{"id":1006,"date":"2017-06-04T10:58:38","date_gmt":"2017-06-04T08:58:38","guid":{"rendered":"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=1006"},"modified":"2017-06-04T10:58:38","modified_gmt":"2017-06-04T08:58:38","slug":"68-wird-50","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2017\/06\/04\/68-wird-50\/","title":{"rendered":"68 wird 50 !"},"content":{"rendered":"<p>Gemeint ist die 68er-Bewegung, die aber schon 1967 begann und nur aufgrund der Kulmination einiger Events nach 68 verlegt wurde. Vorab: DIE 68er gibt es nicht. <!--more-->Die 68er-Bewegung ist ein rein geschw\u00e4tzwissenschaftliches Ph\u00e4nomen. Die Natur- und Ingenieurwissenschaften blieben noch lange alten Wertma\u00dfst\u00e4ben verbunden. Das \u00e4nderte sich erst, als die Lehrerschaft gr\u00fcn verseucht wurde und das ideologische Gedankengut den Kindern einimpfte, und noch einmal deutlich, als die politische Macht zunehmend an Links-Gr\u00fcne kam.<\/p>\n<p>&#8222;Geschw\u00e4tzwissenschaften&#8220; h\u00f6rt sich nicht nur abwertend an, sondern es ist abwertend. Nur dort, wo man aus passend ausgew\u00e4hlten Einzelteilen beliebige Weltbilder zusammen bastelt und dann nur noch darauf achten muss, mit mindestesn 3 Seiten Text das Wort &#8222;Schei\u00dfe&#8220; zu umschreiben, um nicht mehr \u00fcber seine Wunschvorstellungen diskutieren zu m\u00fcssen, bleibt gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr einen kleinen Aufstand. Dabei haben es diese Wortakrobaten noch nicht einmal geschafft, die Sprache selbst integer zu halten, wie einige Beispiele im Folgenden zeigen werden. Gleichwohl ist die Sprache selbst nat\u00fcrlich ebenfalls eine ideologische Plattform, wie auch deutlich werden wird.<\/p>\n<p>Doch der Reihe nach: wie wurde man 68er? Deutschland hatte den Krieg verloren und war mitten im Entnazifizierungsprozess. Die \u00c4lteren waren allesamt Nazis und durften weder ihre Meinung kundtun noch waren sie gro\u00df daran interessiert, die Traumata des Krieges wieder hervor zu kehren. Die meisten waren sicher keine ausgesprochenen Nazis, aber es ging ihnen relativ gut, zumindest bis die ersten Familienangeh\u00f6rigen fielen oder Bomben das eigene Heim in Schutt und Asche legte. Aber das Thema steht bis heute unter Diskussionsverbot. Man durfte nicht Gr\u00fcnde darlegen, die unter anderen Umst\u00e4nden durchaus auf Verst\u00e4ndnis sto\u00dfen w\u00fcrden. Andererseits waren viele Amtstr\u00e4ger nach wie vor im Amt, viele Oberbonzen sogar von den Amerikanern und anderen in eigenen Dienste \u00fcbernommen worden, was ein Widerspruch zur Entnazifizierung ist. Allerdings durchaus verst\u00e4ndlich, denn woher sollten die Fachleute sonst kommen, die die notwendigen Strukturen am Leben erhielten? Sachen logisch zu Ende zu Denken war allerdings noch nie Sache der 68er. Am Gravierendsten war vielleicht, dass ausgerechnet der gro\u00dfe Moralapostel und Sittenw\u00e4chter \u00fcber die Entnazifizierung, die USA, munter dort weiter machte, wo Hitler aufh\u00f6ren musste: Korea, Vietnam, Iran, diverse mittel- und s\u00fcdamerikanische L\u00e4nder, der Libanon, Afrika usw., meist ohne Vorwarnung in einer Blitzkriegaktion \u00fcberfallen und zerschlagen. Widerspr\u00fcche an jeder Ecke und wenig Druck in einem so genannten Studium &#8211; irgendwo musste sich das entladen.