den ganzen Tag? Zumindest was den Stra\u00dfenverkehr angeht, ersch\u00f6pft sich das\u00a0 im Aufstellen von Schildern. <!--more--><\/p>\n<p>So werden marode Stra\u00dfenabschnitte zun\u00e4chst willk\u00fcrlich mit Tempolimits versehen. Besonders im Landkreis Aurich anscheinend beliebt: Tempo 50 auf den Verbindungsstra\u00dfen zwischen den Ortschaften. Die Stra\u00dfen sind zwar nicht besonders gut, aber nicht in diesem Ma\u00dfe marode: f\u00fcr LKW mag das Sinn machen, um die Stra\u00dfen nicht noch weiter zu sch\u00e4digen, aber PKW und Motorr\u00e4der k\u00f6nnten auf den meisten Abschnitten auch durchaus 90 km\/h fahren, ohne dass die Sicherheit gef\u00e4hrdet w\u00e4re. Wirklich marode Stra\u00dfen gibt es nat\u00fcrlich auch. Auf denen kommt man nur noch mit einem SUV mit Allradantrieb aus den Schlagl\u00f6chern wieder heraus. Da das jeder wei\u00df, darf man dort aber 100 km\/h fahren, d.h. man spart sich das Aufstellen von Schildern.<\/p>\n<p>Den Verkehrsteilnehmer hat man dabei weniger im Blick. An einer objektiv sehr gef\u00e4hrlichen Stra\u00dfeneinm\u00fcndung (in einem anderen Landkreis) haben die Anwohner nach Berichten schon mehrfach das Aufstellen eines Spiegels beantragt. Das wurde jedes Mal mit der Begr\u00fcndung &#8222;ZU WENIG UNF\u00c4LLE !&#8220; abgelehnt. Bei den Anwohnern hat sich, offenbar nicht zu Unrecht, inzwischen die Ansicht durchgesetzt, dass sinnvolle Verkehrszeichen erst dann aufgestellt werden, wenn es mindestens zwei Tote an dieser Stelle gegeben hat. Der Mensch an sich steht anscheinend nicht im Fokus der Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr aber sein Geldbeutel. Der steht an Stelle 1 des Beh\u00f6rdeninteresses. Die haben n\u00e4mlich absolut kein Geld, um die Stra\u00dfensch\u00e4den zu beseitigen. Wird dann doch einmal etwas getan, dauert das Jahre. Auf der A 31 beispielsweise dauerte die Instandsetzung einer Auffahrt ganze 2 Jahre. In dieser Zeit war die Auffahrt voll gesperrt. Zwei benachbarte Autoh\u00f6fe konnten jeweils die H\u00e4lfte ihres Personals entlassen, was nicht n\u00f6tig gewesen w\u00e4re, wenn z\u00fcgig gebaut worden w\u00e4re. Die Beh\u00f6rden haben sich aber noch nicht einmal auf die Nennung von Terminen eingelassen. \u00c4hnlich die Sanierung einer Ausfallstra\u00dfe in Emden. Die Anwohner k\u00f6nnen nun seit mehr als einem Jahr einen Umweg \u00fcber die A 31 machen, wenn sie vom oberen Ende der Stra\u00dfe ans untere Ende der Stra\u00dfe m\u00fcssen. Ende nicht in Sicht. Und noch A 31: Ende 2015 wurde dort eine Baustelle eingerichtet (einspurig in beiden Richtungen, Geschwindigkeit willk\u00fcrlich 60 km\/h; auf Landstra\u00dfen in einem \u00e4hnlichen Zustand darf man 100 km\/h fahren). Anfang 2017 wurden die ersten Dixiklos f\u00fcr die bis dahin v\u00f6llig abwesenden Bauarbeiter aufgestellt, im Fr\u00fchling kam dann ein Schild dazu, dass die Sanierung der Fahrbahndecke auf 10 km L\u00e4nge verk\u00fcndete, Bauzeit bis 2022. Zu dem Zeitpunkt soll es nach Forderungen der Gr\u00fcnen schon gar keine Autos mehr geben.<\/p>\n<p>Geld f\u00fcr die Sanierung ist also nicht da, aber f\u00fcr Dauerbaustellen, die nat\u00fcrlich die Kosten f\u00fcr alle nach oben treiben: die Einrichtung ist nicht umsonst, und die Verkehrsteilnehmer stecken dauern im Stau. Geld ist aber f\u00fcr etwas anderes da: Geld ist n\u00e4mlich f\u00fcr Mitarbeiter des Ordnungsamtes da, die an Sonn- und Feiertagen Geschwindigkeitskontrollen durchf\u00fchren. Die stehen dann mit teilweise 2 Fahrzeugen und 5 Personen an den 50er-Zonen mit gut getarnten Laserger\u00e4ten und zocken die Urlauber ab, die gerade am Wochenende, besonders an langen Wochenenden, in Ostfriesland Kurzurlaub machen. 50 km\/h auf einer Stra\u00dfe zu fahren, auf der auch Rollerblades oder Skater problemlos langfahren k\u00f6nnen, entzieht sich dem Verst\u00e4ndnis jedes Autofahrers, und entsprechend d\u00fcrfte die Abzocke am Ende des Tages auch ausfallen. Und nat\u00fcrlich nicht nur dort: auch Strand- und Deichabschnitte kann man nur gegen Geb\u00fchr nutzen: Parkgeb\u00fchren und weiter nach Osten am Deich lang auch Eintrittsgeb\u00fchren zum Strand. Auch das wird nat\u00fcrlich Sonn- und Feiertags ebenfalls kontrolliert. Wo Kontrollen notwendig w\u00e4ren, sie gef\u00e4hrliche Abschnitte oben, vor Schulen usw., ist nat\u00fcrlich nie jemand zu sehen. Man w\u00fcrde dort zwar jemanden erwischen, aber anscheinend zu wenige, damit sich das lohnt. Abzocke scheint inzwischen der einzige Existenzzweck der Beh\u00f6rden Ostfrieslands zu sein.<\/p>\n<p>Wie weit das geht, zeigt das Beispiel eines E-Autos vor einer Ladestation mit angeschlossenem Kabel, dessen Besitzer einen Bu\u00dfgeldbescheid erhielt. Begr\u00fcndung: &#8222;Befahren einer Umweltzone ohne gr\u00fcne Umweltplakette&#8220;. Das Argument &#8222;E-Auto, deutlich zu sehen, und umweltfreundlicher geht nicht&#8220; zog nicht. Man erlie\u00df dem Mann 25%, den Rest musste er zahlen (er hat es auf eine richterliche Entscheidung nicht ankommen lassen). Deutlicher kann man es nicht machen: irgendein rationaler sachlicher Sinn steckt nicht mehr hinter den Beh\u00f6rdenentscheidungen. Der einzige Sinn von Regelungen wird mehr und mehr die Abzocke der B\u00fcrger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was macht eine Regionalverwaltung wie ein Landratsamt oder eine Stadtverwaltung so den ganzen Tag? Zumindest was den Stra\u00dfenverkehr angeht, ersch\u00f6pft sich das\u00a0 im Aufstellen von Schildern. Download Artikel als PDF<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,21],"tags":[],"class_list":["post-1012","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesellschaft","category-verkehr"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1012","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1012"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1012\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1013,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1012\/revisions\/1013"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1012"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1012"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1012"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}