<\/p>\n<p>Wenn man den Impetus der 68er auf die folgenden Jahrzehnte in einem Begriff zusammenfassen will, lautet der f\u00fcr mich &#8222;VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT&#8220;. Das grundlegende Prinzip dieser Generation ist, dass immer andere Schuld an einem Missstand sind, nie aber die Betroffenen selbst. Selbst die Sprache wurde umfunktioniert, um das Prinzip mental zu verankern. Beispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>Aus &#8222;Lehrling&#8220;, also dem jenigen, der etwas lernen soll, wurde &#8222;Auszubildender&#8220;, also jemand, dem man etwas beizubringen hat. Aus Aktiv wird Passiv. Nicht der Sch\u00fcler\/Lehrling tr\u00e4gt die Verantwortung daf\u00fcr, etwas zu begreifen, sondern der Lehrer\/Ausbilder hat versagt, wenn der Sch\u00fcler nichts kann. &#8222;Kapier&#8216; ich nicht&#8220; gen\u00fcgt heute als Ausrede, um die Schuldzuweisung eindeutig beim Lehrer zu verorten, der seine Sch\u00fcler grunds\u00e4tzlich \u00fcberfordert.<\/li>\n<li>Das geht auch gr\u00f6\u00dfer: wenn PISA zeigt, dass Sch\u00fcler inzwischen oft saubl\u00f6d sind, liegt das nicht an so genannten Reformen, die sich irgendwelche Spinner im stillen K\u00e4mmerlein ausgedacht haben, sondern an den Lehrer, die nicht f\u00e4hig sind, die Vorgaben umzusetzen.<\/li>\n<li>Sch\u00fcler sind nicht schlecht, weil sie nicht lernen, sondern weil andere sie &#8222;sozial benachteiligen&#8220;. Auch hier trifft die Bildungsverweigerer nicht die Schuld, sondern die Umgebung.<\/li>\n<li>Wenn Integration nicht funktioniert, liegt das grunds\u00e4tzlich an den Deutschen und nicht etwa an den Ausl\u00e4ndern, die nach 30 Jahren in der BRD noch immer kein Wort Deutsch sprechen.<\/li>\n<li>Wenn Leute ihren Job nicht gut machen, liegt das nicht am Fehlen eigener Bem\u00fchungen, sondern an der Umgebung, die keine Fortbildungsma\u00dfnahmen vorgesehen hat. Man bildet sich nicht weiter, man erwartet, gebildet zu werden. Am gravierendsten ist das auf dem ureigenen gr\u00fcnen Territorium, den Schulen: ausgerechnet die Lehrer, die Sch\u00fcler beibringen soll(t)en, sich selbst etwas zu erarbeiten, schreien nach Fortbildung, weil sie selbst dazu nicht bereit sind, von sich aus etwas zu tun. Was will man vom &#8222;Produkt&#8220;solcher Arbeiter noch erwarten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist einfach, die Schuld immer bei anderen zu verorten, weil einen das auch wieder der Notwendigkeit enthebt, sich \u00fcberhaupt mit Sachen auseinander zu setzen. Ideologisch ist vom Menschen erzeugte Kohlendioxid die einzige Ursache f\u00fcr Klima\u00e4nderungen. Die Natur ist ja so einfach, dass sie jeder Gr\u00fcne versteht, was f\u00fcr eine Steuererkl\u00e4rung nat\u00fcrlich nicht gilt. Fachleute, die sich damit oder anderen ideologischen Standpunkten auseinander gesetzt haben und zu einer abweichenden Einsch\u00e4tzung kommen, braucht man nicht zu beachten, sondern es gen\u00fcgt, sie zu Leugnern, L\u00fcgnern oder Anti-Isten abzustempeln. Auch hier wird die Sprache zur mentalen Schulung eingesetzt: in unserer friedliebenden Gesellschaft besteht alles aus Kampf: Kampf dem Rechtsextremismus, Kampf der Arbeitslosigkeit, Kampf den Klimagegnern, usw. &#8222;Kampf&#8220; ist aber ein Bestandteil des Krieges, und der kommt bekanntlich, nachdem alle anderen M\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft wurden, und geht nach Clausewitz bis zur v\u00f6lligen Vernichtung des Gegners. Wo bleibt die Auseinandersetzung, wo bleibt die Diskussion? Sie gibt es im gr\u00fcnen Weltbild nicht, oder wenn, dann nur nach islamischem Vorbild einer totalen ideologischen Unterwerfung. Sie kann es nicht geben, denn dann m\u00fcsste man sich Bilden und ggf. eingestehen, dass man die Schuld f\u00fcr mangelndes Verst\u00e4ndnis NICHT anderen in die Schuhe schieben kann, bzw. selbst die Schuld an einem Fehlschluss hat.<\/p>\n<p>Daneben ruiniert man die Sprache. Heute hei\u00dft es nicht mehr &#8222;Student&#8220;, sondern &#8222;Studierender&#8220;, und zwar einzig aus dem Grund, weil der Plural keine Unterscheidung zwischen m\u00e4nnlicher und weiblicher Endung macht. Man spart an &#8222;Studentinnen und Studenten&#8220; durch &#8222;Studierende&#8220; ein paar Worte, was allerdings unn\u00f6tig w\u00e4re, weil im Deutschen geschlechtslose Bezeichnungen wie &#8222;Student&#8220; (wenn man nicht gerade eine bestimmte Person oder Personengruppe meint) in der Regel mit der m\u00e4nnlichen Pr\u00e4position verbunden sind. &#8222;Liebe Studenten&#8220; meint somit M\u00e4nnlein und Weiblein im H\u00f6rsaal. Gerade Geschw\u00e4tzwissenschaftler sollten das eigentlich wissen, genauso das &#8222;Student&#8220; eine Berufsbezeichnung ist, w\u00e4hrend &#8222;Studierender&#8220; eine T\u00e4tigkeitsbeschreibung, &#8222;Studierende&#8220; also einen v\u00f6llig falschen Sinnzusammenhang in den meisten F\u00e4llen stiften. Verhunzung der Sprache im Dienst des Feminismus, aber auch das Mittel zu Zweck, denn Verhunzung der Sprache ist auch ein Weg fort von echten Diskussionen, bei denen es auf Trennsch\u00e4rfe der Begriffe ankommt (ein Student im Supermarkt ist in diesem Augeblick kein Studierender, sondern ein Einkaufender, aber nur dann ein Eink\u00e4ufer, wenn er im Auftrag seiner WG handelt). Und so schafft man den &#8222;Studierenden&#8220; und &#8222;Lehrenden&#8220;, macht aber vor dem &#8222;Backenden&#8220;, &#8222;Metzgernden&#8220; und &#8222;Klempnernden&#8220; Halt und bel\u00e4sst es bei den alten Begriffen.<\/p>\n<p>Fazit nach 50 Jahren: es hat zwar keinen Krieg mehr hier gegeben, aber sonst auf der Welt brennt es nach wie vor licherloh, und inzwischen schwappen die Folgen auch auf uns \u00fcber. Die 68er haben einen idelogischen Tr\u00fcmmerhaufen angezettelt, in dem Eigenverantwortlichkeit, Zuverl\u00e4ssigkeit und Ehrlichkeit, oder zusammengefasst die &#8222;alten Werte&#8220; kaum noch eine Rolle spielen. Jeder kann machen, was er will, denn er hat immer Recht und Schuld sind immer nur die anderen. Ob wir hier die Kurve noch bekommen oder wir uns nach 2030 von der dann kommenden Generation im Rahmen einer Entgr\u00fcnifizierung fragen lassen m\u00fcssen, weshalb wir das nicht gestoppt haben, wird die Zukunft zeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeint ist die 68er-Bewegung, die aber schon 1967 begann und nur aufgrund der Kulmination einiger Events nach 68 verlegt wurde. Vorab: DIE 68er gibt es nicht. 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